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Bild: wikimedia commons

Sie muss nie trinken und wohnt in Termitenhügeln: Die Schwarzfusskatze

12.11.16, 10:28 25.01.17, 15:40

Wir alle kennen sie: grosse Wildkatzen wie Löwen, Tiger oder den Puma. Doch gibt es auf der Welt auch unzählige kleinere Wildkatzen, die nur Wenigen bekannt sind. Eine davon ist die Schwarzfusskatze, eine Katzenart, die ausschliesslich in der Trockenzone des südlichen Afrika vorkommt. Sie ist nicht nur die kleinste afrikanische Katzenart, sondern auch die seltenste.

Wie gross (oder eben klein) wird eine solche Katze?

Die Schwarzfusskatze ist nicht nur die kleinste Katzenart von Afrika, sondern gehört zu den kleinsten Katzenarten überhaupt. Männchen werden ohne Schwanz in etwa 36,7–43,3 Zentimeter gross und sind somit um einiges kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze, die eine Rumpflänge von rund 50 Zentimetern erreicht. Auch der Schwanz der Schwarzfusskatze ist mit einer maximalen Länge von knapp 20 Zentimetern rund fünf bis zehn Zentimeter kürzer als der einer Hauskatze.

Grössenvergleich der Männchen. bild: watson

Eine männliche Schwarzfusskatze erreicht ein Maximalgewicht von 2,45 Kilogramm, während das einer Hauskatze durchschnittlich bei vier Kilogramm liegt. Weibliche Schwarzfusskatzen sind etwas kleiner und somit auch leichter als die Männchen.

Und welche Merkmale gibt es beim Aussehen?

Um das Aussehen der Schwarzfusskatze zu veranschaulichen hier ein Foto:

Schwarzfusskatze (felis nigripes) im Wuppertaler Zoo. bild: wikimedia commons

Entgegen dem Namen hat eine Schwarzfusskatze keine komplett schwarzen Füsse. Lediglich die Ballen an der Unterseite der Pfoten sind schwarz. Die Oberseite des Fusses ist mit hellbräunlichem Fell bedeckt und lässt somit nicht auf den Namen schliessen.

Wo trifft man die Schwarzfusskatze an?

Das Hauptverbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze sind die trockenen Savannen von Südafrika, Namibia und Botswana. Eher selten trifft man die Tiere auch in Simbabwe und im äussersten Süden von Angola an. Zwar mögen sie es trocken, dennoch findet man die Katzen nicht in Wüstenregionen vor, dafür aber in Höhenlagen von bis zu 2000 Meter über Meer.

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze. bild: wikipedia/watson

Leider ist auch die Schwarzfusskatze in ihrem Lebensraum immer mehr bedroht. 2002 wurde sie daher von der «Roten Liste gefährdeter Arten» als «gefährdet» eingestuft, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass die Schwarzfusskatze in naher Zukunft aussterben wird. Da diese Katzenart den Leuten kaum bekannt ist, fehlt es leider oft auch an Spendengeldern, die helfen könnten, diese Art zu erhalten. Daher widmet sich bisher auch nur eine Organisation aktiv dem Schutz dieser Tiere.

Wie wird überhaupt ermittelt, ob ein Tier vom Aussterben bedroht ist?

Die Roten Listen der IUCN basieren auf der wissenschaftlichen Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Tierart in naher Zukunft in der Natur aussterben wird. Hierzu wird eine Kombination verschiedener Faktoren beurteilt, die wichtigsten sind die beobachtete, geschätzte, abgeleitete oder vermutete Abnahme der Populationsgrösse über einen Zeitraum von zehn Jahren oder drei Generationen, die Grösse des Verbreitungsgebietes oder des tatsächlich besiedelten Areals und die geschätzte Grösse der Population.

quelle: wikipedia/IUCN

Wie sieht der Alltag dieser Tiere aus?

Wer jemals eine Schwarzfusskatze in ihrem natürlichen Umfeld zu Gesicht bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Die kleinen Wildkatzen machen es einem nämlich äusserst schwer, sie ausfindig zu machen. 

Verstecken sich bei der leichtesten Störung: Schwarzfusskatzen. bild: wikimedia commons

Nicht nur sind sie äusserst scheu, sie sind auch nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in ihrem Bau. Diesen graben sie in der Regel nicht selber, sondern übernehmen verlassene Bauten von anderen Tieren. Allerdings sind sie Meister darin, bestehende Bauten zu erweitern. Manchmal übernehmen Schwarzfusskatzen sogar verlassene Termitenhügel, was ihnen bei der lokalen Bevölkerung den Namen «Ameisentiger» eingebracht hat.

So kann ein Termitenhügel aussehen. bild: wikimedia commons

Schwarzfusskatzen sind durch ihre Anpassung an ihren trockenen Lebensraum nicht darauf angewiesen, Wasser zu trinken. Zwar trinken sie Wasser, wenn es verfügbar ist, aber sie können ihren Wasserbedarf alleine durch ihre Beute abdecken. Diese besteht im Wesentlichen aus kleineren Tieren wie Mäusen oder Vögeln. Mit 250 Gramm Fleisch pro Tag ist ihr Nahrungsbedarf höher als der einer normalen Hauskatze. Auch haben Schwarzfusskatzen keinen grossen Drang zu klettern und bleiben lieber in Bodennähe.

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Und wie sieht es mit Nachwuchs aus?

Über die Fortpflanzung von Schwarzfusskatzen ist bisher noch sehr wenig bekannt. Man weiss, dass sie nach einer Tragzeit von 63 bis 68 Tagen etwa zwei bis vier Jungen zur Welt bringen und diese sich schneller entwickeln als Jungtiere von Hauskatzen. Verwunderlich ist das nicht, denn in ihrer rauen Umgebung ist es ein entscheidender Vorteil, wenn Jungtiere sehr schnell erwachsen werden. Um möglichen Fressfeinden zu entgehen, zieht die Schwarzfusskatzenmutter mit ihren Jungtieren etwa alle sechs bis zehn Tage in ein neues Versteck.

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Brikne, 20.7.2017
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 8004 Zürich 13.11.2016 10:44
    Highlight Der Moment, wenn man an einem gemütlichen Sonntag Morgen (je zwei Kafis und Tütlis, watson ¦-) realisiert, dass man über gerade über die Schwarzfusskatze liest...

    "Um das Aussehen der Schwarzfusskatze zu veranschaulichen hier ein Foto:"

    "Die Oberseite des Fusses ist mit hellbräunlichem Fell bedeckt und lässt somit nicht auf den Namen schliessen."

    "Wer jemals eine Schwarzfusskatze in ihrem natürlichen Umfeld zu Gesicht bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen."

    "Auch haben Schwarzfusskatzen keinen grossen Drang zu klettern und bleiben lieber in Bodennähe."

    Haha! Voll geil, danke! ;-)
    8 2 Melden
  • Aged 12.11.2016 17:40
    Highlight Cats dont drink and drive!
    10 1 Melden
  • demokrit 12.11.2016 14:19
    Highlight Ein niedliches Kätzchen. Fast schon schade, versteckt es sich den ganzen Tag. Ursprünglich stammen die Vorfahren unserer Hauskatzen auch aus Afrika.
    34 3 Melden
  • Neemoo 12.11.2016 11:26
    Highlight Habe gerade noch gelesen, dass diese kleinen Räuber sogar grössere Beute erlegen als sie gross und schwer sind.
    Beobachtet wurde sogar, dass "Schwarzfusskatzen" Ziegen angreifen würden und gezielt in die Schlagader beissen!

    Faszinierendes Tier!

    Super Artikel! :D
    70 5 Melden
    • Caturix 12.11.2016 12:38
      Highlight Ja sicher habe auch beobachtet wie eine Hauskatze einen Elefanten getötet hat. Geholfen hat ihr eine kleine Maus.
      26 99 Melden
    • Neemoo 12.11.2016 12:46
      Highlight Echt jetzt?
      29 8 Melden
    • decibel 12.11.2016 13:14
      Highlight "Und die San ("Buschmänner") in Botsuana versichern, dass die kleinen Katzen manchmal sogar Giraffen auf diese Weise erlegen."
      Bist du auch ein San Caturix? :)
      14 5 Melden
    • Neemoo 12.11.2016 15:30
      Highlight Ironie kennst du ? @decibel :D :D Gute Unterhaltung mit euch. :D
      7 0 Melden
    • Caturix 12.11.2016 16:34
      Highlight Also die Buschmänner haben gesehen wie ine Giraffe oder Ziege gerissen wurde. Ich habe einfach etwas anderes gesehen.
      6 2 Melden
    • Fumo 13.11.2016 13:19
      Highlight Es ist nichts ungewöhnliches das Raubtiere auch grössere Beute jagen und selbst Pflanzenfresser wissen dass sie den Rivalen in die Halsschlagader beissen müssen (schon mal gesehen wie Pferde gegeneinander kämpfen? Das ist brutaler als jedes Raubtier).
      Katzen sind zwar scheue Tiere, aber wenn nötig scheuen sie vor niemandem. Auch Alligatoren ziehen den Schwanz vor Hauskatzen ein, holen einen Freund und hauen dann zu zweit ab :D
      9 0 Melden
  • ARoq 12.11.2016 10:53
    Highlight Hauskatzen müssen übrigens bei artgerechter Fütterung auch keine zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen.
    24 10 Melden
    • Narugami 12.11.2016 12:18
      Highlight Menschen auch nicht...
      24 3 Melden
    • ARoq 12.11.2016 13:23
      Highlight Beim Menschen würde ich die dazu nötige Ernährung nicht mehr Artgerecht bezeichnen.
      41 1 Melden
    • Fumo 13.11.2016 13:25
      Highlight Was ist eine artgerechte Fütterung von Hauskatzen? Lebendes Futter ist in der Schweiz ja leider verboten.
      Ausserdem entscheidet ja der Alltag des Tieres wie der Nahrungs- und Flüssigkeitsbedarf aussieht. Wilde Tiere essen ja meistens auf Vorrat weil es sein könnte dass sie am Tag danach keine Beute finden, eine Hauskatze hat das ja nicht nötig.
      1 0 Melden
  • lilie 12.11.2016 10:39
    Highlight Vielen Dank für den schönen Artikel!

    Was für hübsche Tiere! Es wäre wirklich schade, wenn wir in Zukunft darauf verzichten müssten.

    Ich habe versucht herauszufinden, wer was zu ihrem Erhalt unternimmt, bin aber leider nicht fündig geworden...
    77 1 Melden
    • Pascal Scherrer 12.11.2016 13:51
      Highlight Liebe Lilie

      Es gibt eine Organisation, die sich dem Schutz von bedrohten Wildkatzen widmet. Sie haben auch extra eine Abteilung für die Schwarzfusskatze. Weitere Infos und Spendemöglichkeiten findest du hier:

      http://www.wildcatconservation.org/black-footed-cat-project/
      41 0 Melden
    • lilie 12.11.2016 15:33
      Highlight @Pascal: Merci villmal! 👍

      Sie werben übrigens mit dem Spruch: "Cats DON'T have nine Lives!". 😁
      21 0 Melden
    • The Destiny 12.11.2016 18:25
      Highlight @lilie, Das liegt daran, dass die Organisation Englishen Ursprungs ist.
      Im Deutschen sagen wir auf Wolke sieben aber in bsp. Amerika sagen sie Cloud nine. Ich nehme an das gleiche Schema trifft auch hier zu.
      1 15 Melden
    • lilie 12.11.2016 19:46
      Highlight @Destiny: Das mag sein. Aber der springende Punkt ist wohl, dass Katzen eben in Wirklichkeit nur EIN Leben haben, und dieses ist im Falle der Schwarzfusskatze gefährdet... 😉
      25 0 Melden

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