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Du findest Sandro hübsch? Bei diesem Englisch-Gedicht sieht er alles andere als gut aus

24.06.17, 20:06 25.06.17, 12:50


Englisch hat unglaublich viele Wörter – viel mehr als Deutsch oder Französisch. Ihre Gesamtzahl übersteigt mittlerweile eine Million. Und verflucht vielen von ihnen sieht man nicht an, wie sie auszusprechen sind. 

Wie unglaublich viele es sind, zeigt ein Gedicht, das der niederländische Anglizist Gerard Nolst Trenité 1920 veröffentlichte. The Chaos, das in seiner ursprünglichen Version 146 Zeilen aufwies, zirkuliert heute in verschiedenen Varianten im Internet – oft versehen mit dem freilich unbelegten Hinweis, 90 Prozent der englischen «Native Speakers» seien nicht in der Lage, es fehlerlos auszusprechen. 

Grund genug für uns, Sportredaktor Sandro Zappella auf das Gedicht anzusetzen. Zappella ist der richtige Mann für diesen Task, denn er hasst Anglizismen. Strafe muss sein! 

Video: watson/Emily Engkent

Für die, die es genau wissen wollen: Hier gibt es eine Version von «The Chaos» mit dem Text in normaler und phonetischer Schreibung. Und hier folgt eine nahezu perfekt gesprochene Wiedergabe des Gedichts: 

Woher kommt dieses Aussprache-«Chaos»?

Nicht nur Leute, die Shakespeares Sprache erst in der Schule gelernt haben, bekunden ihre liebe Mühe mit den Feinheiten der englischen Aussprache. Auch «Native Speakers» dürften zuweilen an den Rand der Verzweiflung geraten – zum Beispiel, wenn sie es mit der nicht so seltenen Buchstabenkombination ough zu tun haben. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen nicht weniger als zehn verschiedenen Möglichkeiten. Bei ou sind es immerhin noch 9 Varianten. 

Von «Schtiik» bis «Sönrais»: Diese Wörter sprechen wir Schweizer gerne falsch aus

Umgekehrt – bei der Frage, wie man einen bestimmten Laut schriftlich wiedergibt – ist die Sache nicht einfacher: So kann ein langes i wie in be, bee, beach oder people mit über 20 verschiedenen Buchstabenkombinationen geschrieben werden. Solche Probleme gibt es im Französischen zwar auch (dort kann z. B. der o-Laut mit o, ô, au/aux oder eau/eaux geschrieben werden), aber dort beschränken sie sich eben weitgehend auf eine Richtung: Man weiss allenfalls nicht, wie man ein Wort wie tableau schreiben soll, aber wenn man es liest, ist klar, wie es ausgesprochen wird (vorausgesetzt, man kennt die Regeln). 

Verschobene Vokale

Die ausserordentlich grosse Diskrepanz zwischen Schreibung und Aussprache im Englischen (Graphem-Phonem-Diskrepanz) hat historische Gründe. Das heutige Schriftbild gibt im Grossen und Ganzen den Lautstand des Mittelenglischen vor der frühneuenglischen Vokalverschiebung wieder. Vor dieser tiefgreifenden Veränderung wurde ein Wort wie time noch mit langem i gesprochen, nicht wie heute mit einem Diphtong.

Es gibt aber auch deutsche Wörter, die wir falsch aussprechen:

Ausserdem hat Englisch im Laufe seiner Entwicklung zahllose Lehnwörter aus verschiedenen Sprachen aufgenommen und diese in der Schreibung eher selten angepasst. In der Regel wurden nur jene Wörter an die englische Schreibweise angeglichen, die aus einer Sprache mit einem anderen Alphabet stammten. 

Das Resultat ist ein phonetisches Verwirrspiel, das nur Leute sicher entwirren können, die mit der englischen Sprachgeschichte vertraut sind. 

Wie spricht man «Ghoti »aus?

Das fiktive Wort Ghoti ist eine Art Ein-Wort-Parodie der Zumutungen, die das Englische für seine Sprecher bereithält: Es wird nämlich wie «fish» ausgesprochen. Der irische Schriftsteller George Bernard Shaw soll das Wort erfunden haben, um die fehlende Logik der Schrift-Laut-Beziehung im Englischen zu illustrieren. 
gh = f (wie in enough oder rough)
o = i (wie in women) 
ti = sch (wie in nation)
Dies ist natürlich Unsinn, denn gh tritt nie am Wortanfang auf, und ti wird nur vor Vokalen als sch gesprochen. 
Eine andere Lesart besagt, Ghoti könne gar nicht ausgesprochen werden, da es aus lauter stummen Wortteilen bestehe: 
gh wie in night oder fight
o wie in people
t wie in ballet oder gourmet
i wie in business

Wikipedia

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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27
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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stefflein 26.06.2017 14:47
    Highlight Da fällt mir nur eines ein....🙈
    1 0 Melden
  • atomschlaf 25.06.2017 13:58
    Highlight Danke für das Video! Ein paar Sachen gelernt ;-)
    8 0 Melden
  • Pachyderm 25.06.2017 08:11
    Highlight Und Emily beschwert sich, dass die schweizerdeutsche Aussprache unlogisch sei? :D

    http://www.watson.ch/Schweiz/Videos/399365546-Warum-heisst-es-ii-Be-und-nicht-Ypsilon-B--Schweizerdeutsch-macht-mich-zur-Analphabetin
    50 0 Melden
  • der nörgler 25.06.2017 00:09
    Highlight Es heisst übrigens bruuche und nöd benutze. Die dütsche Wörter dauernd sind genauso schlimm.
    49 4 Melden
    • öpfeli 25.06.2017 09:21
      Highlight Man kann doch beides gebrauchen, für mich haben die Wörter nicht ganz die gleiche Bedeutung 😁
      4 23 Melden
  • Darth Unicorn 24.06.2017 23:31
    Highlight Ok ok sandro, dir sei verziehen, nach "arkinsaa" hast du die Sympathie Punkte bei mir erreicht :D
    19 1 Melden
  • Connor 24.06.2017 22:26
    Highlight Quod erat demonstrandum: Was auch immer der (faszinierend schöne) Herr Zappella tut, er macht es gut. Ich habe nun eine ganz andere Beziehung zu Aromat und englischen Texten.
    40 3 Melden
    • Lichtblau 25.06.2017 23:30
      Highlight Herr Zapella ist klar ein recht nett aussehender junger Mann. Aber in ihm jetzt die männliche Jahrhundert-Beauty zu sehen, das gelingt wohl hauptsächlich Ihnen?
      1 3 Melden
    • Connor 28.06.2017 11:45
      Highlight @Lichtblau. Und das stört Dich jetzt? Ja, ich sehe in ihm eine Jahrhundert-Beauty. Was möchtest Du mit Deinem Kommentar bezwecken? Meine Meinung über ihn ändere ich nicht wegen Dir (und ich bin nicht alleine, aber das kannst Du via Links selbst recherchieren). Ich wünsche Dir einen schönen Sommer mit viel Liebe im Herzen.
      1 0 Melden
  • tinette 24.06.2017 21:42
    Highlight Was ist denn ein "Anglizist"? Ein Anglist, der Anglizismen braucht? Oder ist das gar ein reiner Anglizismus (D: Anglist = E: anglicist)?
    20 2 Melden
  • Caligula 24.06.2017 20:56
    Highlight Zum Glück werden die meisten Deutschen Wörter (nicht Fremdwörter!) so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden.
    16 5 Melden
    • The oder ich 25.06.2017 14:37
      Highlight "Richtiges Deutsch"? Öhm, woher dieser Germanenhochmut? Die Schweizer Variante der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist gleichwertig mit der bundesrepublikanischen und derjenigen der Österreicher.
      Und das Scharf-S (ß) hätte bei der letzten Rechtschreibreform abgeschafft gehört, wenn sich nicht die Ewiggestrigen im Volksaufstand geübt hätten.
      7 2 Melden
  • TanookiStormtrooper 24.06.2017 20:48
    Highlight Kann Emily mal "out and about" vorlesen? Ich will da was überprüfen...
    61 0 Melden
    • gupa 25.06.2017 10:57
      Highlight Oder mein kanadisches Lieblingswort: "roundabout"
      9 0 Melden
  • Darth Unicorn 24.06.2017 20:42
    Highlight Herr Huber,sie sind einer meiner liebsten Watson Autoren :)
    25 2 Melden
  • Luca Brasi 24.06.2017 20:33
    Highlight Wer hat diesen "Zappella feindlichen" Titel geschrieben? So schlecht war er auch nicht. Er hat einfach oft zu logisch gedacht.

    #teamzappella
    48 1 Melden
    • Darth Unicorn 24.06.2017 21:19
      Highlight Tzzz #teambaroni #teamscherrer #teamnico 😅
      12 5 Melden
    • Luca Brasi 24.06.2017 22:51
      Highlight Wir pflegten doch einst im selben Team zu sein, damals an einer gewissen EM im Sommer 2016, nicht wahr?

      ;P
      12 1 Melden
    • Darth Unicorn 24.06.2017 23:30
      Highlight Herr brasi wir sind immer noch im gleichen Team, Team italia, denn abseits von Fussball gibt es kein geileres Land / Kultur als Italien ❤
      10 15 Melden
    • #bringhansiback 25.06.2017 00:20
      Highlight #teamscheissauffussballaberhauptsachebier ?
      19 6 Melden
    • Schlumpfinchen 25.06.2017 08:23
      Highlight Ich schliess mich dem Team von #bringhansiback an.
      14 1 Melden

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Sie befinden sich auf entlegenen Inseln – oder mitten in einer Grossstadt. Manche sind weltbekannt, andere kennt kaum ein Mensch: Orte, die Normalsterbliche nicht betreten dürfen. Sei es, dass es dort schlicht zu gefährlich ist, sei es, dass Menschen dort ein Störfaktor sind – der Globus ist voller «verbotener Orte».

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