Zürich
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Balthasar Glättli

Der grüne Nationalrat Balthasar Glättli gehört zu den letzten Liz-Studierenden der Schweiz. Ob er seinen Abschluss noch holt, ist unklar.   Bild: watson

Letzte Prüfungs-Chance

Verlümmelt Balthasar Glättli sein Liz-Studium?

Ab dem 20. Oktober müssen sich die letzten Liz-Studenten der Schweiz an der Uni Zürich zur Prüfung voranmelden. Zu den Zitterkanditaten gehören unter anderem die Nationalräte Balthasar Glättli und Cédric Wermuth.

17.10.14, 17:17

Die Tage sind gezählt. Haben die Studenten jetzt nicht alle Scheine, Seminararbeiten und die Lizentiatsarbeit zusammen, waren all die Jahre Studium umsonst: Die letzten Studenten, die noch im alten Studiensystem studieren, haben ab nächstem Montag eine Woche Zeit, um sich für die Prüfungen an der Universität Zürich voranzumelden. Dann ist das Lizentiat endgültig Geschichte. 

Es sind nicht wenige, die in diesen Tagen zum wiederholten Male fieberhaft ihre Bestätigungen und Zulassungsreglemente durchgehen und an den letzten Sätzen ihrer Liz-Arbeit feilen: «Derzeit sind noch rund 800 Personen im Lizentitatsstudium», sagt Bettina Jakob, Mediensprecherin der Universität Zürich.

Sie sind die «Lizlümmel», eine aussterbende Gattung des alten Systems, das 2006 vom Bologna-System mit Bachelor und Master abgelöst wurde.

Wermuth ist auf Kurs, Glättli will nichts mehr sagen

Einer der prominentesten Liz-Zitterkandidaten ist Nationalrat Cédric Wermuth. Er bastelte gerade an den letzten Tabellen seiner Abschlussarbeit zum Thema «Urban Governance», als watson anrief. Der SP-Nationalrat ist guten Mutes: «Der Druck ist da, die Zeit ist knapp, aber es sollte hinhauen. Ich habe alle Leistungsnachweise erbracht und werde meine Liz-Arbeit pünktlich zum 27. Oktober abgeben können», sagt er.

Wermuth hat seinen Brötchenjob unterbrochen, um Zeit für seinen Studienabschluss zu haben. «Für mich war es klar, dass ich dieses Studium jetzt abschliessen will. Sonst hätte ich Punkte im Bachelor nachholen und einen grossen Teil des Masters wiederholen müssen», sagt er. 

Bei Balthasar Glättli dürfte es knapp werden. Schon im Frühling erklärte er, dass er sich nicht sicher sei, ob er seine Ämter mit den zeitlichen Erfordernissen des Studiums unter einen Hut bringen würde. Gegenüber watson wollte Glättli keine Stellung nehmen. Er sei in den Ferien, lässt er per SMS ausrichten. Hat er sich zurückgezogen, um seine Liz-Arbeit fertig zu schreiben? Oder hat der Grüne Nationalrat schon aufgegeben? Diese Fragen beantwortete Glättli seit Mittwoch nicht.

Glättli studiert Philosophie, Linguistik und Neuere deutsche Literatur. Daneben jongliert er eine eigene Firma, das Nationalratsmandat und die Zusatzbelastung als Fraktionspräsident. Sollte er sein Lizentiatsstudium jetzt nicht abschliessen, würde Glättli in ein Bachelorstudium zurückfallen.



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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 17.10.2014 23:53
    Highlight Neuigkeits- und Informationswert 00.interessiert keine Sau
    15 12 Melden
  • Ridcully 17.10.2014 22:09
    Highlight Ui nein... bloss Bachelor... so schlimm he!
    Was soll ich armer Trottel da denken, der ganz ohne Uniabschluss durchs Leben wankt? Kann froh sein, dass ich Stubenrein bin.. so als Nichtakademiker...
    Ganz ehrlich: Wenn Glättli Eier hat, lässt er das Liz sausen, denn ein Leben hat er doch schon.. das Wissen auch ... blos noch so ein "Fötzel" fehlt ... brauchts den wirklich um weiter "performen" zu können? Echt?
    13 17 Melden
  • BeWi 17.10.2014 21:35
    Highlight typisch, es bezahlen ja "die anderen", die "Geldsäcke".. die Grünen und Linken können ja etwas vor sich hin studiererlen.. wen kümmert das schon.. ich hoffe nur sehr schwer dass endlich in der CH auch das Studieren etwas kosten wird. Nur so werden es diese Schmarotzer lernen...
    15 51 Melden
    • oskar 18.10.2014 00:06
      Highlight das ist ja wohl der schwachsinnigste post des tages. glättli hat ja nicht so lange an seinem studium, weil er daneben nichts tut, sondern genau weil er eben mehr arbeitet als studiert. wenn man nicht mehr will, dass einer ewiglange berufsbegleitend studiert (und jedes senester studiengebühren bezahlt), man halt studienzeiten beschränken. eine erhöhung von studiengebühren würde nur dazu führen, dass sich nur noch reiche das studieren leisten könnten und alle anderen sich heillos verschulden. sie wollen, dass nur noch goldküstenkinder studieren??? wohl kaum
      28 6 Melden
    • Der letzte Lizlümmel 18.10.2014 01:17
      Highlight Sehr geehrter Herr BeWi. Sie haben da was falsch verstanden. Der Herr Glättli hat Jahre lang Studiengebühren bezahlt, ohne Leistungen dafür zu beziehen. Das ist eine sehr noble Geste. Danke! Von seinen Gebühren konnten viele Nichtgrüne und Nichtlinke profitieren, die kurz und billig durchstudiert haben.
      27 6 Melden
  • Bruno (1) 17.10.2014 20:31
    Highlight Relevanz! Geht euch und uns nichts an!
    10 5 Melden
    • gfc 17.10.2014 21:51
      Highlight Doch natürlich. Politiker sind Personen, die öffentlich wahrgenommen werden. Und das auch bewusst so wollen. Selbstverständlich ist es interessant, ob da jemand ein "Laueri" ist oder nicht.
      9 11 Melden
  • Tanuki 17.10.2014 17:42
    Highlight Ähm....Das mag alles sehr interessant für die Betroffenen sein, aber warum sind das News?
    28 7 Melden
    • dickmo 17.10.2014 19:13
      Highlight In der Nachrichtenwert-Theorie nach Schulz (1976) führen folgende 6 Faktoren zur Veröffentlichung von Nachrichten: 1. Zeitliche Nähe 2. Räumliche Nähe 3. Prominenz der Beteiligten 4. Überraschung 5. Negativität/Schaden 6. Personalisierung.

      Fünf Faktoren sind gegeben, da die letzte Anmeldefrist für die Liz-Prüfungen nächste Woche anläuft, das ganze in Zürich/CH sich abspielt, mit den Herren Glättli und Wermuth national als mehr oder weniger bekannte Akteure vor einem möglichen Misserfolg stehen, was sich gut personalisieren lässt. Überraschend sind die Lizlümmel aber nicht, das ist richtig.
      22 5 Melden
    • sewi 17.10.2014 20:23
      Highlight Weil ein Grossteil der Linksgläubigen Fraktion noch nicht weiss dass sich diese Taugenichtse nicht mit harter Arbeit sondern mit stumpfsinnigen ewiggestrigem blabla bemerkbar machen
      11 33 Melden

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