Zürich

Blick auf Zürich West. Bild: KEYSTONE

Balsam für das zürcher Ego

Gibt es bald 450'000 Stadtzürcher?

1974 fiel die Einwohnerzahl der grössten Schweizer Stadt unter die Grenze von 400'000. Jetzt hat Zürich diese Marke wieder überschritten – und bald könnte sogar der Rekord von 1962 fallen. 

24.01.14, 17:33

Der 22. Januar 2014 war ein historischer Tag: In der Stadt Zürich waren erstmals seit 1974 wieder mehr als 400'000 Einwohner gemeldet. Exakt 400'028 waren es, wie das städtische Präsidialdepartement am Freitag verkündete.  

Und die Zwinglistadt wächst weiter: Bis 2025 soll ihre Einwohnerzahl – je nach Szenario – auf bis zu 450'000 steigen. Während das Präsidialdepartement das Wachstum «erfreulich» nennt und als Beleg für die hohe Attraktivität der Stadt sieht, wird es manchen Bewohnern allmählich zu eng. Sie reden vom «Dichtestress», der mit der zunehmenden Einwohnerzahl zwangsläufig steige. 

Da hätte der Dichtestress aber schon 1962 nahezu unerträglich sein müssen: Nachdem die 400'000er-Grenze 1952 zum ersten Mal überschritten worden war, tummelten sich damals mehr als 440'000 Menschen innerhalb der Stadtgrenzen. Mehr Leute beanspruchten damals weniger Raum; grosse Familien lebten in kleinen Wohnungen. 1973 bewohnte eine Person im Schnitt nur 31,6 Quadratmeter Wohnfläche – heute sind es über 41 Quadratmeter

Allerdings waren die Leute damals weniger mobil: 1970 arbeiteten unglaubliche 92 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Stadt, 2010 waren es nur noch 69 Prozent. Mehr Verkehr ist die Folge dieser Entwicklung.

Stadtflucht

Mit dem steigenden Wohlstand und der zunehmenden Motorisierung nahm in den Sechzigerjahren die Einwohnerzahl kontinuierlich ab. Vor allem junge Familien wanderten massenweise in die Agglomeration ab. 1974 fiel die Einwohnerzahl unter die 400'000er Grenze und erreichte 1989 mit knapp unter 356'000 Personen einen Tiefststand. Seither nimmt die Zahl der Zürcherinnen und Zürcher wieder zu.

Gewachsen ist die Bevölkerungszahl vor allem in den nördlichen und westlichen Quartieren, namentlich in Affoltern und im Kreis 11. In den Stadtkreisen 1 bis 4 sowie 7 und 8 wohnen heute jedoch weniger Personen als vor 40 Jahren. 

Der Zürcher Kreis 11 ist besonders stark gewachsen. Bild: KEYSTONE

Weniger Einwohnerinnen und Einwohner in der Innenstadt

Bevölkerungsentwicklung 1973 – 3. Quartal 2013 Bild: Stadt Zürich

Etwas mehr Zürcherinnen. Und viele Deutsche

Die Einwohnerschaft der Stadt setzt sich aus nicht weniger als 174 Nationen zusammen. Etwa ein Drittel der Zürcherinnen und Zürcher haben einen ausländischen Pass. 26 Prozent der Ausländerinnen und Ausländer sind Deutsche. Sie sind die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe. 

Die Frauen sind mit einem Anteil von 50,3 Prozent etwas stärker vertreten als die Männer. 13 Prozent der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Das Durchschnittsalter beträgt 41,6 Jahre. Die älteste in Zürich lebende Person ist 106 Jahre alt. 

Über die Hälfte der Zürcherinnen und Zürcher sind christlichen Glaubens (29,5 Prozent katholisch und 23,4 Prozent reformiert). 53 Prozent der Bevölkerung ist ledig, ein Drittel verheiratet, 9 Prozent geschieden und 4 Prozent verwitwet. (dhr/sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • mehblau 27.01.2014 18:39
    Highlight Mehr Einwohner, mehr Wohnfläche, mehr Mobilität: Zürich brauch eine zukunftsgerichtete BZO. Und nicht, was Odermatt dafür hält.
    0 0 Melden

Gegen das Bauchgefühl: Die Stapo Zürich muss dir neu sagen, weshalb sie dich kontrolliert

Das Bauchgefühl ist kein ausreichendes Kriterium für eine Personenkontrolle. Für die Zürcher Stadtpolizei gelten seit Anfang November einheitliche Standards und klare Kriterien. Damit sollen Kontrollen aufgrund von äusseren Merkmalen, wie Hautfarbe, sogenanntes Racial Profiling, verhindert werden.

Stadtzürcher Polizisten müssen dem Kontrollierten in Zukunft Gründe für die Personenkontrolle angeben. Eine Quittung, wie dies teilweise gefordert wurde, wird es vorerst nicht geben. Es sei wenig klar, ob ein allfälliger Nutzen den administrativen Mehraufwand rechtfertige, teilte das Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich am Montag mit.

Ausserdem würden mit dem Ausstellen von Quittungen die Daten von allen Personen erfasst, und zwar nicht nur von denen, die verzeigt oder verhaftet werden. …

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