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epa01271251 French edition of the book 'Misha: A memoir of the Holocaust Years' (Survivre avec les loups) written by Belgian author Misha Defonseca, in a bookstore in Brussels, Belgium, 29 February 2008. The author of the book, whose real name is Monique Dewael, has admitted she invented the supposedly autobiographic story of a jewish girl who was adopted by a pack of wolves during World War II.  EPA/HERWIG VERGULT BELGIUM OUT BELGA/VERGULT

Bild: EPA

«Überleben unter Wölfen»

Sie schrieb eine gefälschte Holocaust-Autobiografie und muss nun Millionen zahlen 

Misha Defonseca präsentierte in den Neunzigern eine spektakuläre Geschichte: Sie sei als Achtjährige vor den Nazis geflohen und habe bei Wölfen Zuflucht gefunden. Die Story entpuppte sich als Lüge – die die Autorin nun teuer zu stehen kommt.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Mit der angeblichen Geschichte über ihre Flucht vor den Nazis gelangte eine belgische Autorin Ende der neunziger Jahre zu Ruhm. In «Überleben unter Wölfen» behauptete Misha Defonseca, sie habe den Holocaust überlebt, weil sie als achtjähriges, jüdisches Mädchen von einem Rudel Wölfe aufgenommen wurde. In mehr als 20 Sprachen wurde ihre unglaubliche Geschichte übersetzt – bis Defonseca 2008 gestand, die Geschehnisse erfunden zu haben.

Das kommt die in den USA lebende Autorin, die in Wahrheit Monique de Wael heisst, nun teuer zu stehen. Ein US-Gericht hat die Belgierin dazu verurteilt, ihrem Verleger 22,5 Millionen Dollar (rund 19,9 Millionen Franken) zu zahlen. Das Gericht im Bundesstaat Massachusetts kam zu dem Schluss, dass sie zuvor vor Gericht erstrittene Autorenrechte zurückerstatten muss.

** ARCHIV ** Die Holocaust-Ueberlebende Misha Defonseca, aufgenommen in ihrem Garten in Millis, USA, am 19. Aug. 2001. Defonseca hat von einem US-Gericht 26 Millionen Dollar (29,2 Millionen Euro) Schadenersatz zugesprochen bekommen, weil ihr Verleger sie um das Honorar fuer ihre Memoiren betrogen hat. (AP Photo/Tom Herde-The Boston Globe)  --zu APD1244--

Die belgische Autorin Misha Defonseca. Bild: AP

In «Überleben unter Wölfen» hatte Defonseca berichtet, wie ihre Eltern 1941 von der Gestapo verschleppt wurden. Sie selbst sei über Belgien, Deutschland und Polen geflohen, heisst es in der Autobiografie. Auf der Tausende Kilometer langen Flucht sei sie von Wölfen begleitet und schliesslich in das Rudel aufgenommen worden. 2007 kam die Geschichte sogar als Film in die Kinos. 

Autorin ist keine Jüdin

Nachdem Zweifel an ihrer Story aufkamen, gestand Defonseca im Februar 2008 den Betrug. Es stellte sich heraus, dass sie nicht einmal Jüdin war, sondern in eine katholische Familie geboren wurde. Ihre Eltern seien als Widerstandskämpfer allerdings tatsächlich von der Gestapo verhaftet worden, behauptete Defonseca. Als Waisin habe sie sich ein Leben fern von den Menschen gewünscht – so sei die Geschichte mit den Wölfen entstanden. 

«Der vorliegende Fall ist einzigartig», kommentierte Richter Marc Kantrowitz nun. «Hoffentlich ist diese Geschichte nun abgeschlossen.»

(gam/AFP/Spiegel Online)



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