Adolf Hitler
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Germany's Sami Khedira (R) celebrates with Mesut Ozil (L) and Miroslav Klose scoring against Brazil during their 2014 World Cup semi-finals at the Mineirao stadium in Belo Horizonte July 8, 2014. REUTERS/Leonhard Foeger (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

Deutschlands Triumph liess Twitter erbeben. Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Nazi-Anspielungen auf Twitter

«Gut gemacht ... bravo ... lang lebe Hitler ...»



Der 7:1-Sieg der deutschen Nationalelf gegen Brasilien im WM-Halbfinal setzte auch auf Twitter neue Massstäbe. Das Spiel generierte 35,6 Millionen Tweets, so viele wie kein Sportanlass zuvor. Beim 5:0 durch Sami Khedira wurde mit 580'166 Tweets pro Minute sogar ein neuer absoluter Twitter-Rekord registriert.

Das grosse Zwitschern enthielt Witziges, Belangloses und auch Ärgerliches. Für einen mittleren Aufruhr sorgte ein Politiker aus dem fernöstlichen Staat Malaysia. Bung Moktar Radin, ein Abgeordneter der Regierungspartei UNMO, äusserte seine Begeisterung über den deutschen Sieg auf mehr als nur grenzwertige Weise:

Bungs Hitler-Referenz löste nicht nur unter Twitter-Usern einen Shitstorm aus. Holger Michael, der deutsche Botschafter in Malaysia, verwahrte sich gegen «die unakzeptable Anspielung auf das faschistische Regime von Adolf Hitler». Auch Premierminister Najib Razak rief seinen Parteifreund zur Räson:

Bung gab sich vordergründig einsichtig und veröffentlichte eine Entschuldigung, natürlich auf Twitter:

Echte Einsicht aber zeigte er nicht. In einem Interview mit der Zeitung «The Star» goss Bung Moktar Radin vielmehr noch Öl ins Feuer: «Ich weiss nicht, was die Leute haben. Hitler ist ein Teil der Geschichte, und das deutsche Team hat genauso gekämpft wie er.»

Man könnte die Episode als typischen Fall von asiatischer Ignoranz gegenüber der europäischen Geschichte abtun (umgekehrt ist es nicht besser). Doch eine Twitter-Auswertung ergab eine fast schon explosionsartige Vermehrung der Begriffe «Nazi» und «Hitler» am Spieltag. Der Top-Tweet stammt von einem in São Paulo lebenden argentinischen Autor: «Oh mein Gott, das ist Hulk gegen Hitler.»

Das «New York Magazine» listete eine Reihe von Tweets mit Nazi-Anspielungen auf, teilweise aus seriöser Quelle.

Fazit: Die Deutschen können tun, was sie wollen, sie werden die Nazis nicht los. (pbl)

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