Afrika
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Machtkampf um Präsidentenamt

Jetzt geht das Gerangel los: Zwei Militärs streiten sich um Macht in Burkina Faso



Nach dem Rücktritt Blaise Compaorés als Staatschefs von Burkina Faso ist unter den Militärführern des Lands offenbar ein Machtkampf um das Amt des Übergangspräsidenten entbrannt. Oberst Zida und Militärchef Traoré liessen sich beide als Staatsoberhaupt ausrufen.

Burkina Faso's military chief General Honore Traore (C) speaks with fellow officers before a news conference announcing his takeover of power, at army headquarters in Ouagadougou, capital of Burkina Faso, October 31, 2014. Traore, the head of Burkina Faso's armed forces, took power on Friday after President Blaise Compaore resigned amid mass demonstrations against an attempt to extend his 27-year rule in the West African country. REUTERS/Joe Penney (BURKINA FASO - Tags: POLITICS CIVIL UNREST MILITARY)

Militärchef Traoré mit Gefolgsleuten. Bild: JOE PENNEY/REUTERS

Der Vizechef der Präsidentengarde, Oberst Isaac Yacouba Zida, stellte sich wenige Stunden, nachdem Militärchef Honoré Traoré am Freitag seinen Machtanspruch bekundet hatte, gegen den Armeechef.

In einer von einem privaten Fernsehsender übertragenen Ansprache sagte Zida, er werde als Übergangsstaatschef die «staatliche Kontinuität» wahren und in Zusammenarbeit mit den politischen Parteien und den Organisationen der Zivilgesellschaft für einen «ruhigen demokratischen Übergang» sorgen.

Burkinese Lieutenant-Colonel Issaac Zida of the presidential guard leaves after reading a press release by the army chief after the resignation of Burkina Faso's president in Ouagadougou on October 31, 2014. Burkina Faso's embattled President Blaise Compaore announced that he was stepping down to make way for elections after a violent uprising against his 27-year rule. His resignation came as tens of thousands of protesters demanded that he quit immediately after a day of unrest that saw mass demonstrations, with protesters storming and setting fire to parliament. AFP PHOTO / ISSOUF SANOGO

Oberst Zida meldete seinen Machtanspruch nur Stunden nach Konkurrent Traoré an. Bild: AFP

Die Erklärung, mit der Traoré das Präsidentenamt für sich beansprucht hatte, wies Zida als «unwirksam» zurück. Zida forderte die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) auf, das burkinische Volk bei dieser «schweren Prüfung» zu unterstützen.

Ex-Präsident «an einem sicheren Ort»

Zugleich erklärte er, dass der zurückgetretene Präsident Blaise Compaoré «an einem sicheren Ort» untergebracht sei. Die «Sicherheit» und das «Wohlergehen» Compaorés seien gewährleistet. Wie aus französischen Diplomatenkreisen in Paris verlautete, floh Compaoré aus der Hauptstadt Ouagadougou und reiste in den Süden des Landes.

Nach Massenprotesten gegen eine Verfassungsänderung zugunsten von Präsident Compaoré hatte am Donnerstagabend die Armee die Macht in Burkina Faso übernommen. Compaoré gab am Freitag nach 27 Jahren an der Macht seinen Rücktritt bekannt. Er war seit 1987 an der Macht gewesen. (sda/afp)

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