DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
People inspect the wreckage of a car hit by an air strike in the central Yemeni province of al-Bayda April 19, 2014. The air strike killed 13 suspected al Qaeda militants in the central Yemeni province of al-Bayda on Saturday, security and tribal sources said. REUTERS/Stringer (YEMEN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Ein Fahrzeug, das bei der dreitägigen Operation zerstört wurde. Bild: Reuters

Grossoperation im Jemen

Können wir jetzt ruhiger fliegen? Berüchtigter Bombenbauer der Al-Kaida angeblich getötet



Während die christliche Welt Ostern feierte, erlebte Jemen ein blutiges Wochenende. Bei einer mehrtägigen Operation kamen Dutzende Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida ums Leben. Das Innenministerium in der Hauptstadt Sanaa sprach von 55 getöteten Extremisten allein am Sonntag. Der Einsatz im Süden des Landes dauerte von Samstag bis Montag, beteiligt waren US-Drohnen, jemenitische MIG-29-Kampfjets sowie Elitesoldaten.

Unter den Toten befindet sich angeblich einer der meist gesuchten Terroristen: Ibrahim al-Asiri, der gefürchtete Chef-Bombenbauer der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), wie der Ableger des Terrornetzwerks im Jemen genannt wird. Er soll in der Nacht zum Montag in der Provinz Schabwa bei einem Angriff von jemenitischen Spezialeinheiten auf einen Geländewagen umgekommen sein.

Handout picture of Saudi fugitive Ibrahim Hassan al-Asiri as seen at the Saudi interior ministry of the most wanted terror suspects. A Saudi bombmaker believed to be working with al Qaeda's Yemen-based wing is a key suspect in the parcel bomb plot against the United States, a U.S. official said on October 30, 2010. Asiri, who tops a Saudi Arabian terrorism wanted list, is the brother of a suicide bomber killed last year in a bid to assassinate Saudi counter-terrorism chief Prince Mohammed bin Nayef. REUTERS/Saudi Interior Ministry/Handout   (SAUDI ARABIA - Tags: POLITICS IMAGES OF THE DAY) THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS - RTXU32E

Ibrahim al-Asiri. Bild: Reuters

Augenzeugen sagten, sie hätten ein zerstörtes Fahrzeug und drei verkohlte Leichen gesehen. Nach dem Angriff seien die Leichen in einen Helikopter geladen und weggebracht worden. Regierungsbeamte in Sanaa zeigten sich gegenüber der britischen «Daily Mail» zuversichtlich, dass sich al-Aisri unter den Toten befindet. Ein DNA-Test soll den Beweis liefern. Falls sich die Vermutung bestätigt, wäre dies der grösste Erfolg im Kampf gegen islamistische Terroristen seit der Tötung von Osama bin Laden vor drei Jahren.

Der 32-jährige Ibrahim al-Asiri, ein gebürtiger Saudi, war bestrebt, möglichst raffinierte Bomben zu bauen, mit denen er die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen überlisten und Flugzeuge in die Luft sprengen konnte. Er soll die Unterhosen-Bombe konstruiert haben, die der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab an Weihnachten 2009 in einer Passagiermaschine über der US-Stadt Detroit erfolglos zünden wollte. Auch die mit Plastiksprengstoff präparierten Druckerpatronen, die 2010 zwei Frachtflugzeuge mit Ziel USA zum Absturz bringen sollten, gingen auf sein Konto.

Den eigenen Bruder geopfert

Seine Ruchlosigkeit stellte al-Asiri 2009 unter Beweis, als er seinen jüngeren Bruder Abdullah mit einer Bombe im After auf eine Selbstmordmission schickte. Er sollte sich als reuiger Terrorist ausgeben und den für die Terrorbekämpfung zuständigen saudischen Prinzen Mohammed bin Naif töten. Der Anschlag scheiterte: Die Bombe zerfetzte Abdullah, der Prinz wurde nur leicht verletzt.

Die Grossoperation vom Wochenende in Jemen galt jedoch nicht in erster Linie dem berüchtigten Bombenbauer, wie US-Regierungsbeamte erklärten. Ausgelöst wurde sie durch ein neues Video. Es zeigt ein Treffen von rund 100 mutmasslichen Dschihadisten in einem Trainingscamp im jemenitischen Gebirge. Dabei handelte es sich laut dem US-Sender CNN um «die grösste und gefährlichste Al-Kaida-Versammlung seit Jahren».

Bild

Nasir al-Wuhayshi spricht zu den Dschihadisten. Bild: Screenshot

Als Hauptredner trat Nasir al-Wuhayshi auf, der selber aus dem Jemen stammt und als Nummer zwei des Terrornetzwerks hinter dem Ägypter Aiman al-Sawahiri gilt. Er war einst der Privatsekretär von Osama bin Laden und flüchtete nach der US-Invasion in Afghanistan 2001 in den Iran. Von dort wurde er in seine Heimat ausgeliefert, doch 2006 gelang ihm zusammen mit anderen Al-Kaida-Kämpfern ein spektakulärer Ausbruch aus einem Hochsicherheits-Gefängnis.

Der ungenierte Auftritt von al-Wuhayshi in dem Video, in dem er den «Kreuzrittern» und vor allem den USA mit der Vernichtung drohte, sorgte in US-Regierungskreisen für Konsternation. Offenkundig fühlte sich Washington zum Handeln gezwungen. Nun gibt es Gerüchte, dass sich auch al-Wuhayshi unter den Opfern des Grosseinsatzes befindet. Auch in diesem Fall soll ein DNA-Test für Klarheit sorgen. Dies dürfte erst in einigen Tagen der Fall sein.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die grosse 9/11-Verschwörung – und was davon zu halten ist

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 erschütterten die Welt. 19 Jahre danach sind viele immer noch überzeugt, dass es sich um eine von den USA inszenierte Verschwörung handelte. Wir machen den Reality Check.

Es ist eines jener weltgeschichtlichen Ereignisse, bei denen jeder Mensch genau sagen kann, wo er sich aufgehalten hat, als er davon erfuhr. Am 11. September 2001 rasten zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center (WTC) in New York. Eine weitere Maschine kollidierte mit dem Pentagon in Washington, und ein vierter Jet, der vermutlich in Richtung Washington unterwegs war, zerschellte im Bundesstaat Pennsylvania am Boden.

Die Anschläge von 9/11 erschütterten die Welt. Als …

Artikel lesen
Link zum Artikel