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Nicht radikal genug

ISIS-Dschihadisten sagen sich von Al-Kaida los



Die Dschihadistengruppe «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» (ISIS) hat sich offiziell vom Al-Kaida-Netzwerk losgesagt. Der Grund für die Spaltung: Die Ideologie der Al-Kaida um den Ägypter Eiman al-Sawahiri ist den ISIS-Dschihadisten nicht radikal genug.

Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Audio-Botschaft hervor, die ISIS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani zugeschrieben wird. Darin heisst es, die Al-Kaida-Führung unter Eiman al-Sawahiri habe sich von den Grundsätzen des «Heiligen Krieges» entfernt und die Bewegung der «Gotteskrieger» gespalten.

«Bitterkeit erfüllt unser Herz»

ISIS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani

Der irakische Dschihadist behauptete, Al-Kaida habe sich von dem Ziel der Gründung eines grossen islamischen Kalifats verabschiedet und spreche jetzt sogar von der Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens mit den orientalischen Christen. Dies komme für ISIS aber nicht infrage. «Bitterkeit erfüllt unser Herz», klagte Al-Adnani angesichts dieser Spaltung der «Dschihadisten»-Bewegung.

Nach Saddam Husseins Sturz gegründet

ISIS war im Irak entstanden, nachdem die US-Truppen 2003 den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten. Die Dschihadistengruppe unter der Führung von Abu Omar al-Baghdadi nannte sich in ihren Anfangszeiten «Al-Kaida im Zweistromland», später dann «Islamischer Staat im Irak».

Sie hat ihr Einflussgebiet inzwischen auf die syrischen Rebellengebiete ausgedehnt. Die ISIS-Lager in Syrien gelten inzwischen als erste Adresse für Dschihadisten aus aller Welt.

Al-Sawahiri hatte in den vergangenen Monaten mehrfach vergeblich versucht, den Konflikt zwischen der mit Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front und ISIS in Syrien zu lösen. Seit Anfang des Jahres kämpfen Angehörige der beiden Gruppen gegeneinander.

Al-Sawahiri hatte vorgeschlagen, der Anführer der Al-Nusra-Front, Abu Mohammed al-Dschaulani, solle die Führung über alle Al-Kaida nahestehenden Islamisten in Syrien übernehmen. Al-Baghdadi solle weiterhin die Nummer eins im Irak sein. Dies hatte die ISIS-Führung, die in Syrien ihre Hochburg in der Provinz Al-Rakka hat, abgelehnt. (sda/dpa)

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