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Orban hofiert Erdogan und verspricht ungarische Hilfe für Nordsyrien

Publiziert: 07.11.19, 20:12

Bild: EPA

Ungarn will sich an Wiederaufbau-Projekten der Türkei in dem von ihr besetzten Teil Nordsyriens beteiligen. «Die Türkei kann im Rahmen unserer Möglichkeiten mit unserer Unterstützung rechnen.»

Das erklärte Ministerpräsident Viktor Orban am Donnerstag an der Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Budapest.

Erdogan habe ihm die Pläne für den Wiederaufbau in der «Sicherheitszone» gezeigt, sagte Orban. Dabei handelt es sich um jenes Gebiet im umkämpften Nordsyrien, in das die Türkei am 9. Oktober mit Truppen einmarschiert ist, um die von ihr als Terrororganisation angesehene Kurdenmiliz YPG zu verdrängen. «Da sollen neue Städte, neue Dörfer, Schulen, Spitäler, Kirchen aufgebaut werden», sagte Orban.

Ungarn hat - anders als die anderen EU-Mitglieder - den türkischen Einmarsch nicht kritisiert. EU-Institutionen weigern sich auch, Projekte in der «Sicherheitszone» zu finanzieren. Sie gehen davon aus, dass dort kurdische Bewohner verdrängt und arabisch-syrische Flüchtlinge aus der Türkei mehr oder weniger zwangsweise angesiedelt werden sollen.

Erdogan wiederholte an der Pressekonferenz seine Drohung, die Tore für rund 3.6 Millionen syrische Flüchtlinge zu öffnen, sofern sich die Türkei mit der EU nicht über eine Lastenübernahme einigen kann. «Und wenn wir die Tore öffnen, ist ja ohnehin bekannt, wohin sie gehen werden», führte er weiter aus.

Orban pflegt zu Erdogan ein freundschaftliches Verhältnis. Seit 2018 ist Ungarn auch im Rat der turksprachigen Völker mit Beobachterstatus vertreten, obwohl es weder sprachliche noch kulturelle Beziehungen zur Region der Turkvölker hat. In der Innenstadt von Budapest demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Besuch Erdogans und für Solidarität mit den Kurden. (sda/dpa)

Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

Von der Türkei unterstützte syrische Milizionäre auf ihrem Weg nach Tal Abyad, Syrien. AP / Lefteris Pitarakis
EPA / SEDAT SUNA
Türkische Luftangriffe in Syrien haben zahlreiche Menschen getötet und verletzt. EPA / STRINGER
Die syrische Armee macht sich bereit. AP
Türkische Soldaten entladen gepanzerte Fahrzeuge nahe der syrischen grenze in Akcakale, Türkei. EPA / STR
Bombardierte Gebiete in Syrien, aufgenommen von der Türkei aus, nahe Akcakale. AP / Lefteris Pitarakis
Türkische Soldaten auf einem Schützenpanzer in Akcakale. EPA / STR
AP / Lefteris Pitarakis
Gepanzerte Fahrzeuge in der Südost-Türkei, an der Grenze zu Syrien. AP / Lefteris Pitarakis
Einsatzzentrale der türkischen Armee in Ankara. EPA / MURAT CETINMUHURDAR/TURKISH PRES
Syrer fliehen vor der Offensive in Ras al-Ain, Syrien. AP / Baderkhan Ahmad
Die Türkei hat ihren Militäreinsatz im Nordosten Syriens begonnen - gemeinsam mit pro-türkischen Rebellen gegen das Assad-Regime in Damaskus. Das teilte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch mit. Der Einsatz zielt gegen die kurdische YPG-Miliz. AP
Türkische Kampfjets beschossen am Mittwoch die Grenzstadt Ras al-Ain, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana und der türkische Sender CNN Türk übereinstimmend berichteten. AP / Lefteris Pitarakis
Er solle die «terroristische Bedrohung» an der türkischen Grenze beseitigen und Frieden schaffen. Zudem solle bei dem gemeinsamen Einsatz mit der Syrischen Nationalarmee (im Bild) eine «Sicherheitszone» geschaffen werden, um die Rückkehr syrischer Flüchtlinge zu erleichtern, schrieb Erdogan. EPA / STR
Die sogenannte Syrische Nationalarmee ist der neue Name eines Zusammenschlusses von syrischen Rebellengruppen, die an der Seite der türkischen Streitkräfte kämpfen. Die Schaffung der «Sicherheitszone» war im August mit den USA vereinbart worden. EPA / STR
Die türkische Armee sammelte sich seit Anfang Woche an der türkisch/syrischen Grenze. AP / Lefteris Pitarakis
Die syrischen Kurden hatten eine Generalmobilmachung ihrer Truppen verkündet. Angesichts der zunehmenden Drohungen der Türkei und ihrer syrischen «Söldner» seien alle aufgerufen, sich an die Grenze zu begeben, um in diesen «kritischen historischen Momenten» Widerstand zu leisten. EPA / STRINGER
Am Montag gab das Weisse Haus bekannt, dass die USA der Türkei nicht im Weg stehen werde. EPA / US ARMY/STAFF SGT. ANDREW GOEDL

Syrische Armee unterstützt Kurden in Nordsyrien

Video: SRF / Roberto Krone

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