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Italien im Lockdown: Dieses Szenario droht auch der Schweiz. Bild: EPA

Diese Grafiken zeigen, dass wir auf dem besten Weg zum «Szenario Italien» sind

Eine Datenanalyse zeigt, dass die Schweiz und ein Dutzend andere westliche Länder auf dem Weg sind, wie Italien im Corona-Chaos zu versinken – und warum es jetzt Zeit ist, zu handeln.

Publiziert: 13.03.20, 13:34 Aktualisiert: 14.03.20, 09:42

In einem vielbeachteten Artikel ruft der US-Amerikaner Tomas Pueyo Politiker und Geschäftsleute auf der ganzen Welt dazu auf, sofort drastische Massnahmen in Bezug auf das Coronavirus einzuleiten. Mit einigen wenigen Grafiken macht er deutlich, was eintreffen wird, wenn dies nicht geschieht. Wir haben den Artikel für euch übersetzt, auf die Schweiz angepasst und aktualisiert.

(Hinweis 13.03., 13.30 Uhr: Wir haben die Grafiken mit den neusten Zahlen ergänzt. Das Bild bleibt identisch.)

Im Artikel geht es um die Frage, wann und welche Massnahmen ergriffen werden sollten. Das Fazit von Pueyo ist simpel: «Das Coronavirus kommt zu euch, in exponentieller Geschwindigkeit, zuerst vorsichtig und dann plötzlich. Die Gesundheitsversorgung wird einbrechen. Das bedeutet: Lasst so viele Leute zu Hause wie möglich, und zwar ab sofort.»

Mit folgenden Grafiken unterlegt er seine Behauptung:

Weltweite Anzahl Betroffene

Die totale Anzahl Fälle wuchs exponentiell, bis China sie eindämmte. Aber dann schaffte das Virus den Sprung ins Ausland und wurde zu einer Pandemie, die niemand mehr stoppen konnte.

Total weltweit Betroffene des Coronavirus

grafik: tomas pueyo

Betroffene ausserhalb Chinas

Betrachtet man nur die Fälle ausserhalb Chinas, zeigt sich folgende Kurve. Die meisten Fälle hier beziehen sich auf die Länder Italien, Iran und Südkorea.

Total Betroffene ausserhalb Chinas

grafik: tomas pueyo

Betroffene nach Land

Lass uns also die Anzahl Betroffener nochmals nach Land aufsplitten, hier mit den drei sehr stark betroffenen Ländern Italien, Iran und Südkorea.

Total Betroffene nach Ländern

Bild: watson

Betroffene nach Land (ohne China, Südkorea, Italien und Iran)

Lassen wir diese stark betroffenen Länder einmal weg und zoomen in die untere rechte Ecke. Schnell erkennt man, dass sich da mehrere Länder mit exponentiellen Wachstumsraten befinden. Zum heutigen Zeitpunkt sind dies vorwiegend westliche Länder.

Total Betroffene nach Ländern

Bild: watson

Der Kurvenvergleich

Vergleicht man nun nur Italien und die Schweiz, sieht man den drastischen Unterschied der momentanen Situation in den Ländern.

Total Betroffene in der Schweiz und Italien

Bild: watson

Und nun kommen wir zur wohl wichtigsten Grafik dieses Artikels: Legt man die Kurven so übereinander, dass beide Kurven am Tag ihres ersten Befundes (Tag 1) starten, sieht man, dass die Schweizer Kurve der italienischen fast exakt folgt. Italien ist der Schweiz jedoch 12 Tage voraus.

Wird die Ausbreitung also nicht gebremst, befinden wir uns in spätestens 12 Tagen im Szenario Italien.

Total Betroffene in der Schweiz und Italien ab Tag 1

Bild: watson

Doch nicht nur die Schweizer Kurve folgt Italien. Auch Spanien, Frankreich und Deutschland befinden sich in einem ähnlichen Stadium wie die Schweiz.

Total Betroffene in Europa ab Tag 1

Bild: watson

Wenn also nicht in allen betroffenen Ländern drastische Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung getroffen werden, wird sich die momentane Situation in Italien in diesen Ländern mit einigen Tagen Verzögerung wiederholen. In Deutschland und Spanien scheint sich die Kurve gar steiler zu entwickeln.

Der Bundesrat hält am Freitagmorgen Sitzung zum Thema Coronavirus. Im Anschluss findet eine Pressekonferenz statt. Dann werden wir erfahren, welche weiteren Massnahmen die Schweiz im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus ergreift.

(ref/lea/leo via Medium)

Das Coronavirus legt ganz Italien lahm

Der Petersplatz in Rom: Hier stehen sich normalerweise die Touristen auf den Füssen. Am 11. März 2020 ist er praktisch leer. EPA/Massimo Percossi EPA / Massimo Percossi
Gähnende Leere auch in diesem Einkaufsviertel von Rom. Bis gestern schlossen die Läden um 18 Uhr, jetzt müssen sie ganz zu bleiben. EPA / MASSIMO PERCOSSI
Rom ist das beliebtestes Reiseziel in Italien. 15,2 Millionen Ankünfte und 36,6 Millionen Übernachtungen wurden 2018 gemeldet. Jetzt sieht es dort so aus. EPA / MASSIMO PERCOSSI
Der Verkehr auf den Autobahnen rund um Mailand ist normalerweise berüchtigt für sein Verkehrsaufkommen. Nicht so seit dem Lockdown. EPA / ANDREA FASANI
Auch hier in einer Strasse in Mailand ist kein Mensch. AP / Luca Bruno
Viel Platz und freie Sicht auf den Vesuv hat dieser Jogger in Neapel. AP / Alessandro Pone
Die San Gregorio Armeno ist eine berühmte Einkaufsstrasse in Neapel. Am 11. März war sie komplett ausgestorben. AP / Alessandro Pone
Die 89-jährige Albina Pascucci, 89, posiert für ein Foto aus dem Fenster ihrer Wohnung in Rom. AP / Alessandra Tarantino
Die Via della Conciliazione führt zum Petersplatz in Rom. Tausende Menschen passieren hier an normalen Tagen. Aber am 12. März 2020 ist nichts normal in Italien. EPA / RICCARDO ANTIMIANI
Die Via delle Medaglie d'Oro, ist eine von Roms meistbefahrenen Strassen. Sie führt zum Vatikan. Am 12. März ist sie leergefegt. EPA / ALESSANDRO DI MEO
Noch ein Blick in eine Strasse Roms. Kein Mensch weit und breit. EPA / MASSIMO PERCOSSI
Ein Marktplatz in Rom am 12. März 2020. Das Restaurant bleibt zu, der Markt wartet auf Kundschaft. EPA / Alessandro Di Meo

Hygienevorschriften für Infizierte von Coronavirus

Video: SRF / SDA SRF

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