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Google hat massig neue Gadgets präsentiert. Bild: AP/AP; front-bild: Tech Jugno

Googles Pixel-Phones sind schnell, sicher und smart – aber es gibt einen unschönen Haken

Google hat das Pixel 3 und das Pixel 3 XL offiziell vorgestellt. Die neuen Android-Smartphones sind schnell und smarter als die Konkurrenz – erscheinen aber wie die anderen enthüllten Gadgets offiziell nicht bei uns.

Publiziert: 10.10.18, 10:57 Aktualisiert: 11.10.18, 00:07

Mit den Pixel-Smartphones untermauert Google seine Ambitionen, es mit teuren Konkurrenzgeräten von Samsung und Huawei aufnehmen zu können. Das beste Argument für ein Handy aus dem Hause Google: Pixel-Käufer bekommen Android-Updates zuerst. Während Kunden von Samsung und Huawei noch auf die neuste Android-Version 9.0 warten, kommen die neuen Pixel ab Werk mit der neusten Software von Google.

Der Haken daran: Google wird die neuen Geräte weiterhin nicht offiziell bei uns vertreiben. Wer ein Pixel 3 oder ein anders der vorgestellten Gadgets erwerben möchte, wird diese zwar künftig problemlos im Online-Handel finden, unklar ist jedoch, wann und zu welchen Preisen die Geräte bei uns verfügbar sind.

Das Pixel 3 und Pixel 3 XL im Hands-on-Video

Die beiden neuen Modelle sind technisch identisch, unterscheiden sich aber durch die Display-Grösse (5.5- und 6.3-Zoll-Bildschirmdiagonale).  Video: YouTube/The Verge

Das kleinere Pixel 3 hat eine klassische Vorderseite ohne Displaykerbe

Das Pixel 3 hat eine Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll bei einer Auflösung von 2160 mal 1080 Pixel. bild: google

Das XL-Modell hat eine auffällige Displaykerbe (Notch). Darin untergebracht sind die Dual-Kamera und ein grosser Front-Lautsprecher.

Die XL-Version kommt auf 6,3 Zoll und eine extrem hohe Auflösung von 2960 mal 1440 Pixel.  bild: google

Trotz mehr Display haben sich die Gehäuseabmessungen gegenüber der letzten Generation kaum verändert. Beide Modelle sind mit Qualcomms derzeit schnellstem Prozessor ausgestattet, dem Snapdragon 845. Die neuen Pixel haben jeweils vier Gigabyte RAM und wahlweise 64 oder 128 Gigabyte Speicher. Achtung, es gibt keinen Einschub für eine MicroSD-Karte. Android-Nutzer bekommen dafür von Google unbegrenzten Cloud-Speicher für ihre Fotos und Videos.

Android sei Dank: Die umstrittene Notch des XL-Modells lässt sich in den System-Einstellungen ausblenden.

Beide Modelle werden vollständig mit Gesten bedient, die Navi-Buttons gibt es nicht mehr.

Die Rückseite ist neu aus Glas. So kann das Handy auch kabellos geladen werden.

Google nutzt auf der Rückseite eine Single-Kamera, die erfahrungsgemäss mit den Dual-Kameras der Konkurrenz mehr als mithalten kann.  bild: google

Mit dem Lade-Dock Pixel-Stand können die Smartphones kabellos aufgeladen werden.

Teures Zubehör: Das Lade-Dock kostet 79 Euro. Bild: EPA/EPA

Den Pixel-Phones liegt ein USB-C-Schnellladegerät bei, mit dem die Smartphones angeblich in 15 Minuten so weit geladen werden können, dass sie sieben Stunden durchhalten. Die mitgelieferten Kopfhörer werden ebenfalls über den USB-C-Port verbunden. Google legt den neuen Pixel-Handys zudem einen Adapter für ältere Klinken-Kopfhörer bei.

Neue Kamera-Funktionen

Die neue Funktion Top Shot sorgt dafür, dass beim Auslösen mehrere Bilder gemacht werden. Googles KI schlägt dann das beste vor.

Nochmals verbessert hat Google die Kamera-Funktion, die schon beim Vorgängermodell in unabhängigen Testberichten durchweg gelobt wurde. Durch ein aus der Satellitenfotografie abgeleitetes Verfahren wurde beispielsweise die digitale Zoom-Funktion erheblich verbessert, so dass Details in der Ferne besonders scharf erscheinen sollen.

Um einen grossen Ausschnitt auf das Foto zu bekommen, wurde der Weitwinkelbereich erweitert.

Eine Software-Korrektur sorgt dafür, dass die Gesichter trotzdem nicht verzerrt erscheinen.

Die Dual-Kamera auf der Vorderseite setzt sich aus einer normalen und einer Weitwinkelkamera zusammen, um mehr von der Umgebung abzulichten oder beispielsweise bei einem Gruppenselfie mehr Menschen ins Foto zu bringen.

Die Dual-Selfie-Kamera in Aktion

Während Selfies bei anderen Herstellern künstlich weichgezeichnet werden (Beauty-Modus), sind die Fotos beim Pixel 3 knackig scharf. 

Google präsentierte ausserdem einen spektakulären Nacht-Modus für Aufnahmen bei extrem wenig Licht, der dafür sorgt, dass die Objekte im Bild gut zu erkennen sind. Diese Funktion soll allerdings erst später per Softwareupdate freigeschaltet werden.

Diese drei Farben stehen zur Auswahl

Die Smartphones wird es in den Farben Just Black, Clearly White und der neuen Variante Not Pink geben. bild: twitter / evleaks

Neuer Sicherheit-Chip

Das Pixel 3 und das Pixel 3 XL enthalten erstmals einen besonders abgeschotteten Sicherheitschip, den Google «Titan M» nennt. Dieser ähnelt stark dem Konzept, das Apple bereits im Jahr 2013 beim iPhone eingeführt hat. Hier werden unter anderem biometrische Daten (Fingerabdruck) sowie verschlüsselte Informationen für digitales Bezahlen aufbewahrt. Der neue Sicherheit-Chip soll unter anderem verhindern, dass Unbefugte die PIN für den Sperrbildschirm oder gespeicherte App-Daten auslesen können.

Wie bei den Pixel-Modellen zuvor setzt der Internet-Riese auf seine Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Bei der Funktion «Google Lens», bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, werden dabei auch Informationen im Bild wie eine Adresse oder Telefonnummer identifiziert, ohne dass das Smartphone dafür in Kontakt mit der Cloud treten muss. Die Berechnung findet lokal auf dem Smartphone statt.

Die Geräte sind in den USA und ausgewählten Ländern wie Deutschland ab dem 2. November verfügbar. Schweizer Kunden müssen auf Online-Händler ausweichen, da Google die Geräte bei uns offiziell nicht verkauft.

Pixel 3 und Pixel 3 XL in Zahlen

  • Betriebssystem: Android 9.0 Pie
  • Prozessor: Snapdragon 845
  • RAM: 4GB
  • Speicher: 64 GB / 128 GB
  • Display: Gorilla Glas 5, OLED, 6.3 Zoll, 2960 x 1440 Pixel (XL) und 5.5 Zoll, 2160 x 1080 Pixel
  • Akku: 3430 mAH (XL) und 2915 mAH (Schnelllade-Funktion, kabelloses Laden)
  • Kamera: Front 2 x 8 MP (weitwinkel), Back 12,2 MP (optische und elektronische Bildstabilisierung)
  • Gewicht: 184 bzw. 148 Gramm
  • Sonstiges: Fingerabdrucksensor, USB Typ C (USB 3.1), Stereo-Front-Lautsprecher, Active Edge, IP68 (wasserfest), keine Audiobuchse
  • Preis: ab 899 US-Dollar (XL) bzw. ab 799 US-Dollar für das kleinere Modell

Und sonst?

Googles neuer Surface-Pro-Klon kommt mit Digital-Stift und einer andockbaren Tastatur

Das Pixel Slate ohne Tastatur und Stift kostet 600 bis 1600 US-Dollar. Bild: EPA/EPA

Das Pixel Slate ist ein Tablet-Laptop-Hybrid und läuft mit Chrome OS

Die Tastatur kostet 200 Dollar extra, der Stylus rund 100 Dollar. Bild: EPA/EPA

Das Pixel Slate im Video erklärt

Video: YouTube/The Verge

Einen ausführlichen Bericht zum Pixel Slate gibt es bei The Verge.

Googles Smartspeaker bekommt ein Display

Der Google Home Hub hat einen 7 Zoll grossen Touchscreen und lässt sich via Google Assistant auch per Sprache steuern. Bild: AP/AP

Der 149 Dollar teure Google Home Hub im Video erklärt

Im Gegensatz zu den smarten Lautsprechern von Amazon und Facebook fehlt dem Home Hub die Kamera. Video: YouTube/The Verge

The Verge hat auch den neuen Google Home Hub bereits ausführlich getestet

Googles dritte Generation des Chromecasts erlaubt Streaming in 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde.

Wer in 4K streamen möchte, muss auf den teureren Chromecast Ultra ausweichen.  Bild: EPA/EPA

Googles Chromecast 3 streamt Netflix, YouTube, Fotos etc. von Smartphones, Tablets oder Laptops auf den Fernseher. Hierzu muss das kleine Gadget lediglich in den HDMI-Port des Fernsehers gesteckt werden. Die Stromzufuhr erfolgt über den USB-Anschluss des TV-Geräts. Die neue Version ist etwas schneller, ansonsten hat sich wenig getan. Unverändert bleibt auch der Preis. Der Chromecast 3 dürfte also wieder etwa 45 Franken kosten, wenn er 2019 bei uns erscheint.

Die Google-Show verpasst? Hier kannst du die Zusammenfassung nochmals anschauen

Video: YouTube/Engadget

Mit Material der Nachrichtenagenturen AWP, SDA und DPA.

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