Google hat massig neue Gadgets präsentiert. Bild: AP/AP; front-bild: Tech Jugno
Google hat das Pixel 3 und das Pixel 3 XL offiziell vorgestellt. Die neuen Android-Smartphones sind schnell und smarter als die Konkurrenz – erscheinen aber wie die anderen enthüllten Gadgets offiziell nicht bei uns.
Mit den Pixel-Smartphones untermauert Google seine Ambitionen, es mit teuren Konkurrenzgeräten von Samsung und Huawei aufnehmen zu können. Das beste Argument für ein Handy aus dem Hause Google: Pixel-Käufer bekommen Android-Updates zuerst. Während Kunden von Samsung und Huawei noch auf die neuste Android-Version 9.0 warten, kommen die neuen Pixel ab Werk mit der neusten Software von Google.
Der Haken daran: Google wird die neuen Geräte weiterhin nicht offiziell bei uns vertreiben. Wer ein Pixel 3 oder ein anders der vorgestellten Gadgets erwerben möchte, wird diese zwar künftig problemlos im Online-Handel finden, unklar ist jedoch, wann und zu welchen Preisen die Geräte bei uns verfügbar sind.
Die beiden neuen Modelle sind technisch identisch, unterscheiden sich aber durch die Display-Grösse (5.5- und 6.3-Zoll-Bildschirmdiagonale). Video: YouTube/The Verge
Das Pixel 3 hat eine Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll bei einer Auflösung von 2160 mal 1080 Pixel. bild: google
Die XL-Version kommt auf 6,3 Zoll und eine extrem hohe Auflösung von 2960 mal 1440 Pixel. bild: google
Trotz mehr Display haben sich die Gehäuseabmessungen gegenüber der letzten Generation kaum verändert. Beide Modelle sind mit Qualcomms derzeit schnellstem Prozessor ausgestattet, dem Snapdragon 845. Die neuen Pixel haben jeweils vier Gigabyte RAM und wahlweise 64 oder 128 Gigabyte Speicher. Achtung, es gibt keinen Einschub für eine MicroSD-Karte. Android-Nutzer bekommen dafür von Google unbegrenzten Cloud-Speicher für ihre Fotos und Videos.
Beide Modelle werden vollständig mit Gesten bedient, die Navi-Buttons gibt es nicht mehr.
Google nutzt auf der Rückseite eine Single-Kamera, die erfahrungsgemäss mit den Dual-Kameras der Konkurrenz mehr als mithalten kann. bild: google
Teures Zubehör: Das Lade-Dock kostet 79 Euro. Bild: EPA/EPA
Den Pixel-Phones liegt ein USB-C-Schnellladegerät bei, mit dem die Smartphones angeblich in 15 Minuten so weit geladen werden können, dass sie sieben Stunden durchhalten. Die mitgelieferten Kopfhörer werden ebenfalls über den USB-C-Port verbunden. Google legt den neuen Pixel-Handys zudem einen Adapter für ältere Klinken-Kopfhörer bei.
Die neue Funktion Top Shot sorgt dafür, dass beim Auslösen mehrere Bilder gemacht werden. Googles KI schlägt dann das beste vor.
Nochmals verbessert hat Google die Kamera-Funktion, die schon beim Vorgängermodell in unabhängigen Testberichten durchweg gelobt wurde. Durch ein aus der Satellitenfotografie abgeleitetes Verfahren wurde beispielsweise die digitale Zoom-Funktion erheblich verbessert, so dass Details in der Ferne besonders scharf erscheinen sollen.
Eine Software-Korrektur sorgt dafür, dass die Gesichter trotzdem nicht verzerrt erscheinen.
Die Dual-Kamera auf der Vorderseite setzt sich aus einer normalen und einer Weitwinkelkamera zusammen, um mehr von der Umgebung abzulichten oder beispielsweise bei einem Gruppenselfie mehr Menschen ins Foto zu bringen.
Während Selfies bei anderen Herstellern künstlich weichgezeichnet werden (Beauty-Modus), sind die Fotos beim Pixel 3 knackig scharf.
Google präsentierte ausserdem einen spektakulären Nacht-Modus für Aufnahmen bei extrem wenig Licht, der dafür sorgt, dass die Objekte im Bild gut zu erkennen sind. Diese Funktion soll allerdings erst später per Softwareupdate freigeschaltet werden.
Die Smartphones wird es in den Farben Just Black, Clearly White und der neuen Variante Not Pink geben. bild: twitter / evleaks
Das Pixel 3 und das Pixel 3 XL enthalten erstmals einen besonders abgeschotteten Sicherheitschip, den Google «Titan M» nennt. Dieser ähnelt stark dem Konzept, das Apple bereits im Jahr 2013 beim iPhone eingeführt hat. Hier werden unter anderem biometrische Daten (Fingerabdruck) sowie verschlüsselte Informationen für digitales Bezahlen aufbewahrt. Der neue Sicherheit-Chip soll unter anderem verhindern, dass Unbefugte die PIN für den Sperrbildschirm oder gespeicherte App-Daten auslesen können.
Wie bei den Pixel-Modellen zuvor setzt der Internet-Riese auf seine Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Bei der Funktion «Google Lens», bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, werden dabei auch Informationen im Bild wie eine Adresse oder Telefonnummer identifiziert, ohne dass das Smartphone dafür in Kontakt mit der Cloud treten muss. Die Berechnung findet lokal auf dem Smartphone statt.
Die Geräte sind in den USA und ausgewählten Ländern wie Deutschland ab dem 2. November verfügbar. Schweizer Kunden müssen auf Online-Händler ausweichen, da Google die Geräte bei uns offiziell nicht verkauft.
Das Pixel Slate ohne Tastatur und Stift kostet 600 bis 1600 US-Dollar. Bild: EPA/EPA
Die Tastatur kostet 200 Dollar extra, der Stylus rund 100 Dollar. Bild: EPA/EPA
Einen ausführlichen Bericht zum Pixel Slate gibt es bei The Verge.
Der Google Home Hub hat einen 7 Zoll grossen Touchscreen und lässt sich via Google Assistant auch per Sprache steuern. Bild: AP/AP
Im Gegensatz zu den smarten Lautsprechern von Amazon und Facebook fehlt dem Home Hub die Kamera. Video: YouTube/The Verge
The Verge hat auch den neuen Google Home Hub bereits ausführlich getestet.
Wer in 4K streamen möchte, muss auf den teureren Chromecast Ultra ausweichen. Bild: EPA/EPA
Googles Chromecast 3 streamt Netflix, YouTube, Fotos etc. von Smartphones, Tablets oder Laptops auf den Fernseher. Hierzu muss das kleine Gadget lediglich in den HDMI-Port des Fernsehers gesteckt werden. Die Stromzufuhr erfolgt über den USB-Anschluss des TV-Geräts. Die neue Version ist etwas schneller, ansonsten hat sich wenig getan. Unverändert bleibt auch der Preis. Der Chromecast 3 dürfte also wieder etwa 45 Franken kosten, wenn er 2019 bei uns erscheint.
Video: YouTube/Engadget
Mit Material der Nachrichtenagenturen AWP, SDA und DPA.