Aktuelle Themen:

Camp David – eigentlich Naval Support Facility Thurmont – ist die Erholungsanlage für amerikanische Präsidenten. Sie verkörpert Macht und Freizeit – dieses Image will sich auch die Kleidermarke «Camp David» aufdrücken. Und geht dabei nicht gerade subtil vor. Bild: EPA/EPA

Liebe Altersgenossen. Camp David macht euch nicht männlicher. Im Gegenteil!

Publiziert: 14.02.18, 11:56 Aktualisiert: 15.02.18, 06:15

Lieber Camp-David-Träger.

Du kannst mir nichts vormachen.

Du bist kein furchtloses Fliegerass. Du bist kein geheimnisvoller Spezialagent. Und auch kein verwegener Weltumsegler.  

Dein Shirt aber behauptet das. Es knallt und peppt. Es schreit und protzt. Camp David, das ist stoffgewordenes Motorengeheul. Ein textiler Burnout.

Ein Dude auf der Suche nach einer Zeit, als er noch Mann sein durfte.  bild: Campdavid-soccx.de

Auf Mission mit Kisten und Geschwafel auf dem Shirt. bild: campdavid-soccx.de

Schon vor fünfzehn Jahren schmunzelte ich über dich. Ich dachte, es handle sich um eine kurzzeitige Modeverwirrung.

Doch mittlerweile sind die Jahre vergangen. Jetzt gehöre auch ich zum Zielpublikum Midlife-Crisis-Mann. Und das Label ist noch immer omnipräsent: In der Umkleide im Hallenbad Heuel in Rümlang, im Zürcher Zoo, im Obi Volketswil.  

«Conquer the Sky» steht in flamboyanten Lettern auf deinem Shirt. «Guarding the Coastline» oder «Heavy Storm».

Was soll das?

Du eroberst den Himmel nicht. Du stehst neben deinem Postiwägeli im Glattzentrum. Das Einzige, was du gerade guardest, sind deine Wochenendeinkäufe. Heavy Storm? Ah, deshalb die Feuchttücher.

Kleider und ihre Botschaft muss man tragen können. Das kleine Schwarze verliert jegliche Wirkung, wenn die Trägerin mit zittrigen Knien und krummem Rücken aufwartet.

Doch wie will Mann den Camp-David-Slogans gerecht werden? Dafür müsstest du ständig Gefahren beseitigen, auf Mission sein, en masse hilflose Jungfrauen retten. Superhero-Shit halt.

Würden wir nicht alle auch gerne ein bisschen die «Railroads of Africa» auschecken? bild: Screenshot  campdavid.de

Mal abgesehen davon, dass sich die Jungfrauen heute selber zu helfen wissen – dem Super-Hero-Anspruch wird kein Mann gerecht. Ausser vielleicht The Rock. Aber bist du The Rock? Nein.

Du bist ein Durchschnitts–Ü40er. Aufgebläht sind bei dir nicht die Muskeln, sondern die Manboobs und die Prostata. Den Zenit hast du überschritten. Die Railroads of Africa checkst du nicht aus. Dafür die Selfscanning-Maschineli beim Coop. Immerhin. 

Das ist kein Vorwurf. Ich bin auch Ü40er. Ich weiss, wie sich der Zerfall in die Unbedeutsamkeit anfühlt. Es ist nicht schön. Und der gesellschaftliche Wandel potenziert das Ganze noch. Auch ich erwische mich mit romantisierten Vorstellungen von Gefahren- und Abenteuersituationen.

Aber die Suche nach mehr Mannhaftigkeit darf nicht im Camp-David-Shop enden. Ein Actionjackson–Shirt ändert nichts. Das Männlichste, das wir in unserer Situation tun können, ist sowieso, dem Schicksal mit Musse beizuwohnen.

Der Versuch, das Unvermeidliche mit einem lässigen Shirt vermeiden zu wollen, offenbart hingegen nicht nur Hilflosigkeit, zweifelhaften Geschmack und einen Hang zu Protzigkeit, sondern auch, dass du das plumpe Branding nicht durchschaust. Die Marke appelliert an deine Sehnsüchte. Und du fällst prompt darauf rein.

Du manipulierbares Dummerchen. Fühlst du dich wirklich tougher, weil dein Pulli (aus Brandenburg, notabene) suggeriert, du seist ein verwegener Abenteurer? Camp David ist kein Statement von Männlichkeit. Es ist das Gegenteil: ein Hilfeschrei.

Und wenn du dich, hilfsbedürftiger Ü40er, modemässig unsicher fühlst, dann frage dich vor dem Kauf von Kleidung immer Folgendes: Würde Jeff Bridges das auch tragen? Lautet die Antwort ja, kannst du getrost zugreifen. 

PS: «La Martina» ist im Fall auch keine Lösung.

Jeff Bridges – die Antwort auf sämtliche Stilfragen für verunsicherte Männer.  Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Wie echt sind Fitness-Fotos?

Video: watson

55 Perfektionisten bei der Arbeit: Besser geht nicht

Dieser Förster hat was drauf! (via boredpanda)
Zu viel Perfektionismus kann dich schnell in den Wahnsinn treiben. Aber diese Perfektionisten bei der Arbeit bescheren uns vor allem wahnsinnig tolle Bilder. Wir staunen und geniessen ... Zum Beispiel bei diesen zwei Kochkünstlern. (Bild: imgur)
Das Resultat eines langen Telefongesprächs. Mit der besten Freundin. Vermutlich. (Bild: imgur)
Was wir wissen: Dieser Regal-Einräumer hat was drauf! Was wir nicht wissen: Wie er reagiert, wenn die Kunden die Dosen aus dem Regal nehmen (wollen) ... (Bild: imgur)
Schön geschnitten und perfekt verklebt. (Bild: imgur)
???!!!??? (Bild: imgur)
Kommt gut ... (Bild: imgur)
Da war ein Kuchenkünstler an der Arbeit. (Bild: imgur)
Wer kommt da nicht ins Grübeln ... (Bild: imgur)
«Mach Ordnung, haben sie gesagt.» (Bild: imgur)
«Hab' ich Ordnung gemacht.» (Bild: imgur)
Der Tetris-Koch. (Bild: imgur)
Ja. Warum auch nicht? (Bild: imgur)
Manchmal hilft eine halbe Drehung. (Reddit/oddlysatisfying)
Mehr geht nicht. (via boredpanda)
Und so sieht's vermutlich in den Kisten auf dem Auto aus. (Reddit/oddlysatisfying)
Was wir nicht wissen: wo die fehlenden Melonen sind. Was wir wissen: Der Rest ist perfekt verpackt. (via boredpanda)
Automechaniker mit Ordnungssinn. (via boredpanda)
Sekretärin mit Ordnungssinn. (Reddit/oddlysatisfying)
Wow. So schön. Allerdings sagt unser Redaktor Laurent, dass es sich in Wirklichkeit um angemaltes Holz handelt und nur einen Zweck hat: Touristen beeindrucken. Wir gehen dem nach, staunen aber solange über die perfekten Spitzen und riechen dabei an einem Curry-Pulver. (via boredpanda)
Hier legt der Verkäufer noch Wert auf einen perfekten Stapel Rüebli! (via boredpanda)
So macht selbst Kartonpacken Spass. (via boredpanda)
31 Eigelb. Und keines kaputt. Wir verneigen uns vor dem Koch! (via boredpanda)
Ordnung. Muss. Sein. (via boredpanda)
Hier hat der Innendekorateur alles gegeben. (via boredpanda)
Das sieht grossartig aus. Aber irgendwie will man da gar nichts kaputt machen. Ob das die richtige Verkaufsstrategie ist? (via boredpanda)
Die Sekretärin, nachdem sie mit den Bleistiften fertig war. (Reddit/oddlysatisfying)
Praktikant, aufräumen, bitte! Danke. (via boredpanda)
Und dann machte sich der Praktikant daran, gleich mal den ganzen Laden zu ordnen. (via boredpanda)
Kennen wir. Lieben wir: ein Platzwart, der so richtig Freude hat am Job. (via boredpanda)
Beeindruckende Haarpracht. Jetzt nur nicht schlafen gehen. (via boredpanda)
Dieser Mechaniker hatte genug vom Wort Kabelsalat. (via boredpanda)
Ein Sockenladen in Japan. (via boredpanda)
Kann man machen. (via boredpanda)
Und aus dem Praktikanten wurde ein Lehrling und der Lehrling hatte eine freie Minute. (via boredpanda)
Aufgeräumte Stimmung in dieser Bar. (via boredpanda)
Next Level Förster. (via boredpanda)
Und als der ehemalige Praktikant ins letzte Lehrjahr kam, wusste er, dass er sich nur noch so toppen konnte: mit dem perfekten Laden. (via boredpanda)
Wenn dich die Perfektion zu Hause nicht loslässt. (via boredpanda)
Hach. Perfekt! (via boredpanda)
Vermutlich im selben Laden, in dem der Lehrling aufräumt. (Reddit/oddlysatisfying)
Das auch. (Reddit/oddlysatisfying)
Mama hat aufgeräumt. (Reddit/oddlysatisfying)
Der Bibliothekar hatte Zeit. (Reddit/oddlysatisfying)
Zügeln mit Piet Mondrian. (Reddit/oddlysatisfying)
Förster Urs hat ganz genau gemessen. Vielleicht steckt er aber noch heute dort. (Reddit/oddlysatisfying)
Er ging bei Urs in die Lehre. (Reddit/oddlysatisfying)
Wenn der Koch ein Omelett faltet und das Omelett perfekt auf die Scheibe Brot passt. Grossartig. Als nächstes räumt er die Chips auf. (Reddit/oddlysatisfying)
Er hat lange gesucht, bis der Toaster zum Brot passte. (Reddit/oddlysatisfying)
Eigentlich der perfekte Parkplatz. Eigentlich. (Reddit/oddlysatisfying)
Er hat den Heimweg genau vermessen. (Reddit/oddlysatisfying)
Und er seinen Arbeitsort. (Reddit/oddlysatisfying)
Manchmal passt's einfach. Hach. (Reddit/oddlysatisfying)
Dieser Spital hat eine neue Praktikantin. (Reddit/oddlysatisfying)

Das könnte dich auch interessieren:

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»