Aktuelle Themen:

Terrorangriff auf 2 Moscheen in Neuseeland ++ Mindestens 49 Tote ++ 4 Festnahmen

Publiziert: 15.03.19, 05:00 Aktualisiert: 15.03.19, 09:26

Nach den Angriffen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist die Zahl der Todesopfer auf 49 gestiegen. Das teilte die Polizei mit. Mehrere Personen hatten das Feuer auf Menschen eröffnet, die sich zum Freitagsgebet in die Moscheen begaben.

Bei einem Terrorangriff auf zwei Moscheen in Christchurch hat es am Freitag, 15. März 2019, mindestens 50 Tote gegeben. Mit einer Schnellfeuerwaffe schoss ein Tatverdächtiger auf Muslime. EPA/SNPA / Martin Hunter
Mehr als 20 Menschen seien schwer verletzt worden, sagt Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern am Freitag. AP/AP / Mark Baker
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. AP/AP / Mark Baker
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar. AP/AP / Mark Baker
Ein Polizeisprecher berichtete von einer Festnahme. Unklar blieb zunächst, ob es sich dabei um den mutmasslichen Täter handelte und auch, ob es Komplizen gab. EPA/SNPA / Martin Hunter
Den Zeugen zufolge handelte es sich bei dem Täter um einen weissen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben. AP/Alleged Shooter's video
Online kursierte ein Video, das angeblich von der Helmkamera des Täters stammt. Auf dem Video in Ego-Shooter-Manier sind zahlreiche Verletzte und am Boden liegende Personen zu sehen. AP/Alleged Shooter's Video
Die Polizei sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer «sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen». AP/AP / Mark Baker
Zur Festnahme hiess es: «Wir haben eine Person in Gewahrsam. Aber wir sind nicht sicher, ob es da noch andere Leute gibt.» Später wurden drei Festnahmen gemeldet. Diese Personen sind inzwischen wieder auf freiem Fuss. AP/AP / Mark Baker
Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. AP/AP / Mark Baker
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der «dunkelsten Tage» in der Geschichte ihres Landes. AP/AP / Mark Baker
Es soll sich um einen faschistischen Terroristen namens Brenton Tarrant handeln, einen 28-jährigen Australier, der aus fremdenfeindlichen Motiven handelte. AP/AP / Mark Baker
Auf weiteren Waffen, die der Mann im Kofferraum mitführte, sei «Kebab Remover» (Kebab-Entferner) zu lesen gewesen und der Name eines Mädchens, das 2017 bei einem Terrorangriff in Schweden starb. EPA/SNPA / Martin Hunter
Im Netz kursiert zudem ein 74-seitiges «Manifest», in dem sich mutmaßlich der Täter zu seinen Beweggründen für die Tat äusserte. Darin finden sich laut Medienberichten auch rechtsextreme Parolen und der Verfasser betont, eine «Atmosphäre der Angst» schaffen zu wollen. EPA/SNPA / Martin Hunter

Ein Mann im Alter von Ende 20 Jahren sei des Mordes angeklagt worden. Zahlreiche Waffen seien sichergestellt worden, hiess es weiter am Freitag.

Der «Terroranschlag» sei «gut vorbereitet» gewesen, sagte die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern in einer früheren Erklärung. Mehr als 20 Menschen seien schwer verletzt worden. Weiter seien an Autos zwei Sprengsätze gefunden worden. Diese seien entschärft worden.

Bislang gibt es keine Hinweise auf Schweizer Staatsangehörige unter den Opfern, wie das Aussendepartement EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die Schweizer Vertretung in Wellington stehe in Kontakt mit den zuständigen lokalen Behörden.

Bild: EPA/SNPA

Vier Personen festgenommen

Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets.

Nach dem Angriff waren den offiziellen Angaben zufolge mehrere Verdächtige - drei Männer und eine Frau - festgenommen worden. Die mutmasslichen Angreifer befanden sich laut Ardern nicht auf Terrorlisten. Landesweit sei die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden.

Australier beteiligt

An dem Angriff sei ein Australier beteiligt gewesen, sagte der australischen Regierungschefs Scott Morrison. Der Angriff sei von einem «extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen» verübt worden, sagte Morrison am Freitag. Dieser sei ein in Australien geborener Staatsbürger seines Landes.

Im Internet kursierte ein Video, welches die Tat zeigen soll. Per Twitter warnte die neuseeländische Polizei vor «extrem erschreckenden Bildern» aus einer der angegriffenen Moscheen.

Es handelte sich demnach um Bilder, die ein Angreifer selbst gefilmt hatte. Ein weisser kurzhaariger Mann ist dabei zu sehen, wie er zu einer der Moscheen fährt und schliesslich auf die versammelten Gläubigen feuert.

Ein Ausschnitt aus dem Video. Links im Bild sind mehrere Waffen zu sehen. Bild: AP/Alleged Shooter's Video

Schulen abgeriegelt

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Premierministerin Ardern sprach von einer von Neuseelands «dunkelsten Stunden».

Die Innenstadt von Christchurch wurde zeitweise abgeriegelt, Schüler durften ihre Klassenräume nicht verlassen, und alle Menschen in Christchurch wurden aufgerufen, nicht auf die Strasse zu gehen.

An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte Ardern, zuhause zu bleiben: «Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.» Die Sperrung wurde erst am Abend (Ortszeit) wieder aufgehoben.

Cricket-Team entkam

Bangladeschs Cricket-Team, das für ein Spiel gegen Neuseeland in Christchurch war, entkam offenbar nur knapp einem der Angriffe. Ein Sprecher berichtete, einige der Spieler hatten gerade den Team-Bus verlassen und wollten in die Moschee gehen, als der Angriff begann. Sie seien alle sicher, stünden allerdings unter Schock. Das Match wurde abgesagt.

Massive Schusswaffenangriffe sind in Neuseeland selten. Das Land hatte 1992 seine Waffengesetze verschärft, seitdem gelten strikte Regeln für den Erwerb halbautomatischer Waffen. In Auckland sprengte das Militär sicherheitshalber zwei herrenlose Taschen in der Nähe eines Bahnhofs. Ihr Inhalt stellte sich als harmlos heraus. (sda/dpa/reu/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben