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Da war noch alles gut: Donald Trump empfängt die Journalisten im Rosengarten des Weissen Hauses Bild: AP

Trumps Pressekonferenz eskaliert – und auf Twitter legt er nochmals nach

Publiziert: 12.05.20, 07:20 Aktualisiert: 12.05.20, 08:29

Die Pressekonferenzen mit Trump sind häufig ein Spektakel. So auch am Montag, als der US-amerikanische Präsident eine Pressekonferenz im Rosengarten des Weissen Hauses abhielt.

Was war passiert?

Donald Trump lief bei der Pressekonferenz einfach davon und liess die Journalisten sitzen.

Grund dafür waren die Journalisten, die laut Trump «nasty» (etwa «böse, gemein») Fragen stellten. Vor allem diejenigen von CBS-Journalistin Weijia Jiang. Sie sprach Trump auf das grosse Plakat an, das hinter ihm hing. Gross hiess es: «America leads the world in testing». Weijia wollte also wissen:

«Sie haben oft gesagt, dass die USA bei den Corona-Tests weitaus besser abschneiden als jedes andere Land. Warum ist das wichtig? Warum ist es für Sie ein globaler Wettbewerb, wenn jeden Tag immer noch Amerikaner ihr Leben verlieren und wir immer noch jeden Tag mehr Fälle sehen?»

Trump weicht schnell aus, die Menschen auf der ganzen Welt würden ihr Leben verlieren. Dann:

«Und vielleicht ist das eine Frage, die Sie China stellen sollten. Fragen Sie nicht mich. Stellen Sie China diese Frage, okay? Wenn Sie ihnen diese Frage stellen, erhalten Sie vielleicht eine sehr ungewöhnliche Antwort.»

Die Journalistin hakt nach: «Wieso sagen Sie das zu mir?» Trump: «Ich sage das nicht spezifisch zu Ihnen, ich sage das zu allen, die eine so gemeine Frage stellen.» Weijia Jiang beharrt darauf, dass es keine gemeine Frage sei. Aber Trump will die Frage offenbar nicht beantworten und gibt das Wort weiter.

«Wieso spiele das eine Rolle ...», setzt eine Journalistin an. Sie will ihre Kollegin von CBS unterstützen, Trump nur: «Okay, next question», und zeigt auf eine Journalistin von CNN.

Sie fängt an, «Ich habe zwei Fragen ...», da unterbricht sie Trump bereits schon wieder: «No, it's okay. Next!» Aber die Journalistin von CNN lässt sich nicht beirren, hakt nach. Zu diesem Zeitpunkt ist es bei Trump schon gelaufen. Er bedankt sich bei den Journalisten – und geht.

Die Szene im Video:

Später kritisierte er auf Twitter das Verhalten der Journalisten. Die «Lamestream-Medien» seien wahrhaft ausser Kontrolle. Sie würden zusammen arbeiten, beziehungsweise konspirieren und seien der Feind des Volkes.

Der Tweet von Trump:

Was war sonst noch Thema?

Zuvor drehten sich die Fragen an Trump auch noch um den Handelsstreit mit China. Er sei gegen eine Neuverhandlung des Handelsabkommens zwischen den USA und China.

Trump antwortete auf die Frage, was er von einer Überarbeitung des ersten Handelsdeals halten würde: «Nein, das interessiert mich überhaupt nicht. Nicht einmal ein bisschen. Wir haben einen Vertrag unterzeichnet. Ich hatte aber auch gehört, dass China die Gespräche wieder aufnehmen möchte, um bessere Bedingungen auszuhandeln.»

Die staatliche chinesische Zeitung «Global Times» hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, dass Regierungsberater in Peking auf neue Gespräche drängen würden und möglicherweise das Abkommen aufkündigen wollen. Die USA könnten sich momentan keinen Handelskrieg leisten, sagte der Berater mit Blick auf die befürchtete Rezession und die bevorstehende Präsidentschaftswahl. «Es liegt in der Tat im Interesse Chinas, das aktuelle Abkommen zu beenden», sagte ein Handelsberater der chinesischen Regierung dem Blatt.

Spannungen wegen Coronavirus-Krise

Die Regierung in Peking hatte im Januar zugesagt, in den nächsten beiden Jahren für mindestens 200 Milliarden Dollar zusätzliche Güter und Dienstleistungen aus den USA zu kaufen. Steigende Spannungen zwischen den USA und China wegen des Ausbruchs des Coronavirus haben das Handelsabkommen und Gespräche über ein zweites, erweitertes Abkommen infrage gestellt.

US-Präsident Trump hatte China zuletzt wegen der Coronavirus-Pandemie schwere Vorwürfe gemacht und auch Konsequenzen im Handelsstreit angedroht. Die Trump-Regierung behauptete, es gebe Beweise dafür, dass das neue Coronavirus aus einem Labor in Wuhan stamme - eine Behauptung, die China scharf zurückgewiesen hatte. Die Global Times schrieb, die Unterstellungen der Vereinigten Staaten hätten einen «Tsunami der Wut» unter chinesischen Handelsvertretern ausgelöst, nachdem China im ersten Deal den USA entgegengekommen wäre.

Der ehemaliger Handelsberater des Weissen Hauses, Clete Willems, der an den Verhandlungen zwischen den USA und China beteiligt war, sagte, dass China den Grossteil des Pakts eingehalten habe, einschliesslich neuer Regeln zum Schutz geistigen Eigentums. «Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, an dem wir den Deal aufgeben sollten. Das Abkommen hat bisher zu positiven Ergebnissen geführt», sagte Willems. (jaw/sda/reu)

Bald gibt's mehr davon: Die besten Tweets von Trump

Trump mag keine schlechten Umfragewerte, nicht im Fernsehen und auch nicht als Präsident. Was tun, wenn die Umfragewerte schlecht sind? Sagen, dass sie falsch sind.
Trump liebt es, via Twitter auszuteilen. Konzerne, Politiker, Promis, Privatleute: Niemand ist sicher von den Tiraden des (künftigen) US-Präsidenten. Hier eine Auswahl der besten Tweets. Als erstes: Trumps Lieblings-Feind Barack Obama, der natürlich alles falsch macht. 2014 fordert Trump den Präsidenten dazu auf, zurückzutreten und biete ihm als Gegenleistung freien Eintritt zu sämtlichen Trump-Golfplätzen.
Wenn es dann aber kalt wird, glaubt Trump plötzlich doch wieder an die globale Erderwärmung und findet sogar, dass wir sie brauchen.
Zu Obamas Wiederwahl 2012 hat Trump eine sehr interessante Meinung parat. Russische Politiker scheinen die Wiederwahl öffentlich zu feiern und können es nicht abwarten, zu sehen wie flexibel er sein wird, twittert Trump. Hmm und wie sieht es mit Putin und Trump aus?
Trump behauptet, dass die Albumverkäufe von Sängerin Jackie Evancho in den Himmel schossen, als bekannt wurde, dass sie an seiner Amtseinführung auftritt. In Wirklichkeit stieg sie 40 Chartplätze herab.
Trumps Hassgegner sind die Medien, die allesamt «FAKE NEWS» betreiben. Hier äussert er sich zu der Anschuldigung, Prostituierte für's Pinkeln bezahlt zu haben.
Trump behauptet in diesem Tweet, er kenne die Steuergesetze der USA besser als jeder andere. Einige Medien vermuten sogar, dass er sie so gut kennt, dass er die letzten 18 Jahre keine Steuern bezahlt hat. Aber das sind wahrscheinlich «FAKE NEWS».
Auch in rechtlichen Fragen ist Trump eine Experte. Hier wundert er sich, wieso Hillary Clinton als Präsidentin kandidiert, wenn sie doch eigentlich Im Gefängnis sitzen müsste. Die Wahlen erklärt er zusätzlich auch noch für gefaked.
Ob Trump nun Steuern bezahlt hat oder nicht, ist nicht bekannt. Mit Betrugsfällen kennt er sich aber bestens aus. So hat er das Fake-Interview mit Ali G sofort durchschaut und den Raum verlassen.
In einem extremen Anflug von Genialität schafft es Trump, die Journalistin Megyn Kelly (Fox News) einen Bimbo zu nennen, ohne sie wirklich so zu nennen – das wäre nämlich politisch nicht korrekt.
Recherche betreibt Trump dann lieber selber. 2012 hat er zum Beispiel von einer «extrem zuverlässigen Quelle» gehört, dass Obamas Geburtsurkunde gefälscht ist.
An die globale Erderwärmung glaubt Trump nicht und hält sie für eine Erfindung der Medien. Seiner Meinung nach sind Windmühlen das viel grössere Problem, da sie Weisskopfadler, das amerikanische Wappentier, bedrohen.
Schon wieder Windmühlen! Trump ist ein wahrer Don Quijote und erklärt dem schottischen Minister, dass sie für den Zerfall seines Landes verantwortlich sind.
Impfungen führen zu Autismus? Trotz unzähliger Fakten dagegen herrscht immer noch Unstimmigkeiten zu diesem Thema. Trump macht kurzen Prozess und schafft Klarheit.
Noch eine weitere medizinische Erkenntnis von Donald Trump: Sparlampen führen zu Krebs. Meine Damen und Herren, das ist die Meinung des amtierenden US-Präsidenten.
Trumps Feingefühl ist berühmt. Eine Woche nach den Anschlägen an Charlie Hebdo sagt er, dass die Attentäter auch einfach hätten warten können, da das Magazin eh vor dem Untergang steht.
Auch ausserhalb der Politik scheint sich Trump bestens auszukennen. Immer wieder greift er den Comedian Russel Brand an und sogar seine Ex-Frau Katy Perry bekommt zu hören, was für einen Loser sie geheiratet hat.
Trump hat wirklich zu allem eine Meinung. Als sich das Traumpaar Robert Pattinson und Kirsten Stewart (Twilight) trennen, ist Trump ein wahrer Bro und meint, Pattinson werde eine viel bessere finden.
Nach Meryl Streeps flammender Rede gegen Trump an den Golden Globes 2017 holt der Polterer sofort zum Gegenschlag aus. Er findet Streep die überbewertetste Schauspielerin in Hollywood und nennt sie eine «.....». Zur Info: Streep hält den Rekord für die meisten Oscar-Nominationen.
Loser wie Russel Brand behandelt Trump nach eigener Aussage mit viel Liebe und Zuneigung. Schliesslich können sie gar nichts dafür, dass sie so geboren wurden.
Loser und Hater müssen sich übrigens nicht dumm oder unsicher fühlen, sie können ja nichts dafür. Ach, ja, er möchte dann aber noch kurz klarstellen, dass er einen viel höheren IQ hat.
Zum Abschluss: Trump ist die Einsicht in Person. Hier wundert er sich, wieso alle über ihn reden dürfen, er aber nicht über sie.

Die verrücktesten Momente aus Trumps Corona-Pressekonferenzen

Video: watson / een

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