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Seit dieser Aktion ist Granit Xhaka nicht mehr Captain von Arsenal London. Video: streamable

Xhaka spricht: «Mein Lohn ist kein Freibrief für Beleidigungen»

Zwei Wochen nach dem üblen Zusammenstoss mit den eigenen Fans äussert sich der bei Arsenal abgesetzte Captain Granit Xhaka im Interview mit dem «SonntagsBlick» über die turbulente Zeit.

Publiziert: 10.11.19, 11:59 Aktualisiert: 10.11.19, 14:45

Xhaka gewährt vor den entscheidenden beiden EM-Qualifikationsspielen mit der Schweiz Einblicke in seine Gefühlslage. Der Basler Mittelfeldspieler äussert sich unter anderem über seine Auswechslung am 27. Oktober im Heimspiel gegen Crystal Palace (2:2), als er von den eigenen Fans ausgepfiffen und ausgebuht wurde. «Als meine Rückennummer auf der Tafel des vierten Offiziellen aufleuchtete und daraufhin hämischer Jubel der eigenen Fans losbrach, hat mich das sehr getroffen und aufgewühlt. Es war sehr schmerzhaft und frustrierend. Für mich ist diese Reaktion noch heute nicht nachvollziehbar, vor allem in dieser Vehemenz und wie extrem ich hier angefeindet wurde.»

«Was hier passiert ist, geht weit über das normale Mass hinaus und ist durch nichts gerechtfertigt.»

Granit Xhaka sonntagsblick

Konstruktiver Kritik versuche er ruhig und sachlich zu begegnen, so Xhaka. Wenn er oder das Team schlechte Leistungen zeige, müsse man das aushalten. «Trotzdem sind wir jetzt an einem Punkt, wo ich klar sagen muss, dass man mal inne halten und überprüfen sollte, ob das nicht komplett aus dem Ruder läuft.»

«Wenn ich und das Team nicht gut spielen, müssen wir uns das anhören und an uns arbeiten. Aber wenn man den eigenen Kapitän beleidigt und beschimpft, bringt man Unruhe und schlechte Stimmung in das Team, das man eigentlich unterstützt. Das macht für mich keinen Sinn und schwächt den Zusammenhalt.»

Granit Xhaka sonntagsblick

Seit dem Vorfall vor zwei Wochen hat Xhaka für Arsenal keine einzige Minute mehr gespielt. In den fünf Spielen ohne den Schweizer Mittelfeldmotor resultierte für die »Gunners« kein einziger Sieg. Am Freitagabend liess Arsenals Trainer Unai Emery vor versammelter Presse verlauten, Xhaka sei mental noch nicht bereit, um wieder zu spielen. Er wisse nicht, ob Xhaka jemals wieder für Arsenal auflaufen werde. Der Spanier, der Xhaka bereits am Dienstag die Captainbinde entzogen hatte, kündigte an, dass er nach der Länderspielpause erneut das Gespräch suchen und dann einen Entscheid fällen werde.

«Für mich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Und es ist kein Freibrief für Beleidigungen. Respekt und Anstand gegenüber dem Mitmenschen und der richtige Umgang mit Kritik sollte unabhängig von Status oder Einkommen gelebt werden.»

Granit Xhaka auf die Frage, ob man bei elf Millionen Franken Jahresgehalt mit Beleidigungen umgehen können müsse. sonntagsblick

«Ich werde weiter positiv bleiben»

Xhaka sieht seine Zukunft derweil weiter bei Arsenal. Er sagt, dass er und seine Familie sich in der Stadt London sehr wohl fühlen. »Daran ändert auch das Geschehen der letzten Woche gar nichts. Ich werde weiter positiv bleiben, mich noch mehr reinhängen und beweisen, dass ich ein wichtiger Bestandteil dieses tollen Teams bin«, zeigt er sich kämpferisch. «Für mich ist die letzte Woche abgehakt und ich bin bereit.»

«Für mich ist letzte Woche abgehakt und ich bin bereit.»

Granit Xhaka sonntagsblick

Positiv stimmt Xhaka auch, dass er von seinen Mannschaftskollegen, die ihn am Anfang der Saison zum Captain gewählt haben, Rückendeckung erhält. Nach dem Vorfall bei seiner Auswechslung hätten ihn mehrere Teamkollegen zuhause besucht. «Sie haben mich positiv motiviert, mich nicht unterkriegen zu lassen und vor allem aufgezeigt, wie viele Arsenal-Fans weltweit die Reaktion der Fans im Stadion auch nicht gut fanden und verurteilt haben.»

(bal/sda)

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

Rang 25: Roger Wehrli, 69 Länderspiele (1978–1989). Stand: 1.07.2021 IMAGO / Pressefoto Baumann / IMAGO / Pressefoto Baumann
Rang 24: Blerim Dzemaili, 69 Länderspiele (2006–2018). EPA/KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 23: Fredy Bickel, 71 Länderspiele (1936–1954). PHOTOPRESS-ARCHIV / STR
Rang 22: Stéphane Henchoz, 72 Länderspiele (1993–2005). IMAGO / Contrast / IMAGO / Contrast
Rang 20: Raphael Wicky, 75 Länderspiele (1996–2007). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Rang 20: Tranquillo Barnetta, 75 Länderspiele (2004–2014). freshfocus / Andy Mueller/freshfocus
Rang 18: Admir Mehmedi, 76 Länderspiele (seit 2011). EPA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 18: Johan Djourou, 76 Länderspiele (2006–2018). PPR / NICK SOLAND
Rang 17: Haris Seferovic, 78 Länderspiele (seit 2013). keystone / GIAN EHRENZELLER
Rang 16: Ciriaco Sforza, 79 Länderspiele (1991–2001). KEYSTONE / STR
Rang 14: Severino Minelli, 80 Länderspiele (1930–1943). Presse Sports / Presse Sports/freshfocus
Rang 14: Andy Egli, 80 Länderspiele (1979–1994). KEYSTONE / KARL MATHIS
Rang 13: Patrick Müller, 81 Länderspiele (1998–2008). KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Rang 12: Valon Behrami, 83 Länderspiele (2005 – 2018). AP/AP / Manu Fernandez
Rang 11: Alex Frei, 84 Länderspiele (2001–2011). KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Rang 10: Ricardo Rodriguez, 85 Länderspiele (seit 2011). KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Rang 9: Hakan Yakin, 87 Länderspiele (2000–2011). KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 8: Gökhan Inler, 89 Länderspiele (2006–2016). Insidefoto / Insidefoto/freshfocus
Rang 7: Johann Vogel, 94 Länderspiele (1995–2007). KEYSTONE / EDDY RISCH
Rang 6: Xherdan Shaqiri, 95 Länderspiele (seit 2010). EPA/KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 5: Granit Xhaka, 98 Länderspiele (seit 2011). KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 4: Stéphane Chapuisat, 103 Länderspiele (1989–2004). KEYSTONE / TEAM
Rang 3: Stephan Lichtsteiner, 108 Länderspiele (2006–2020). Daniela Frutiger / Daniela Frutiger/freshfocus
Rang 2: Alain Geiger, 112 Länderspiele (1980–1996). KEYSTONE / STR
Rang 1: Heinz Hermann, 118 Länderspiele (1978–1991). KEYSTONE / STR

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