Aktuelle Themen:

Schweizer Hockey-Fanszenen fordern Financial Fairplay – und drohen mit Konsequenzen

Publiziert: 08.02.21, 10:41 Aktualisiert: 08.02.21, 16:52

Bereits zum zweiten Mal äussern sich mehrere Fanszenen von Schweizer Eishockey-Klubs gemeinsam zu den geplanten Reformen in der National League. 15 Kurven – darunter jene von Bern, Biel, Davos, Fribourg, Rapperswil-Jona, Zug und den ZSC Lions – reagieren auf die überhastet wirkende Bestätigung der neuen Ausländerregelung. Ab 2022/23 sind in der National League sieben Ausländer auf dem Matchblatt erlaubt, dafür wird der Status des Lizenzschweizers für Spieler über 22 Jahren aufgehoben.

Mit dieser Änderung können die Fankurven grundsätzlich leben, doch sie sehen den Entscheid der Liga als Warnschuss. Im Statement heisst es:

«Trotz massivem Gegenwind von Seiten diverser Institutionen (Verband, Nationalmannschaft, Spielergewerkschaft, Experten, Fanszenen ...) haben die Vertreter der NLA am 29.01.2021 eine Entscheidung bezüglich Ausländerlizenzen gefällt. Es ist zwar erfreulich, dass die zuerst angestrebte Zahl von zehn nach unten korrigiert wurde, nichtsdestotrotz sehen die oben genannten Player sich bei der Zukunftsgestaltung des Schweizer Eishockeys übergangen.»

Deshalb und weil gemäss dem Statement auf die Worte der NLA-Verantwortlichen «nicht vollständig Verlass» sei, machen die Fankurven nun ihre Forderungen zur weiteren Zukunft der Liga klar.

Neben Transparenz fordern die Fans eine konsequente Umsetzung eines Financial Fairplays (Salary Cap) und dass es weiterhin einen sportlichen Auf- und Abstieg gibt. «Eine finanzielle Obergrenze sehen wir als zwingend an», heisst es im Statement, während eine Untergrenze als unnötig erachtet wird.

Die Kurven fordern, dass eine Übertretung der finanziellen Obergrenze hart bestraft wird, konkret mit Solidaritätszahlungen an die anderen Klubs der National League, aber auch der Swiss League. Diese Zahlungen sollen zu einem grossen Teil in die Nachwuchsarbeit gesteckt werden und nach Vorstellung der Kurven mindestens 50 Prozent des überschrittenen Betrags ausmachen.

Das gesamte Statement im Detail

Bild: screenshot sektor 1921

Bild: screenshot sektor 1921

Zudem ist der Alleingang der National League ein Dorn im Auge der Fanszenen. Sie fordern, dass künftig Vertreter der Fans, der Spielergewerkschaft und des Verbands in die «Verhandlungen und die Konzeption» einbezogen werden.

Sollten die National-League-Klubs nicht auf die Forderungen der Fans eingehen, drohen sie erstmals mit Konsequenzen wie beispielsweise:

  • Aufruf zum Verzicht auf neue Saisonabos
  • Rückforderung der Saisonabo-Gelder
  • Einstellung von finanzieller Unterstützung und Einfrierung von Geldern
  • Einstellung des Supports der 1. Mannschaft und stattdessen Unterstützung der Juniorenabteilung

(abu)

So haben Schweizer Hockey-Stars früher ausgesehen

Raphael Diaz, 2003, damals 17, beim EV Zug STR
Roman Josi, 2007, als 17-Jähriger beim SC Bern. PETER SCHNEIDER
Patrick Geering, 2009, damals 19, gönnt sich in der Garderobe einen Teller Spaghetti. PATRICK B. KRAEMER
Simon Moser, 2008, damals 19, bei den SCL Tigers MARCEL BIERI
Denis Hollenstein, 2008, damals 19, bei Guelph Storm. ALESSANDRO DELLA VALLE
Roman Wick, 2008, damals 22, bei der Schweizer Nati. GERI KRISCHKER
Marc (20) und Dino Wieser (17) feiern 2007 den Meistertitel mit dem HC Davos. ARNO BALZARINI
Ramon Untersander, 2009, damals 18, beim HC Davos JACOB JAEGLI
Damien Brunner, 2007, damals 21, bei den Kloten Flyers.
Nico Hischier als Junior beim EHC Visp. zvg
Julien Vauclair, 1997, damals 19, beim HC Lugano. KARL MATHIS
Thibaut Monnet, 2001, damals 19, bei Fribourg-Gotteron. MIRJAM WANNER
Beat Forster, 2002, damals 19, beim HC Davos. ARNO BALZARINI
Raffaele Sannitz, 2001, damals 18, beim HC Lugano. KARL MATHIS
Tim Ramholt, 2000, damals 15, bei den ZSC Lions. MICHELE LIMINA
Thomas Ruefenacht, 2004, damals 19, bei den SCL Tigers. Böse Zungen behaupten, es handelt sich um das uneheliche Kind von Thomas Anders und Dieter Bohlen. EDI ENGELER
Beat Gerber, 2001, 19, bei den SCL-Tigers. LUKAS LEHMANN
Alessandro Chiesa, 2004, damals 17, beim HC Ambri Piotta. KARL MATHIS
Thomas Nuessli, 2001, damals 19, beim EV Zug. STR
Timo Helbling, 1999, damals 18, beim HC Davos.
Sebastien Reuille, 2002, damals 21, bei Rapperswil. RENE MEIER
Fabian Sutter, 2002, damals 20, beim HC Davos. ARNO BALZARINI
Jonas Hiller, 2001, damals 19, beim HC Davos. JUERGEN STAIGER
John Gobbi, 2001, damals 19, bei Ambri-Piotta. KARL MATHIS
Cristobal Huet, 1998, damals 22, beim HC Lugano. KARL MATHIS
Rene Back, 2001, damals 19, beim EHC Chur. ARNO BALZARINI
Andres Ambühl, 2002, damals 19, in Davos. ARNO BALZARINI
Felicien Du Bois, 2004, damals 20, beim HC Ambri Piotta. KARL MATHIS
Kevin Romy, 2003, damals 18, bei Genf-Servette. LAURENT GILLIERON
Philippe Furrer, 2002, damals 17, beim SC Bern. LUKAS LEHMANN
Peter Guggisberg, 2002, damals 17, bei den SCL Tigers. MARCEL BIERI
Matthias Seger (rechts) im Mai 1997, zusammen mit Berns Björn Christen bei der Wahl der besten Spielerneulinge in der Nationalliga A. CHRISTOPH RUCKSTUHL
Eric Blum, 2006, damals 20, bei den SCL Tigers. (KEYSTONE/Edi Engeler) EDI ENGELER
Goran Bezina, im August 2004 nicht mehr ganz so jung (24), dafür umso cooler. LAURENT GILLIERON

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

Video: Angelina Graf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben