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Mitglieder der Jungfreisinnigen Schweiz mit unter anderem den Nationalräten Andri Silberschmid (FDP-ZH), vorne rechts, und Christa Markwalder (FDP-BE) lancierten heute die Renteninitiative. Bild: KEYSTONE

Mit einer Formel das Rentenalter berechnen – das musst du zur Renteninitiative wissen

Die Jungfreisinnigen haben heute die Renteninitiative lanciert. Wen sie dabei verärget haben und 3 weitere Dinge, die du dazu wissen musst.

Publiziert: 05.11.19, 11:34 Aktualisiert: 05.11.19, 14:19

Um was geht es?

Die Renteninitiative verlangt, dass das Rentenalter in der Schweiz schrittweise von 65 auf 66 Jahre erhöht wird und dieses danach an die Lebenserwartung zu koppeln.

Steigt die Lebenserwartung, soll auch das Rentenalter erhöht werden. Bild: Shutterstock

Bei der Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung soll eine Formel helfen: Pro Monat zusätzlicher Lebenserwartung soll das Rentenalter um 0,8 Monate steigen. Die Erhöhung wird fünf Jahre im Voraus bekannt gegeben. Damit soll die Planungssicherheit für künftige Rentnerinnen und Rentner garantiert werden.

Was ist das Ziel der Initianten?

Die Initianten wollen allen Schweizern eine angemessene Rente ermöglichen, wie sie am Dienstag vor den Bundeshausmedien erklärten. Mit dem aktuellen AHV-System sei das in absehbarer Zukunft nicht mehr möglich.

Der AHV fehlten im Jahr 2045 160 Milliarden Franken, sagte Patrick Eugster, Präsident des Initiativkomitees, gemäss Redetext. Nichtstun sei also keine Option. Die Jungfreisinnigen wollen nach eigenen Angaben aber nicht Beiträge erhöhen oder Renten zu kürzen, sondern das Rentenalter erhöhen.

Faktisch bedeutet das allerdings sowohl eine Beitragserhöhung als auch eine Rentenkürzung. Viele europäische Länder hätten ein höheres Rentenalter als die Schweiz, in einigen sei dieses auch schon mit der Lebenserwartung verknüpft, sagte Eugster.

Wer steckt dahinter?

Im Komitee sitzen neben Jungfreisinnigen zahlreiche Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentarier der FDP, darunter die Nationalräte Thierry Burkart (AG) und Christian Wasserfallen (BE), die Nationalrätinnen Christa Markwalder (BE) und Regine Sauter (ZH) sowie Ständerat Andrea Caroni (AR).

Die Renteninitiative hat bereits zu einem Zerwürfnis unter den bürgerlichen Jungparteien geführt. Die anderen werfen den Jungfreisinnigen vor, die Initiative trotz vorgängiger Absprache im Alleingang geplant zu haben. Weil sie erst im Nachhinein angefragt worden waren, haben die Jungparteien von BDP, CVP, EVP, GLP und SVP eine aktive Mitwirkung abgelehnt.

Wie hoch ist die Erfolgschance der Initiative?

In der Schweiz wird seit Jahren über eine Reform der Altersvorhersorge diskutiert. Eine Mehrheit hat sich dafür im Parlament vorläufig nicht gefunden. Auch beim Stimmvolk galt ein Rentenalter über 65 Jahre bisher als nicht mehrheitsfähig. Ein Grund dafür sind Zweifel, ob überhaupt ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen würden, um die über 65-Jährigen zu beschäftigen.

Der Bundesrat verfolgt eine Politik der kleinen Schritte. Mit der AHV-Reform, die er dem Parlament im August vorgelegt hat, soll vorerst nur das Rentenalter der Frauen an jenes der Männer angeglichen werden. Die steigende Lebenserwartung setzt aber nicht nur die AHV, sondern auch die berufliche Vorsorge unter Druck. In der zweiten Säule werden jährlich mehrere Milliarden umverteilt, weil die Rentenversprechen nicht anders eingelöst werden können.

Mit der Initiative wollen die Jungfreisinnigen die Frage nun dem Volk vorlegen. Bis dahin müssen aber bis zum 5. Mai 2021 100'000 Unterschriften gesammelt werden.

(ohe/sda)

Wer ist der wirtschaftsfreundlichste Politiker?

Sie belegt den ersten Platz, wenn es um die Wirtschaftsfreundlichkeit der Nationalräte geht: Margrit Kessler von der GLP St.Gallen. Um die Wirtschaftsfreundlichkeit zu testen, hat Bilanz gemeinsam mit Politnetz.ch 222 Abstimmungen ausgewertet. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Auch er taucht in diesem Ranking wieder weit vorne auf: Roland Fischer (GLP, BE). TI-PRESS / PABLO GIANINAZZI
Auf dem dritten Platz folgt die FDP-Politikerin und designierte Nationalratspräsidentin Christa Markwalder. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 4 der wirtschaftsfreundlichsten Politiker: Beat Flach, GLP Aargau. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Ebenfalls Rang 4 belegt FDP-Frau Gabi Huber aus dem Kanton Uri. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
FDP-Nationalrat Ruedi Noser aus Zürich, ebenfalls Rang 4. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Platz 7 der wirtschaftsfreundlichsten Politiker: Thomas Maier, GLP ZH. KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 8: Thomas Böhni, GLP Thurgau. KEYSTONE / GAETAN BALLY
Rang 9: Der Bündner GLP-Nationalrat Josias Gasser (hier bei der Atomausstiegsdebatte im Nationalrat). KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Ebenfalls noch in den Top Ten der wirtschaftsfreundlichsten Politiker der Schweiz: Thomas Waibel, GLP Zürich. KEYSTONE / GAETAN BALLY
SVP Parteipraesident Toni Brunner beim Haendeschuetteln-Marathon an der Bundesfeier in Ruemlang (ZH) am Samstag, 1. August 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri) KEYSTONE / WALTER BIERI
Christoph Mörgeli, Nationalrat Kanton Zürich, spricht mit einem Sympathisanten während dem Wahlkampfauftakt der Zürcher SVP, «SVP bi dae Luet», im Zeughausareal Uster am Dienstag, 25. August 2015, in Uster. (KEYSTONE/Dominic Steinmann) KEYSTONE / DOMINIC STEINMANN
Lukas Reimann, Nationalrat SVP-SG, spricht während einer Medienkonferenz des Initiativkomitees der Gold-Initiative «Rettet unser Schweizer Gold», am Donnerstag, 23. Oktober 2014, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Walter Wobmann (SVP/SO) äussert sich zu Emissionsbeschränkungen und Verstärkung der Geräuschvorschriften während der Sondersession am Dienstag, 6. Mai 2014 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann) KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Nationalrätin Nadja Pieren (SVP/BE) spricht an der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Volkspartei (SVP) am Samstag, 24. Januar 2015, in Locarno TI. (KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi) TI-PRESS / CARLO REGUZZI
Pirmin Schwander (SVP-SZ) spricht während einer Debatte im Nationalrat, am Dienstag, 5. Mai 2015, während der Sondersession im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau - Fehlanzeige!

Video: SRF / Roberto Krone

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