Er habe den «Wumms»: Olaf Scholz soll für die SPD Kanzler werden
Rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Deutschland wollen die Sozialdemokraten Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. «Olaf hat den Kanzler-Wumms», schrieben die SPD-Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Montag auf Twitter.
Hat den «Kanzler-Wumms»: Olaf Scholz.
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Scholz selbst erklärte, er freue sich auf einen «tollen, fairen und erfolgreichen Wahlkampf in einem starken Team». Präsidium und Vorstand hätten ihn einstimmig nominiert.
Die Personalie war lange vermutet worden, galt in der Partei aber zugleich als extrem umstritten. «Wir wissen, dass diese Entscheidung für einige eine unerwartete Wendung darstellt», erklärten die Parteichefs daher. «Wir bitten um Vertrauen in unseren Weg. Wir sind entschieden, diesen Weg gemeinsam zu gehen.»
Esken und Walter-Borjans galten lange als Gegner von Scholz, setzten sich im vergangenen Jahr bei der Wahl des Parteivorsitzenden auch gegen ihn durch. Seitdem habe es einen «engen Schulterschluss» und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Parteispitze, Fraktionsführung und den sozialdemokratischen Ministern gegeben, erklärten die Parteichefs.
«In dieser engen Zusammenarbeit haben wir Olaf Scholz als einen verlässlichen und am Team orientierten Partner erlebt, der für sozialdemokratische Politik für dieses Land kämpfen kann und will und der mit uns die Vision einer gerechten Gesellschaft teilt.»
Scholz ist bei der Bevölkerung Umfragen zufolge der beliebteste SPD-Politiker und hatte sich in der Corona-Krise mit beherztem Handeln und dem Schnüren milliardenschwerer Hilfspakete profiliert. In der SPD selbst ist er allerdings umstritten – vor allem beim linken Flügel. Zuletzt hatten sich vor allem Mitglieder der Bundestagsfraktion und andere SPD-Minister für ihn als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. (sda/dpa)
Kanzler, Altkanzler, Ehemann: Helmut Schmidts Leben in Bildern
Der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren gestorben. Auch für die Jüngeren war er kein Unbekannter, denn er war ein bekennender Raucher – sogar vor laufenden TV-Kameras wie hier im April 2015 in der ARD-Fernsehsendung «Menschen bei Maischberger». dpa / Daniel Bockwoldt
Schmidt war von 1974 bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt (rechts) Bundeskanzler. Der Mann in der Mitte ist Brandt-Referent Günter Guillaume, der später als Spion enttarnt wurde, was zum Rücktritt von Willy Brandt führte. AP / EDWIN REICHERT
Schmidt stellt sich im November 1977 auf der Rückreise von Polen im Flugzeug den Journalisten. AP NY / Fritz Reiss
Rauchen und Zeitung lesen, das waren die Leidenschaften von Schmidt. Seit 1983 war er Mitherausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit». EPA / JOZEF KUDICA / HANDOUT
US-Präsident Jimmy Carter und Bundeskanzler Schmidt am 15. Juli 1978 in Berlin. AP / STR
Schmidt, der damalige US-Präsident Ronald Reagan (Mitte) und der damalige Bürgermeister von Berlin, Richard von Weizsäcker, im Juni 1982 beim Checkpoint Charlie. AP/AP / STR
Schmidt mit dem damaligen Bundestrainer Jupp Derwall im Juli 1982 in Madrid, als Deutschland am WM-Final Italien unterlag. AP / STF
Ein Bild aus der Zeit des RAF-Terrors in Deutschland: Schmidt im August 1977 an der Trauerfeier für den erschossenen Banker Jürgen Ponto. AP / KLAUS SCHLAGMANN
Helmut Schmidt mit dem Vorsitzenden der DDR, Erich Honecker, im Dezember 1981 in Berlin. AP
Schmidt mit Ehefrau Loki. Ihr Tod im Oktober 2010 hat den ehemaligen Bundeskanzler tief getroffen. EPA / FABIAN BIMMER
Jugoslawiens Präsident Josip Broz Tito und Bundeskanzler Schmidt im Juni 1974 in Bonn, der damaligen Hauptstadt der Bundesrepublik. AP NY / KLAUS SCHLAGMANN
Schmidt besucht im Juni 1980 den sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew. AP
Helmut Schmidt mit Queen Elizabeth II im Mai 1978 in Bonn. EPA/DPA FILE / DPA
Helmut Schmidt mit der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher im Juni 1982 in Paris. AP/AP
Helmut Schmidt mit Kanzlerin Angela Merkel im Juli 2012 in Berlin. X90176 / THOMAS PETER
Helmut Schmidt hält in der Aula der Uni Zürich im Mai 1973 eine Rede zum Thema Europa und die USA. PHOTOPRESS-ARCHIV / FRANCESCA AGOSTA
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Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin, das ist ihr Werdegang
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