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Kein Jubel: Schiedsrichter Alan Kaye bittet Neil Danns nur mit Nachdruck, sich in die eigene Platzhälfte zu begeben. Bild: Screenshot Youtube

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

23. August 2003: Beim League-One-Spiel zwischen Oldham und Blackpool staunen die Fans nicht schlecht, als sie sehen, wie Schiedsrichter Alan Kaye nach einem Treffer von Blackpools Neil Danns plötzlich die Faust ballt.

Neil Danns ist mittlerweile ein alter Hase im Fussballgeschäft. Der 32-jährige Mittelfeldspieler hat in seiner Karriere schon für so manchen englischen Traditionsverein gekickt. So etwas wie an diesem Samstagabend im August 2003 bei seiner zweiten Station Blackpool, wird er später aber nie mehr erleben. 

Der einstige Blackpool-Spieler Neil Danns spielt in diesem Fall nur eine Nebenrolle. Bild: Getty Images Europe

Mit Blackpool trifft Danns am dritten Spieltag der League One, Englands dritthöchster Spielklasse, auf Oldham Athletic. Nachdem das Heimteam schon nach wenigen Sekunden durch John Eyre in Führung gegangen ist, drängen die «Tangerines» («Mandarinen») sofort auf den Ausgleich. 

Doch das Team aus der Küstenstadt in Nordwestengland muss sich bis nach der Pause gedulden, bis endlich der Ausgleich fällt. Danns wird in der 56. Minute kurz nach der Mittellinie angespielt, er präpariert kurz den Ball und hämmert ihn dann aus rund 35 Meter in die linke hohe Torecke. 

Video: youtube/official blackpool FC

Danns Teamkollegen wollen ihn für dieses Traumtor natürlich feiern, doch der Torschütze denkt nicht daran, sich in die Jubeltraube zu schmeissen. Hastig eilt er davon in Richtung Fankurve, doch plötzlich wird er jäh gestoppt. Schiedsrichter Alan Kaye macht Danns unmissverständlich klar, dass er keine grosse Show dulden wird. Mit geballter Faust und ausgestrecktem Daumen schickt er den Torschützen zurück in die eigene Platzhälfte.

«Jubel-Video» taucht immer wieder auf

Doch Kayes Geste wird offenbar nicht von allen Fussball-Fans so aufgefasst. Seit über zehn Jahren taucht das Video in regelmässigen Abständen mit dem Titel «Schiedsrichter jubelt über 30-Meter-Hammer» im Internet auf. Zugegeben, auf den ersten Blick sieht es vielleicht so aus, als würde der Referee mitjubeln. Spätestens beim zweiten Hinschauen sollte aber allen klar sein, dass dem nicht so ist.

Blackpool gewinnt die Partie gegen Oldham schliesslich 3:2. Bei keinem der zwei weiteren Treffer der Mandarinen «freut» sich Schiedsrichter Kaye nochmals mit. Nichtsdestotrotz: Immer wird englischen Unparteiischen vorgeworfen, parteiisch zu sein. Die Auflösung ist nicht immer ganz einfach, aber urteilt bei den folgenden zwei Fällen doch gleich selbst:

Gilt ein Zwischenhüpf schon als Jubelgeste? video: youtube/MrArsenalFan2k11

Jubelt er oder zeigt er möglichst schnell auf den Mittelpunkt? Video: youtube/Saeid Ghasemi

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Die Spitznamen der Premier-League-Teams und ihr Ursprung

Arsenal London – Gunners: Der Londoner Klub wurde von Arbeitern eines Rüstungsbetriebs gegründet. Daran erinnert auch die Kanone im Logo. Philip Oldham/freshfocus
Aston Villa – Villans: Gegründet wurde der Klub von Mitgliedern der Villa Cross Wesleyan Chapel in Birmingham. Eddie Keogh
AFC Bournemouth – Cherries: Neben dem Dean Court, dem Stadion, standen einst viele Kirschbäume. Daniel Kopatsch
Chelsea London – Blues: Die Farbe des Trikots. Peter Cziborra
Crystal Palace – Eagles: Die Londoner übernahmen den Spitznamen von Benfica Lissabon und fügten den Adler auch gleich ins Klublogo ein. Clive Rose
Everton – Toffees: Das ist eine Caramel-Süssigkeit. Der Spitzname kommt wohl daher, dass ein lokaler Laden begann, ein Mädchen Toffees ins Publikum werfen zu lassen. ANDREW YATES
Foxes: Der Klub kam zum Spitznamen, weil die Region für die Fuchsjagd bekannt ist. Mike Hewitt
Reds: Liegt wohl auf der Hand. PHIL NOBLE
Citizens: Der Spitzname kommt vom Zusatz «City». Dean Mouhtaropoulos
Red Devils: Die exakte Herkunft ist unklar, mutmasslich ist er von einem Rugby-Team übernommen worden. ALY SONG
Magpies & Toon: Magpies sind Elstern, man nennt den Klub wegen seiner Farben so. «Toon» ist örtlicher Dialekt für «Town». Nigel Roddis
Canaries: In der Gegend gab es früher sehr viele Kanarienvögel, deshalb spielt der Klub auch in Gelb-Grün (genau wie Nantes). Matthew Childs
Saints: Gegründet wurde der Klub als Kirchenteam unter dem Namen St Mary's Church of England Young Men's Association. GERRY PENNY
Potters: Die Region zwischen Manchester und Liverpool wurde durch ihre Töpfereien bekannt. Mike Hewitt
Black Cats: Der Name stammt von der Black Cat Battery, einer Artillerie-Einheit, die in der Hafenstadt stationiert war. Tony O'Brien
Swans: Wie sonst soll man denn heissen, wenn man aus dieser Stadt kommt? REBECCA NADEN
Spurs: Der Klub verdankt seinen Namen dem Adeligen Sir Henry Percy alias «Harry Hotspur» und dessen Kampfhähne trugen Sporen. Matthew Childs
Hornets: 1959 wählten die Fans aufgrund des neu gold-schwarzen Dresses den Spitznamen «Hornissen». Richard Heathcote
Baggies: Eine Erklärung dafür ist, dass die Arbeiter der Stahlstadt in der Fabrik grosse «baggy» Hosen trugen. Rui Vieira
Hammers: Der Klub wurde als Mannschaft einer Stahlfabrik gegründet. Jamie McDonald