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Studenten an der Universität St.Gallen. Bild: KEYSTONE

Ungerechtfertigt Spesen bezogen? HSG reicht Strafanzeige gegen Professor ein

Paukenschlag in der HSG-Spesenaffäre: Der Universitätsrat hat Strafanzeige gegen den deutschen Rechtsprofessor Peter Sester eingereicht. Der Brasilien-Experte wird zudem mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Zudem trifft die HSG Vorkehrungen, damit sich solche und ähnlich gelagerte Fälle möglichst nicht mehr wiederholen können.

Publiziert: 17.01.19, 10:17 Aktualisiert: 17.01.19, 10:41

Die HSG kommt seit Monaten nicht aus den Negativschlagzeilen. Zu reden gibt unter anderem ein mutmasslicher Spesenmissbrauch am Institut für Finanzwissenschaft, Finanzrecht und Law and Economics (IFF). Auslöser: Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen am Institut.

HSG-Professor Peter Sester. Bild: hsg

Nun zieht die HSG Konsequenzen: An einer Medienkonferenz, an welcher Regierungspräsident Stefan Kölliker und HSG-Rektor Thomas Bieger teilnahmen, wurde bekannt, dass der Universitätsrat Strafanzeige gegen Professor Peter Sester eingereicht hat. Zudem wurde Sester mit sofortiger Wirkung von sämtlichen Aufgaben entbunden. Kölliker hatte im vergangenen November publik gemacht, dass fragwürdige Spesenbezüge von 100'000 bis 120'000 Franken im Raum stünden.

Im vergangenen Frühling aufgeflogen

Der Spesenfall war im vergangenen Frühling zunächst HSG-intern zum Thema und dann auch publik geworden. In der Folge wurde eine unabhängige Administrativuntersuchung eingeleitet, im Juni wurden dann drei Disziplinarverfahren eröffnet.

«Diese untersuchten allfällige, nicht dem Spesenreglement entsprechende Spesenbezüge an einem HSG-Institut», heisst es im Communiqué der Universität.

Nach einer vertieften Abklärung des Schlussberichts der Administrativuntersuchung beschloss der Universitätsrat nun, umgehend Strafanzeige gegen Peter Sester einzureichen. Kölliker sagt:

«Das entsprechende Disziplinarverfahren wird für diese Zeit sistiert, und Peter Sester wurde mit sofortiger Wirkung von sämtlichen Aufgaben an der HSG entbunden.»

Die Disziplinarverfahren gegen die beiden anderen Dozenten laufen gemäss Stefan Kölliker weiter. Er betont: «Es ist unser Ziel, die Disziplinarverfahren schnellstmöglich abschliessen zu können.»

Um wen es sich bei den beiden anderen Dozenten handelt, will die HSG nicht sagen. «Namen werden keine veröffentlicht», so Kölliker. Auch die spezifischen Gründe der beiden Disziplinarverfahren wolle man nicht kommunizieren. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Bild: KEYSTONE

Auf Strafanzeige wird Strafklage folgen

Kölliker sagte an der Medienkonferenz weiter, dass der Universitätsrat gegen Sester in den nächsten Wochen zusätzlich noch eine Strafklage einreichen wird. Mehr wolle er dazu aber nicht sagen, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Nur so viel: «Die genauen Strafpunkte stehen noch nicht endgültig fest.»

In Sachen Strafanzeige liegt der Fall nun bei der St.Galler Staatsanwaltschaft. «Diese hat nun die Möglichkeit, Teile des Untersuchungsberichts zu veröffentlichen», so Kölliker.

Visierungen nach dem Vieraugenprinzip

Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Spesenskandal haben Rektorat und Universitätsrat in den vergangenen Monaten mehrere Massnahmen eingeleitet, um die erkannten Schwachstellen zu beheben, wie es in der Mitteilung weiter heisst. So wurde per 1. Februar 2019 eine «neue, klare Weisung» zur Visierung von Spesenabrechnungen nach dem Vieraugenprinzip beschlossen. Die HSG schreibt:

«Künftig gilt innerhalb jeder Institutsdirektion die Visierung von Spesen mit Zweitunterschrift, wobei die zweite visierungsberechtigte Person vom Spesenbezüger unabhängig sein muss (ohne Unterstellung).»

Kölliker betonte an der Medienkonferenz nochmals, dass ab sofort eine unabhängige und vor allem nicht unterstellte Person Spesen unterschreiben muss. Im Fall Sester wäre dies ein anderer Direktor des Instituts gewesen.

Parallel dazu hat der Universitätsrat das überarbeitete Spesenreglement verabschiedet, das am 1. Februar in Kraft treten soll. Präzisierungen wurden laut dem Communiqué im Bereich der Dokumentationspflicht vorgenommen, ebenso wie bezüglich der zu verwendenden Verkehrsmittel und Übernachtungsangebote.

«Die HSG kennt zudem keine Spesenpauschalen mehr. Spesen folgen dem Verhältnismässigkeits- und Wirtschaftlichkeitsprinzip», sagt HSG-Rektor Thomas Bieger. Es solle aber nicht der Eindruck entstehen, dass es bisher eine Pauschale von jährlich mehreren tausend Franken gegeben habe. «Nichtsdestotrotz gibt es ab sofort nur noch Pauschalen gegen einen Originalbeleg», so Bieger.

So schön ist St.Gallen (und nein, das Uni-Gebäude der HSG gehört nicht dazu)

Am Ballon Cup in Kirchberg, Österreich, nahm das Kloster St.Gallen auch mal teil. (bild: cjwho.com) http://www.cjwho.com/
1893 fliegt Spelterini mit seinem Ballon über St.Gallen. (bild: spelterini/wikicommons) spelterini
Und noch einmal, weil es so schön war: Die St.Galler Altstadt von oben. (bild: sow.ch) http://www.sow.ch/wolki/ILS-Teff%2014.05.05/Gross/Kloster%20St.Gallen.html
Der Klosterplatz. (bild: st.gallen-bodensee.ch) http://www.st.gallen-bodensee.ch/de/medien/medienbilder?keywords=&keywords=&keywords=&keywords=&pnx1a=37&keywords=
Das Kloster. (bild: dark-host.com) http://dark-host.com/tities-tim-klosterman-pastor/
Die Türmchen des Klosters. (bild: theatersg.ch) http://www.theatersg.ch/spielplan/matinee-6-stgaller-festspiele
Der Weihnachtsbaum kommt angeflogen: Ein Helikopter transportiert ihn von Wittenbach auf den Klosterplatz, 2010. (bild: keystone) Keystone
Die spätbarocke Stiftskirche wurde zusammen mit dem Stiftsbezirk 1983 von der UNESCO in die Liste der schützenswerten Weltkulturgüter aufgenommen. (bild: flickr/hellebardius) https://www.flickr.com/photos/libaer2002/2311193542/in/photolist-5NrRdk-pfXcBq-6A8zEv-ibmj6X-4wetjw-fQ77g2-ajkHFa-ajkWGV-5SViyU
Die Stiftsbibliothek. (bild: stadt.sg.ch) http://www.stadt.sg.ch/
«Zur Wahrheit» am Gallusplatz. (bild: stadt.sg.ch) http://www.stadt.sg.ch/
Blick vom Turm der St.Laurenzen-Kirche auf die Dächer der Altstadt. (bild: keystone) Keystone
An der Linsebühlstrasse. (bild: flickr/manuelmartin)
Der Uhrenturm der Hauptpost am Bahnhofsplatz. (bild: lomography.com) http://www.lomography.com/photos/19681334
Der Bahnhof. (bild: tumblr/miniwelt) http://miniwelt.tumblr.com/
Die Olma-Schweinchen. (bild: keystone) keystone
Schlammschlacht am Open Air. (bild: keystone) keystone
«Die Drei Weihern»: Blick auf den Steg im Familienweiher. (bild: keystone) keystone
Der Bubenweiher im Herbst ... (bild: facebook/st.gallenbodensee) https://www.facebook.com/St.GallenBodensee
... und im Sommer ... (bild: keystone) keystone
... und im Winter. (bild: keystone) Keystone
Aussicht von den «Drei Weihern». (bild: stadt.sg.ch) http://www.stadt.sg.ch/
Der Gauklerbrunnen im Stadtpark wurde 1960 vom Schweizer Bildhauer Max Oertli entworfen. (bild: stadt.sg.ch) http://www.stadt.sg.ch/
Er spritzt aus den Fingern. (bild: myheimat.de) http://www.myheimat.de/hamburg/kultur/gaukler-koennen-auch-als-brunnen-herhalten-gauklerbrunnen-im-schweizerischen-st-gallen-d1
Das Sitterviadukt. (bild: flickr/npobre) https://www.flickr.com/photos/npobre/
Die Lokremise. (bild: flickr/npobre) https://www.flickr.com/photos/npobre/
Das Stadttheater wurde 1968 von Claude Paillard entworfen. (bild: pius rast via nike-kultur.ch) Paillard, Claude
Das Denkmal für den St.Galler Reformator, Bürgermeister, Arzt und Geschichtsschreiber Vadian. (bild: flickr/greeezer) https://www.flickr.com/photos/greeezer/

Nebenbeschäftigungen werden aufgelistet

Des Weiteren informiert die HSG darüber, dass die Informations- und Offenlegungsrichtlinien überarbeitet worden sind:

«Die Offenlegung von Nebenbeschäftigungen ist neu explizit als Dienstpflicht ausgewiesen.»

Zudem seien Präzisierungen vorgenommen worden, die Umfang, Art und Geltungsbereich regelten. Nebenbeschäftigungen von Dozierenden werden künftig in einem zentralen, öffentlich zugänglichen Online-Register aufgelistet, das bis spätestens kommenden Sommer aufgeschaltet wird. Bis Sommer soll auch das bestehende Reglement für Nebenbeschäftigungen überarbeitet werden.

Mehr Transparenz werde auch bei Partnerschaften und Dienstleistungen an Dritte sowie bei der Entgegennahme von Sponsoringgeldern und Spenden geschaffen, teilt die Universität weiter mit. Neu gilt die Offenlegungspflicht nicht mehr wie bisher ab 100'000, sondern bereits ab 50'000 Franken. «Die entsprechenden Angaben werden der Öffentlichkeit auf den Webseiten der einzelnen Einheiten und Institute zugänglich gemacht.» (dwa/tn/ch media)

Das sind die besten Universitäten der Welt

Das Magazin Times Higher Education ermittelt jedes Jahr die besten Universitäten weltweit. In der aktuellen Ausgabe (2021) zum sechsten Mal auf Platz 1: Universität Oxford (UK). wikicommons / Peter Trimming
Platz 2: Das California Institute of Technology (USA) muss sich den zweiten Platz mit der Universität Harvard (USA) teilen. wikicommons / Canon.vs.nikon
Platz 3: Die Universität Harvard (USA) muss sich den zweiten Platz mit dem California Institute of Technology (USA) teilen. wikicommons / chensiyuan
Platz 4: Stanford University (USA). wikicommons / LPS.1
Platz 5: Das Massachusetts Institute of Technology (USA) muss sich den fünften Platz mit der University of Cambridge (UK) teilen. wikicommons / John Phelan
Platz 5: Die University of Cambridge (UK) muss sich den fünften Platz mit dem Massachusetts Institute of Technology (USA) teilen. wikicommons / Steve Cadman
Platz 7: Princeton University (USA). wikicommons / popejon2
Platz 8: University of California, Berkeley (USA). wikicommons / brainchildvn
Platz 9: Yale University, New Haven (USA) keystone / Pat Eaton-Robb
Platz 10: University of Chicago (USA). wikicommons / pd
Und nun zu den bestplatzierten Schweizer Universitäten. Auf Platz 15: Die ETH Zürich verliert im Vergleich zum Vorjahr einen Platz – bleibt aber die beste Universität Kontinentaleuropas. wikicommons / Roland zh
Platz 40: Die ETH Lausanne macht drei Plätze gut im Vergleich zum Vorjahr. wikicommons / Mikado1201
Platz 75: Die Universität Zürich verliert zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. wikicommons / Fallobst
Platz 101: Die Universität Bern verpasst knapp die Top 100. wikicommons / Aliman5040
Platz 103: Die Universität Basel rutscht aus den Top 100 – von Platz 92 im Vorjahr auf Platz 103. wikicommons / CdaMVvWgS
Platz 176: Die Universität Lausanne klettert von Rang 191 im Vorjahr auf Platz 176. Und macht somit im Vergleich zu den anderen Schweizer Unis am meisten Plätze gut. wikicommons / Rama
Platz 197: Die Universität Genf verliert Plätze: von 149 im Vorjahr auf Platz 197. wikicommons / Roland Zumbühl
301–350: Universität St.Gallen. wikicommons / Maxi86ch
301–350: Universität Lugano. By Amin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69418470
401–500: Universität Fribourg. wikicommons / Norbert Aepli, Switzerland

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