Auf WhatsApp machen Falschinformationen zum Corona-Virus die Runde. Bild: EPA
In den sozialen Medien zirkulieren Falschinformationen über einen landesweiten Notstand und leeren Supermarktregalen. Der Bundesratssprecher warnt vor solchen Fake News.
Sie heissen Moni oder Dani, und sie müssen gewarnt werden. Derzeit machen verschiedene Sprachnachrichten auf Whatsapp die Runde, welche vermeintlich aus einem privaten Gespräch heraus weitergeleitet wurden.
Solltest du sowas geschickt bekommen: Lösch es wieder.
Die Botschaft ist immer die gleiche: Heute soll der Notstand ausgerufen werden in der Schweiz, das wüssten die Sprachnachrichtenersteller aus guter Quelle. Deswegen solle man seine Einkäufe möglichst vorher noch erledigen.
Solltest du sowas geschickt bekommen: Lösch es wieder.
Bei diesen Sprachnachrichten handelt es sich jedoch um Fake News. Der Bundesrat hat zwar gestern eine Reihe neuer Massnahmen bestimmt, der Notstand wurde jedoch nicht ausgerufen. Die Supermärkte bleiben weiterhin offen, auch Restaurants und Bars dürfen mit Einschränkungen ihren Betrieb weiterführen.
Diese Dame scheint sogar zu wissen, dass bald alle Importe und Exporte gestoppt werden. Auch hier: Das stimmt nicht.
Trotzdem kam es gestern und heute zu Hamsterkäufen in vielen Läden. Dabei wurden nicht nur lang haltbare Lebensmittel wie Pasta, Reis und Konserven in grosser Menge gekauft, auch in der Gemüse- und Früchteabteilung stand man oft vor leeren Regalen.
Leere Regale im Coop Lochergut. bild: watson
Der Bundesratssprecher André Simonazzi warnt via Twitter vor solchen Falschinformationen. Es werde kein Notstand ausgerufen. Die Meldung animiere zu Hamsterkäufen und sei unverantwortlich.
Coop und Migros versichern derweil, dass es auch in Zeiten einer Pandemie für alle genug haben wird. Gegenüber «20 Minuten» sagte der Migros-Mediensprecher Marcel Schlatter:
Von Hamsterkäufen leergeräumte Regale, wie wir sie in den letzten paar Tagen immer wieder antreffen, bedeuten nicht, dass Nahrungsmittel knapp werden, sondern lediglich, dass die Nachfrage den vorhandenen Filialbestand übersteigt. Für den Fall von schweren Mängeln unterhält der Bund Pflichtlager an Lebensmitteln.
Unabhängig des Corona-Virus empfiehlt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), dass jeder einen Notvorrat bei sich Zuhause hat. So soll jeder Haushalt neun Liter Wasser auf Vorrat haben. Eminent wichtig ist dies in Zeiten des Coronavirus zwar nicht, das Virus bedroht die Trinkwasserversorgung nämlich nicht.
Weiter sollten Haushalte Lebensmittel für eine Woche auf Vorrat haben. Dabei sind jedoch eher lang haltbare Speisen wie Reis und Teigwaren gemeint. Auch Verbrauchsgüter wie Hygieneartikel oder Taschenlampen und Streichhölzer sollten in keinem Haushalt fehlen.
Die Läden stürmen muss deswegen niemand. Auch bei einem ausgerufenem Notstand würden Lebensmittelläden offen bleiben. Laut dem BWL sei die Versorgung der Schweiz mit Nahrungsmittel zudem sichergestellt. Auch für Dani und Moni.
(Mit Material der DPA)
Video: SRF / Roberto Krone