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Ich tippe auf Typ 1, 2 oder 12. bild: shutterstock

Diesen 15 Typen begegnest du beim Wandern garantiert (einigen davon leider)

Das Wandern ist des Schweizers Lust. Nie entdeckten wohl so viele Bewohner der Schweiz ihre Heimat wandernd wie im Sommer 2020. Das ist super. Aber manchmal auch nicht. Weil diese Typen triffst du dann bestimmt.

Publiziert: 16.09.20, 11:05 Aktualisiert: 17.09.20, 10:43

Der Allwissende

Er kennt alles. Das orange-gelbe Blümchen? Der Gold-Pippau. Der zweite Gipfel von links neben dem breiten Rücken am Horizont? Das Spitzhore. Der Stein da? Cordieritgneis mit ziemlich viel Biotit. Das Gezwitscher im Baum? Der Zilpzalp. Eine Alp? Er kennt die Sage dazu. Ein Bergsee? Er weiss die Entstehungsgeschichte.

Er braucht auch keine Wegweiser. Und wenn, dann nur um zu sagen: Die Zeitangabe stimmt nicht. Wir sind 15 Minuten schneller dort. Meist ist er beeindruckend. Manchmal nervt er.

Die Lieblingspose des Allwissenden und des App-Klugscheissers. bild: Shutterstock

Die App-Klugscheisserin

Sozusagen die kleine Schwester des Allwissenden. Allerdings weiss sie nichts selbst, kennt aber für alles die passende App.

Selbst das Matterhorn entdeckt sie erst dank Peakfinder und das Edelweiss nur, weil sie mit seiner Blümchen-App die Blüten fotografierte. Auch dass wir in den Alpen durch die Alpenfaltung eigentlich auf afrikanischem Boden wandern, erfährt sie dank ihrem Smartphone. Sie beeindruckt nie, nervt dafür meist.

Der Gasthaus-Wanderer

Sein Ziel ist nicht der Weg, nicht der Bergsee, nicht der Grat oder das Panorama und schon gar nicht ein Gipfel. Alles, was er will, ist ein kühles Bier in einer Beiz.

Meist nimmt er dafür, wo immer möglich, die Bahn, spaziert dann kurz und setzt sich zur Belohnung ins Restaurant. Aber nachher allen erzählen, dass er wieder wandern war.

Das Ziel des Gasthaus-Wanderers. Eine Terrasse mit schöner Sicht, dazu was zu trinken. bild: Shutterstock

Die Raserin

Pause? Haha, das kann ich dann am Abend machen, sagt sich die Raserin und wandert rennt los. Eigentlich sind Wanderwege für sie ein Fitnesscenter. Erholung sucht sie an anderen Orten. Gerne ist sie mit Trinkschlauch unterwegs und das Sandwich verdrückt sie am liebsten im Marschschritt.

Die ganz ausgeprägte Form der Raserin ist die Trailrunnerin. Die würde nie im Leben Wanderschuhe anziehen, weil damit kann man ja nicht rennen.

Wer braucht schon klobige Wanderschuhe? bild: Shutterstock

Der Old-School-Wanderer

Eine richtige Wanderung beginnt für ihn früh am Morgen. Dann schlüpft er in seine Jeans und sein kariertes Hemd, nimmt den alten Militärrucksack aus dem Keller, packt die Wanderkarte ein und wandert los. In die Beiz würde er nie gehen, schliesslich hat er sein Brot dabei, das er mit dem Sackmesser in Scheiben schneidet und mit dem er den Landjäger portioniert.

Unterwegs ärgert er sich über den Massenandrang und erzählt, wie er früher immer alleine in den Bergen unterwegs war, also das Wandern praktisch erfand.

Die Hightech-Wanderin

Ihre Ausrüstung ist top. Die neusten Fasern am Körper, das beste Leder am Schuh, der leichteste, aber gleichzeitig resistenteste Rucksack im Universum. Dazu natürlich eine Pulsuhr, die auch noch den Kalorienverbrauch für alle Mitwanderer misst. Die Mütze kühlt gleichzeitig den Nacken, das leichte Jäckchen kühlt im Sommer und wärmt im Spätherbst. Die Wanderstöcke messen die Steigung bei jedem Schritt, eigentlich ein Wunder, dass sie selbst noch laufen muss.

Auch mal eine Wanderung wert:

Video: watson/Reto FEHR

Der Allespacker

Bei seinem Anblick wird klar: Der wandert jetzt gleich zwei Wochen durch unentdeckte Wildnis, schläft irgendwo im Zelt und niemand weiss, ob er jemals zurück kehrt. Ausgerüstet wäre er mit Kleidern für alle Wetterlagen, Essen für eine Kompanie und einer Sanitätsbox mit der er auch einfache Operationen durchführen könnte. Sein Rucksack wiegt entsprechend schwer.

Sein Rucksack ist dann aber so schwer, dass ihm auch der stündige Seniorenrundweg alles abverlangt.

2 Wochen Abenteuer oder doch nur die zweistündige Seerundwanderung? bild: shutterstock

Die Minimalistin

Wanderschuhe? Ich ziehe Sneakers an. Rucksack? Ein Täschli mit einem 5dl-Getränk reicht. Essen? Gibt ja sicher irgendwo eine Beiz unterwegs. Jacke, weil ich bei doch kühlen Temperaturen auf 2500 Meter hinauf wandere? Ach was. Blasenpflaster? Hat sicher jemand anderes dabei. Fernglas? Leihe ich dann aus, wenn jemand die Steinböcke sieht.

Der Jammeri

Eigentlich wollte er gar nicht wandern. Aber alle seine Freunde waren begeistert und irgendwann wurde ihm klar: Er muss da halt auch mit.

Sein Sprachrepertoire beschränkt sich auf: «Simmer bald da-ah?», «Mini Füess tüend weh», «Ich ha kei Luscht meh», «Dä Bergsee hät uf Föteli au besser usgseh» oder «Nöd mal ä richtigs Schnitzel händs i därä Berghütte». Immerhin ist er dann die glücklichste Person, wenn der Wandertag zu Ende geht.

Von hinten sieht man es gar nicht, aber das ist der Jammeri. bild: shutterstock

Die Einheimische

Sie kennt hier jeden Stein. War schon 100 Mal auf dem Berg und kennt jeden Älpler unterwegs persönlich. Leider wirkt sie jeweils grantig und kantig, wenn du mit ihr kurz plaudern willst oder – noch schlimmer – nach dem Weg fragst.

Sie gibt dir dann immer so bisschen das Gefühl: Du gehörst hier nicht hin, geh zurück ins Flachland. Dabei wäre es eigentlich sehr spannend zu hören, was sie über die Gegend zu erzählen weiss.

Naa, wem gehört jetzt die Welt? bild: Shutterstock

Der Like-Sucher

Er sah auf Instagram das Bild vom Obersee, auf TikTok das Video vom Oeschinensee und auf Facebook den Aescher. Und schon ist klar: Da muss er auch hin. Nicht wegen der Wanderung oder der Aussicht. Wegen des Fotos. Dieses soll dann aus einem wirklich noch nie gesehen Winkel geschossen werden und mit einer total neuen Pose garniert sein, damit es so viele Likes wie möglich bringt.

Ach ja, wie der See und der Berg dann schon wieder hiess, vergisst er kurz nach dem Post. Weil den Ort verraten, wo man das einzigartige Bild schoss – eine Todsünde (auch wenn schon alle wissen, wo er war).

Die Expertin

Sie wandert schon lange, weiss, wie man den Rucksack intelligent packt und hat noch den einen oder anderen Trick auf Lager.

Die lange Anfahrt im Zug geniesst sie in bequemen, leichten Schuhen. Die Wanderschuhe zieht sie nur für die Wanderung an, das macht sich auch auf dem Rückweg bezahlt. Ausfahrbare Wanderstöcke hat sie natürlich dabei.

Das Getränk füllt sie nicht unten beim Start der Wanderung, sondern irgendwo unterwegs am Bach oder Brunnen. Ihre Hosenbeine kann sie dank dem Reisverschluss problemlos abnehmen. Und ganz wichtig: Sie hat immer einen Knirps dabei. Nichts ist bei (plötzlichem) Regen sinnvoller.

Die Expertin auf dem Gipfel. bild: shutterstock

Der Rabauke

Er ist neu beim Wandern und kennt die ungeschriebenen Gesetze nicht. Zu seiner – und aller – Unterhaltung lässt er über Böxli seinen Sound laufen, den Abfall lässt er liegen – wird ja schliesslich in Zürich am See auch von irgendjemandem weggeräumt. Die Viehzäune lässt er offen, grüssen tut er eh nicht. In der SAC-Hütte meint er abends lange Lärm machen zu müssen, am Morgen ärgert er sich über die Frühaufsteher und beschwert sich über die Schnarchenden. Obwohl doch jeder weiss: SAC-Hütte ohne Ohrenstöpsel kann schwierig werden.

Die Geniesserin

Wo es hingeht, ist eigentlich egal. Ob es auf den Gipfel reicht? Völlig wurst. Hauptsache, die Geniesserin ist in der Natur unterwegs, findet ein lauschiges Plätzchen, geniesst die Ruhe und Schönheit der Gegend und kehrt abends erholt zurück nach Hause.

Die Zusammen-Alleine-Wandernden

Eigentlich hätte es eine schöne Wanderung zu viert werden sollen. Endlich mal wieder Zeit, um miteinander zu plaudern. Aber leider ist einer superschnell, jemand sehr langsam, eine fotografiert alle Blümchen unterwegs und der letzte nimmt immer gerne die kleinen Abkürzungen. So wandert am Ende eigentlich jeder für sich selbst. Aber immerhin war man zusammen da.

16 unbekannte Highlights der Schweiz

Wir fangen nahe am Ursprung der Schweiz an: Das erste Dorf neben dem legendären Rütli am Vierwaldstättersee ist Bauen. Hier hört die Strasse von Seedorf her kommend auf. Zu Fuss geht es aber rund 800 Treppenstufen durch den Wald hoch nach Seelisberg. Bauen hat übrigens dank seiner Lage am Urnersee ein sehr mildes Klima, sodass Palmen und Feigen gedeihen.
Apropos mildes Klima: Wir wechseln ins Tessin und dort ins Alto Malcantone. Hier lockt das verträumte Bergkaff Breno mit einem hübschen Altstädtchen und der imposanten Kirche samt Friedhof zuoberst auf dem Hügel. Übrigens: Rundherum gibt's grandiose Wanderungen. Zum Beispiel vom Monte Lema aus, der auf der Grenze zu Italien sitzt und von Miglieglia per Seilbahn bequem erreichbar ist. Auch spannend: Der Kastanien-Themenwanderweg, der nicht nur während der Kastaniensaison lohnenswert ist.
Grimentz im französischsprachigen Val d'Anniviers ist unser nächster Stopp. Das Dorf auf einer Sonnenterrasse auf rund 1500 Metern über Meer besticht durch einen der schönsten alten Ortskerne (autofrei) im Wallis. Im Sommer gibt's unzählige Wander- oder Bike-Möglichkeiten, im Winter hat's ein Skigebiet.
Nächster Halt ist vor allem etwas für alle, die den Blick aufs Nebelmeer lieben, etwas Passfeeling wünschen, aber dafür nicht zu weit von Zürich fahren wollen: Das Ghöch oberhalb Bäretswils im Zürcher Oberland bietet wunderbare Blicke in die Glarner Alpen, den Alpstein und das Tössstockgebiet (mit dem höchsten Zürcher, dem Schnebelhorn). Gemütliche und einfache Wanderungen bis hinüber zum Bachtel laden genauso zum Verweilen ein wie ein Drink auf der Sonnenterrasse im Restaurant in dem Weiler.
Der Eingang zur Gorges du Trient liegt unten im Tal in Vernayaz und lässt einen dem spektakulären Weg entlang staunen. Wer aber schon mal da ist, sollte sich Salvan nicht entgehen lassen und ins Dorf am steilen Hang des Trienttals hochfahren. Hier ist das Tal zwar weniger spektakulär, aber der Tag lässt sich im kleinen Zoo, dem schönen Freibad (in den Fels gehauen) oder der Gorges du Triège grandios abrunden.
Weg von der Schlucht, hin an den Rhein. Wir befinden uns in Gottlieben, der kleinsten Gemeinde des Kantons Thurgau. Die alten Riegelhäuser und die Restaurants am Seerhein sorgen für Ferienstimmung und wer kennt die Gottlieber Hüppen nicht? Wer mit einem Boot (auch Schlauchboot) etwas auf dem Rhein paddelt oder sich treiben lässt, sieht auch das Schloss Gottlieben (auf dem Bild links) in seiner ganzen Pracht. Dieses ist nur vom Fluss oder von Deutschland aus gut sichtbar.
Ab auf die nächste Sonnenterrasse. Dieses Mal ist es Illgau oberhalb des Muotathals. Wer von unten anreist, sieht die imposanten Wasserfälle des Bettbachs und Mettelbachs (je nach Wasserstand). «Oben» kann man Illgau Richtung Ibergeregg verlassen, wo wiederum Wanderer und im Winter Skifahrer (Hoch-Ybrig) auf ihre Kosten kommen.
Was eignet sich besser für einen Roadtrip als ein Paradies mit eigener Autobahnausfahrt? Das bietet Iseltwald am Brienzersee. Vor dem Strassenbau war das Nest nur über Wasser erreichbar. Das Schnäggeninseli – einzige Insel im Brienzersee – liegt hier vor dem Dorf im Wasser. Sie gehört zum Schloss Seeburg (im Bild ganz rechts), das allerdings praktisch nie bewohnt war und heute mehrheitlich als Kongress- und Kurzentrum dient.
Ich konnte mich nicht zwischen La Neuveville BE (Bild) und dem Nachbardorf Le Landeron NE entscheiden, darum seien hier beide Orte am Bielersee kurz erwähnt. Beide beeindrucken mit einem hübschen Altstädtchen und beide bieten Campingplätze direkt am See. Der Chasseral ist zudem fast genauso schnell erreichbar wie die St.Petersinsel, Neuenburg, Murten oder Biel.
Eigentlich tut es fast ein bisschen weh, den Obersee in einem Artikel für Roadtrips zu nennen. Denn so schöne Orte sollten fast nicht mit dem Auto erreichbar sein. Aber es ist so: Mit dem eigenen PKW kann man von Näfels hinauf bis zum Restaurant am See fahren.
Wir bleiben in den Bergen. St.Antönien liegt «hinter dem Mond links», wie es selbst bewirbt. Ganz hinten in der Gemeinde im Prättigau markiert der Partnunsee praktisch das Ende der Schweiz Richtung Österreich. Der Weiler Partnun ist per Auto erreichbar und lockt mit zwei Gasthäusern. Von dort ist es noch etwa eine 15-minütige Wanderung zum Bergsee zwischen den eindrücklichen Sulzfluh und Schijenflue.
Wie wäre es zur Abwechslung mit einer Reise ins Mittelalter? Dieses Gefühl kriegt, wer in Romainmôtier um die Stiftskirche herum spaziert. Das Dorf liegt abgelegen im Tal des Nozons. Wer nach der Autofahrt gerne wandert, dem seien die Wasserfälle Cascade du Dard und Tine de Conflens empfohlen. Wer mag, erreicht zu Fuss in etwas mehr als drei Stunden La Sarraz mit einem schönen Schloss. Gleich nebenan trennt sich übrigens das Wasser: Ein Teil fliesst in die Nordsee, einer ins Mittelmeer. Darum nennt sich das Kaff Pompaples unbescheiden auch: «Milieu du Monde».
Es gibt wenig schönere Autostrecken als jene über den Passwang und dann hinunter nach Balsthal. Kurz vor dem Dorf macht das Tal an der Klus zu und auf der einen Seite thront die Ruine Neufalkenstein. Kleiner Funfact dazu: Neufalkenstein ist rund 150 Jahre älter als die Ruine Altfalkenstein am anderen Ende des Dorfs und der Klus nach Oensingen.
Im Jura haben wir noch etwas für all jene gefunden, die ihre Ruhe möchten: Das kleine Soubey am Doubs liegt nahe der französischen Grenze. Die Anfahrt ins Tal hinunter ist spannend, eine Weiterfahrt bis ins bekanntere St-Ursanne zu empfehlen. Und wer noch nicht genug von Wasser hat: Unweit von Soubey lockt der Etang de la Gruère und wartet nicht nur darauf, für Instagram fotografiert zu werden.
Wer bei Bad Ragaz ins Taminatal abbiegt, kommt bald nach Vättis und kann von dort ins Calfeisental hoch. Man erreicht dann bald den grössten See, der ganz im Kanton St.Gallen liegt: den Gigerwaldsee. Es handelt sich dabei zwar um einen Stausee, schön ist er trotzdem – und zwar an beiden Enden. Vorne bei der Staumauer kann man die Aussicht geniessen, hinten liegt die Walsersiedlung St.Martin am Fusse des Ringelspitzes, des höchsten Berges des Kantons St.Gallen.
Wechseln wir zum Abschluss ins Engadin. Ich weiss gar nicht, welches Dorf ich hier nennen und bebildern soll: Ftan, Guarda (das Schellenursli-Dorf), Ardez, Tarasp – jedes für sich eine kleine Perle. Der Entscheid fällt auf Tarasp mit dem imposanten Schloss. Daneben bietet Tarasp nicht nur den Taraspsee (Bild), sondern etwas weiter oben – mitten in einem Hochmoor– den Lai Nair, wo Grillstellen zum Verweilen einladen und ein Bad Erfrischung bietet.

Ich habe keine Angst vor Kühen. Sicher nicht

Video: watson / Emily Engkent

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