Nahuel Guzman vom mexikanischen Spitzenklub Tigres.
Bild: AP
Warum sich dieser Goalie eine Messi-Klausel in den Vertrag schreiben liess
Nahuel Guzman ist ein glühender Fan von Lionel Messi. Was ihn von dir, mir und anderen Fussballanhängern unterscheidet: Guzman ist selber Profi. Ein recht erfolgreicher, der 34-jährige hütete sechs Mal das Tor der argentinischen Fussball-Nationalmannschaft. Er durfte also schon als Mitspieler hautnah erleben, wie Messi zaubern kann.
Messi und Guzman bei einem Länderspiel 2015.
Bild: imago sportfotodienst
Doch sein letzter Länderspieleinsatz liegt drei Jahre zurück, an der WM 2018 stand Guzman zum bislang letzten Mal im Kader der «Albiceleste». Aber bevor er eines Tages zurücktritt, wünscht er sich sehr, noch einmal gemeinsam mit Messi spielen zu dürfen.
Messi zurück in die Heimat?
Der Goalie besitzt deshalb laut «TyC Sports» eine spezielle Klausel in seinem Vertrag mit dem mexikanischen Spitzenklub Tigres. Diese besagt, dass er auch bei einem laufenden Vertrag wechseln darf – aber nur zu seinem Ex-Klub Newell's Old Boys und nur dann, wenn Messi dort unterschrieben hat. «Ich würde mich freuen, wenn das eintreffen würde», sagte Guzman. Messi habe schon seine Absicht geäussert, bei Newell's zu spielen. «Er ist motiviert, in Argentinien zu spielen, auch wenn es schwer vorstellbar ist.»
Die verrücktesten Klauseln in Fussballer-Verträgen
Football Leaks hat im Dezember 2016 den Vertrag von Ezequiel Lavezzi bei Hebei China Fortune veröffentlicht. Der Argentinier kassiert für zwei Jahre 30 Millionen steuerfrei. Natürlich liess er sich auch noch ein paar Klauseln in den Vertrag schreiben: Zwei Häuser, zwei Limousinen, ein Fahrer, ein Dolmetscher, ein Koch und vier Businessclass-Flüge in seine Heimat sind inklusive. AP/AP / Natacha Pisarenko
Ausserdem verlängert sich Lavezzis Vertrag automatisch um zwei Jahre, wenn er in zwei Jahren 40 Tore erzielt, 20 Assists liefert und 90 Prozent der Spiele bestreitet. Kurios? Naja, es gab schon skurrilere Vertragsklauseln ... AP/AP / Eugenio Savio
Mario Balotelli bekam in Liverpool eine Million Pfund, wenn er nicht öfter als dreimal pro Saison für einen Ausraster vom Platz gestellt wurde. AMA / Matthew Ashton/freshfocus
Der Uruguayer Sebastian Coates wechselte 2016 von Sunderland zu Sporting Lissabon. Dort wurde er vertraglich dazu verpflichtet, künftig auf seine geliebten roten Schuhe zu verzichten. Schliesslich ist Rot die Klubfarbe von Stadtrivale Benfica. EPA/LUSA / TIAGO PETINGA
Der Holländer Dennis Bergkamp litt unter Flugangst und liess sich schriftlich versichern, dass er nie per Flugzeug an ein Auswärtsspiel reisen musste. Sein logischer Spitzname: «Der Nicht-Fliegende Holländer». EPA / OLAF KRAAK
Samuel Eto'o wechselte 2011 überraschend nach Russland zu Anschi Machatschkala. Natürlich wegen des Geldes. Zum Millionensegen gab es auch noch die eine oder andere Bonus-Zusicherung: Eto'o durfte in Spanien oder Italien wohnen und den Privatjet des steinreichen Präsidenten nutzen. um an die Spiele zu kommen. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Anfang 2016 liess der FC Barcelona seinen jungen Stürmer Christian Tello zur AC Fiorentina ziehen, mit einem Haken: Sollte das Eigengewächs in weniger als 70 Prozent der Spiele zum Einsatz kommen, wäre eine Strafzahlung von einer Million Euro fällig geworden, bei weniger als 60 Prozent zwei Millionen, bei weniger als 50 Prozent drei. Tello wurde natürlich Stammspieler. EPA/ANSA / MAURIZIO DEGL' INNOCENTI
Neil Ruddock akzeptierte bei seinem Wechsel zu Crystal Palace im Jahr 2000 die Klausel einer zehnprozentigen Gehaltskürzung, wenn er ein bestimmtes Gewicht (angeblich 98 kg) überschreitet. Der Verteidiger verliess «Palace» nach nur einem Jahr wieder – er soll die Gewichtsgrenze mehrfach überschritten haben.
Bei seinem Amtsantritt beim VfB Stuttgart im Jahr 2008 liess sich Torhüter Jens Lehmann schriftlich bestätigen, dass er nach Spielen nicht zum Auslaufen muss. Später wurde die Vertragsklausel allerdings wieder gestrichen. EPA / Carmen Jaspersen
Sunderland verbot 1999 seinem schwedischen Neuzugang Stefan Schwarz bis zum Ende seines Kontrakts an einer Raumfahrt teilzunehmen. Der Mittelfeldspieler hatte zuvor in einem Interview erklärt, dass er gerne beim ersten kommerziellen Flug ins All dabei wäre. PA IMAGES MOVED ACROSS / Owen Humphreys
Der Kongolese Rolf-Christel Guie-Mien schaute bei seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt nicht nur für sich, sondern auch für seine Frau. Er sorgte dafür, dass sein neuer Klub ihr einen Kochkurs bezahlen musste. Integration ist schliesslich wichtig. imago sportfotodienst / imago sportfotodienst
Leicester-Trainer Claudio Ranieri hatte sich 2015 in seinen Vertrag eine Meisterprämie über 5 Millionen Pfund reinschreiben lassen. Doch damit nicht genug: Für den Titel im Jahr 2016 kassierte er obendrein für jeden Platz über Rang 18 weitere 100'000 Pfund. Alles in allem also 6.7 Millionen Pfund, mehr als das ganze Team zusammen. AP / MATT DUNHAM
Giuseppe Reina verlangte bei seinem Wechsel zu Arminia Bielefeld gemäss der «Welt», dass ihm jedes Jahr ein Haus gebaut wird. Ein Sponsor sollte dafür sorgen, dass dies auch tatsächlich geschieht. Ob's passiert ist, wissen wir leider nicht. AP / MARTIN MEISSNER
Der Norweger Stig Inge Björnebye liebte das Skispringen, schliesslich war es der Beruf seines Vaters. Zu gefährlich befand der FC Liverpool. Deshalb verboten die «Reds» ihrem Verteidiger 1992, sich näher als 180 Meter an eine Schanze zu begeben.
Der Vertrag von Krassimir Balakov verlängerte sich beim VfB Stuttgart jeweils automatisch um ein Jahr, wenn er einen genügenden Fitnessstand nachweisen konnte. Ob Kumpel Giovane Elber vom magischen Dreieck deshalb zu Bayern München wechselte? AP / CAMAY SUNGU
Wimbledons Präsident Sam Hammam wollte 1987 auf Nummer sicher gehen: In den Vertrag von Trainer Bobby Gould liess er reinschreiben, dass er bis 45 Minuten vor Spielbeginn höchspersönlich die Aufstellung noch verändern durfte. Er soll nie davon Gebrauch gemacht haben.
Der bald 33-jährige Messi stammt aus Rosario, der Stadt in der die Newell's Old Boys zuhause sind. Als Junge spielte er für den Klub, ehe er als 13-Jähriger zum FC Barcelona wechselte. Den Katalanen ist er seither treu geblieben. Unter anderem gewann der sechsfache Weltfussballer des Jahres mit «Barça» vier Mal die Champions League.
Bedenken, ob Rosario sicher genug ist
Zuletzt war jedoch zu vernehmen, dass Messi wohl trotz seines Wunsches keinen Ligafussball in Argentinien spielen wird. Sein Cousin sagte, der «Floh» habe Bedenken um die Sicherheit seiner Familie: «Es ist mein Traum, ihn für Newell's spielen zu sehen. Aber es ist kompliziert. Stellen Sie sich mal vor, wenn es zum Derby gegen Rosario Central kommt. Und seine Kinder müssten hier zur Schule … es ist schwierig. Die Stadt ist die Hölle.»
Spielt Messi eines Tages für sie? Newell's-Fans im Estadio Marcelo Bielsa in Rosario.
bild: imago
Messi hatte im vergangenen Jahr ähnliche Bedenken geäussert. Trotzdem gibt sein Cousin den Traum nicht auf: «Viele sehen Messi als Spanier an. Aber er ist durch und durch Argentinier. Er verbringt seine Ferien hier und hat auch in Rosario geheiratet.»
Auch Nahuel Guzman hofft weiter. Zwar fühlt er sich bei den Tigres, mit denen er seit 2014 vier Meistertitel gewonnen hat, auch wohl. Doch nichts wäre so schön, wie noch einmal in der Heimat zu spielen – in einem Team mit dem besten Fussballer, den die Stadt Rosario je hervorgebracht hat. Der Torhüter hat sich auf alle Fälle darauf vorbereitet.
Buenos Aires: Wo der Fussball zuhause ist
Wie geil muss es sein, wie Carlos Tévez im Bombonera zu spielen! Im Grossraum Buenos Aires spielen alleine 17 Erstliga-Klubs in oft beeindruckenden Stadien. Ein Streifzug durch die argentinische Hauptstadt. X90087 / MARCOS BRINDICCI
Huracán: Estadio Tomás Adolfo Ducó.
(Bild: cahuracan.com)
Independiente: Estadio Libertadores de América.
(Bild: Wikipedia)
Quilmes: El Centenario.
(Bild: Wikipedia)
River Plate: Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti.
(Bild: Wikipedia)
San Lorenzo: Estadio Pedro Bidegain.
(Bild: sanlorenzo.com.ar)
CA Banfield: Estadio Florencio Sola.
(Bild: clubabanfield.org)
Vélez Sarsfield: Estadio José Amalfitani.
(Bild: Wikipedia)
Argentinos Juniors: Estadio Diego Armando Maradona.
(Bild: argentinosjuniors.com.ar)
Boca Juniors: La Bombonera. EPA/EFE / NICOLAS AGUILERA
Temperley: Estadio Alfredo Beranger.
(Bild: Wikipedia)
Arsenal de Sarandí: Estadio Julio H. Grondona.
(Bild: instagram.com/nicolaibryde)
Lanús: Estadio Ciudad de Lanús – Néstor Díaz Pérez.
(Bild: clublanus.com)
Gimnasia y Esgrima: Estadio Juan Carmelo Zerillo.
(Bild: gimnasia.org.ar)
Estudiantes: Estadio Ciudad de La Plata.
Defensa y Justicia: Estadio Norberto «Tito» Tomaghello.
(Bild: defensapasion.com.ar)
Tigre: Estadio José Dellagiovanna.
(Bild: catigre.com.ar)
Racing Club de Avellaneda: Estadio Presidente Perón.
(Bild: racingclub.com.ar)
Er kommt wie Messi aus Rosario:
Video: Roberto Krone
Das könnte dich auch interessieren: