Edi Rama erneut zum Regierungschef in Albanien gewählt
Das Parlament in Tirana hat Edi Rama (57), den Chef der Sozialistischen Partei (PS), zum dritten Mal in Folge zum Ministerpräsidenten Albaniens gewählt. Bei dem Votum am frühen Freitagmorgen stimmten 77 von 140 Abgeordneten für Rama und sein Kabinett, berichtete der Fernsehsender Top Channel.
Edi Rama: Zum dritten Mal in Folge zum Ministerpräsidenten Albaniens gewählt.
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53 Volksvertreter stimmten dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Die Sozialisten hatten bei der Parlamentswahl im letzten April eine absolute Mehrheit errungen und können somit alleine regieren.
Ramas neue Regierung fällt durch einen hohen Frauenanteil auf. Zwölf der 17 Minister und Staatssekretäre sind Frauen. Aussenministerin bleibt Olta Xhacka, die das Amt im letzten Januar übernahm und davor Verteidigungsministerin war. In seiner Regierungserklärung bekannte sich Rama in der Nacht zum Freitag zu drei Schwerpunkten: Infrastrukturprojekte, Bekämpfung der Corona-Pandemie und Behebung der Schäden des Erdbebens von Ende 2019. «Das sind Vorhaben, die zu 100 Prozent machbar sind», sagte er.
Oppositionsführer: Rama wolle die Demokratie liquidieren
Oppositionsführer Lulzim Basha von der rechten Demokratischen Partei (PD) warf Rama in der Debatte vor, die Demokratie in Albanien zu «liquidieren». Er bezog sich auf Berichte internationaler Wahlbeobachter, die die Einmischung staatlicher Stellen in den Wahlkampf und Stimmenkauf bei der April-Wahl beanstandeten. Vom Westen angestossene Reformen hatten allerdings diese Missstände im Vergleich zu vorangegangenen Wahlen reduziert.
Oppositionsführer Lulzim Basha wirft Rama vor, die Demokratie in Albanien liquidieren zu wollen.
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Rama, ein akademisch ausgebildeter Künstler, ist seit 2005 Vorsitzender der PS. Seit 2013 regiert er als Ministerpräsident. Von 2000 bis 2011 war er Bürgermeister der Hauptstadt Tirana. Albanien ist seit 2009 Mitglied der Nato und strebt eine Mitgliedschaft in der EU an. Im Vorjahr gab die EU grünes Licht für Beitrittsverhandlungen. (yam/sda/dpa)
Starkes Erdbeben in Albanien lässt Häuser einstürzen
Das wohl schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten in Albanien hat am 26.11.2019 die Westküste des Balkanstaats erschüttert. AP / Hektor Pustina
Bei dem Beben kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. AP / Hektor Pustina
Rettungskräfte suchen in Thumane nach Überlebenden. AP / Hektor Pustina
Eine verletzte Frau konnte in Thumane aus den Trümmern eines Haus geborgen werden. AP / Visar Kryeziu
Laut Gesundheitsministerin Ogerta Manasterliu wurden mindestens 600 weitere Menschen verletzt, die meisten von ihnen aber nur leicht. EPA / MALTON DIBRA
Überlebende schützen sich mit Decken gegen die Kälte. EPA / MALTON DIBRA
Das Zentrum des Bebens, das sich in den frühen Morgenstunden ereignete, lag etwa 34 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Tirana, wie das Erdbebenzentrum EMSC mitteilte.
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Die grössten Schäden an Gebäuden gab es einem Regierungssprecher zufolge in der Hafenstadt Durres. EPA / MALTON DIBRA
Mehrere Menschen hätten aber auch in Tirana ins Krankenhaus gebracht werden müssen. AP / Hektor Pustina
Die albanische Polizei rief die Einwohner von Durres und der Umgebung dazu auf, auf Autofahrten zu verzichten, um den Rettungskräften den Weg frei zu halten. AP / UNCREDITED
Auch in Tirana brach Panik aus, zahlreiche Menschen rannten auf die Strasse. AP
In Thumane stürzte ein merhstöckiges Haus ein. AP / Hektor Pustina
Das Erdbeben hatte ein Stärke von 6,3. Das Epizentrum lag zehn Kilometer nördlich von Durres und 30 Kilometer westlich von Tirana in zehn Kilometer Tiefe im Adriatischen Meer. EPA / USGS / HANDOUT
Dem Erdbebenzentrum EMSC zufolge gab es mehrere Nachbeben, darunter eines der Stärke 5,3. AP / Uncredited
Die Erschütterungen waren örtlichen Medien zufolge auf der gesamten Balkanhalbinsel zu spüren, unter anderem in Sarajevo und der fast 700 Kilometer entfernten serbischen Stadt Novi Sad. AP
Über 100 Verletzte nach Erdbeben in Albanien
Video: SRF / Roberto Krone
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