«Sie waren noch nie schwanger»: Abtreibungsstreit erreicht das Weisse Haus
Demonstration Herzschlag-Gesetz 01.09.21
Leen Garza demonstriert vor dem Capitol in Austin, Texas (USA) am 01.09.2021 gegen das Herzschlag-Gesetz. (Jay Janner/Austin American-Statesman via AP) keystone / Jay Janner
Frauen demonstrieren vor dem Capitol in Austin, Texas (USA) am 01.09.2021 gegen das Herzschlag-Gesetz. (Jay Janner/Austin American-Statesman via AP File) keystone / Jay Janner
Demonstrant:innen vor der Edinburg City Hall in Edinburg, Texas (USA). (Joel Martinez/The Monitor via AP) keystone / Joel Martinez
Demonstrant:innen vor der Edinburg City Hall in Edinburg, Texas (USA). (Joel Martinez/The Monitor via AP) keystone / Joel Martinez
Demonstrant:innen vor der Edinburg City Hall in Edinburg, Texas (USA). (Joel Martinez/The Monitor via AP) keystone / Joel Martinez
Seit Mittwoch gelten im US-Gliedstaat Texas massive Einschränkungen bei Schwangerschaftsabbrüchen. Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen sind unter dem Namen Herzschlag-Gesetz bekannt, denn Abtreibungen sind verboten, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt ist – das kann bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall sein, wenn viele Schwangere noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.
Besonders perfide ist, dass Privatpersonen zivilrechtlich gegen andere vorgehen können, wenn diese einer Frau bei einer Abtreibung in irgendeiner Form helfen – dadurch wird den Schwangeren der Zugang zu Abtreibungen noch mehr erschwert. Eine Ausnahme gibt es nur für medizinische Notfälle.
US-Präsident reagiert empört auf das Herzschlag-Gesetz
Auch US-Präsendet Biden hatte nach Inkrafttreten des Gesetzes empört darauf reagiert, dass der oberste Gerichtshof der USA einen Eilantrag dagegen abgelehnt hatte. Die Entscheidung des Supreme Courts sei «ein beispielloser Angriff auf die Verfassungsrechte einer Frau», hatte er erklärt. Dabei ist der 78-jährige Biden ein bekennender Katholik: Er spricht oft über seinen Glauben und betont, dass der Glaube ihm dabei geholfen habe, persönliche Tragödien durchzustehen.
Jen Psaki: die Sprecherin des Weissen Hauses
Bild: keystone
«Ich weiss, dass Sie noch nie schwanger waren»
Darum hat diese Haltung Bidens einen Journalisten bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus dazu veranlasst zu fragen, wie Biden trotz seines Glaubens Abtreibung unterstützen könne. Darauf konterte die 42-jährige Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki: «Ich weiss, dass Sie noch nie vor diesen Entscheidungen standen und auch noch nie schwanger waren, aber für die Frauen da draussen, die vor diesen Entscheidungen standen, ist das eine unglaublich schwierige Sache.» Und sie ergänzt in Bezug auf den katholischen Glauben des Präsidenten: «Er glaubt, dass es das Recht einer Frau ist. Es ist der Körper einer Frau und es ist ihre Entscheidung.»
Psakis Antwort auf die Frage des Reporters wurde in sozialen Netzwerken zahlreich geteilt.
Hollywood-Stars machen sich gegen das Gesetz stark
Nicht nur der US-Präsident und seine Sprecherin positionieren sich öffentlich gegen das Herzschlag-Gesetz, sondern auch zahlreiche Hollywood-Stars, Künstler oder Politikerinnen. Diese starteten in den sozialen Medien eine Aktion gegen das Gesetz:
(yam/sda/dpa)
Ausschreitungen bei «Marsch fürs Läbe» in Zürich
Die bewilligte Kundgebung «Marsch fürs Läbe» am Samstagnachmittag in Zürich ist durch Teilnehmende einer unbewilligten Demonstration gestört worden. KEYSTONE / WALTER BIERI
Es gab mehrere Angriffe auf Polizisten und Sachbeschädigungen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Mindestens zwei Polizisten waren durch Wurfgegenstände verletzt worden, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Polizei kontrollierte weit über 100 Personen. Mindestens eine Person wurde festgenommen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Teilnehmenden des bewilligten Demonstrationsumzuges «Marsch fürs Läbe» versammelten sich gegen 14 Uhr auf dem Turbinenplatz. Gegen 15 Uhr formierten sich die über 1000 Personen, um auf der bewilligten Route zu demonstrieren. KEYSTONE / WALTER BIERI
Kurz vor 14 Uhr versammelten sich auf der Josefswiese mehrere hundert Personen, um einen unbewilligten Gegendemonstrationsumzug zu starten. Die Polizei trat mit Dialogteams an beiden Orten auf, um mit den Teilnehmenden in Kontakt zu treten. KEYSTONE / WALTER BIERI
Um die unbewilligte Demonstration zu stoppen und ein Aufeinandertreffen dieser mit dem «Marsch fürs Läbe» zu verhindern, setzte die Polizei Gummischrot und Reizstoff ein. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Polizei stoppte den bewilligten «Marsch fürs Läbe» aus Sicherheitsgründen, um ein Aufeinandertreffen mit zum Teil vermummten Gegendemonstranten zu verhindern. KEYSTONE / WALTER BIERI
Der bewilligte Umzug konnte gegen 15.45 Uhr wieder gestartet und auf einer verkürzten Route kurz nach 16.30 Uhr ohne weitere Zwischenfälle zu Ende geführt werden. KEYSTONE / WALTER BIERI
Um zirka 16.45 Uhr stoppte die Stadtpolizei Zürich weit über hundert Personen im Kreis 5, die mutmasslich an der unbewilligten Demonstration teilgenommen hatten. Diese Personen wurden kontrolliert. KEYSTONE / WALTER BIERI
Tabu-Bruch Abtreibung – so fühlt es sich an abzutreiben
Video: watson / lea bloch
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