Aktuelle Themen:

Französischer Politiker erneut wegen Geldwäsche und Steuerbetrug verurteilt

Ein bekannter französischer Politiker ist in Berufung erneut verurteilt worden. Der Fall sorgt für viel Aufsehen im Land – auch weil der Angeklagte seine Haft vermutlich nicht antreten wird.

Publiziert: 27.05.20, 16:23

Der langjährige Bürgermeister des noblen Pariser Vororts Levallois-Perret, Patrick Balkany, ist von einem Berufungsgericht erneut zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Pariser Gericht sprach ihn am Mittwoch wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung für schuldig und verhängte fünf Jahre Gefängnis, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Seine Ehefrau Isabelle wurde demnach zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Dem Paar war vorgeworfen worden, mehrere Millionen Euro vor den Steuerbehörden versteckt und gewaschen zu haben. Das Paar war bereits zuvor zu Haftstrafen verurteilt worden.

Patrick Balkany im Pariser Gerichtsgebäude am 13. Mai 2019: Es besteht Verdacht auf Steuerhinterziehungen in einer Höhe von 13 Millionen Euro. Bild: EPA/EPA

Es wurde zunächst kein Haftbefehl ausgestellt. Das Paar wurde ausserdem erneut dazu verurteilt, für mehrere Jahre nicht für ein öffentliches Amt kandidieren zu dürfen und eine Geldstrafe zu zahlen. «Die Justiz hat eine sehr harte Entscheidung getroffen, die wir für unverhältnismässig halten», sagte Pierre-Olivier Sur, der Anwalt von Isabelle Balkany, im Anschluss an die Urteilsverkündung. Patrick Balkany wurde zusätzlich wegen illegaler Vorteilnahme verurteilt – von diesem Vorwurf war er in erster Instanz freigesprochen worden. Die Balkanys waren zuvor von dem Gericht bereits wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.

Fall sorgt für viel Wirbel in Frankreich

Der Fall hatte in Frankreich für viel Wirbel gesorgt, das komplexe juristische Hin und Her zieht sich seit Monaten hin. Der 71-jährige Balkany war Mitte Februar wegen schlechter Gesundheit aus der Haft entlassen worden. Beobachter gehen auch jetzt davon aus, dass es angesichts des Gesundheitszustandes eher unwahrscheinlich ist, dass die Balkanys eine Haftstrafe antreten werden.

Patrick Balkany ist eine bekannte Figur aus dem Lager der französischen Konservativen. Zudem war er viele Jahre Parlamentsabgeordneter und galt als Vertrauter von Nicolas Sarkozy, dem Staatspräsidenten 2007 bis 2012. (sda/dpa)

Oh, là, là! So schick geht Bahnfahren in Frankreich

Es ist kein Panoramawagen – und doch eröffnet sich einigen Bahnfahrenden in Frankreich nun der Blick auf den freien Himmel: Die SNCF hat einige ihrer Züge kunstvoll verschönert, und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Das Œuvre auf Schienen wartet mit drei Motiv-Reihen auf: Da wären zum einen Kunstwerke aus dem Musée d’Orsay, ...
... zum anderen Sujets aus der Versailler Schloss und von Cinema Gaumont, dem ältesten Filmstudio des Landes.
Die Züge sind in Zusammenarbeit mit dem US-Techologiekonzern 3M umgestaltet worden. Aus dem Musée d'Orsay werden Werke von Camille Pissarro und Claude Monet sowie eine Glaswand übernommen.
Natürlich keine transparente Glaswand – das wäre ja sinnlos! Auf diesem Wege soll auch die Verbundenheit von Zug und Kunst bezeugt werden: Das Gebäude des Musée d'Orsay war beispielsweise einst selbst ein Bahnhof.
Nächster Halt Kultur: Kunst in der französischen Bahn – ob die Uhr in der Dekoration richtig geht, ist nicht überliefert.
Ob die Toiletten auch so schön aussehen? Ganz ehrlich: Wir haben nicht den blassesten Schimmer!
Der Gang nach Canossa. Canossa in Frankreich. Also quasi Cànossà ... Ist diese Wortkreation jetzt auch Kunst? Wohl nicht! Also auf zum Gang nach Canossa, unfähiger Redaktor!
Ein positiver Nebeneffekt der kunstvollen Züge: Das Sprühen von Graffiti und Fälle von Sachbeschädigung sollen in diesen Zügen stark abnehmen.
Aber: Hat nicht auch ein Claude Monet mal mit kleiner Leinwand angefangen? Vielleicht war der Mann ja in jungen Jahren eine Art Puber von Frankreich?
Nun ja, die Überlegung zielt vielleicht zu hoch hinaus. Also, nun ohne grosse Metakritik das Fazit: ...
... In Frankreich reist man noch voller Kultur durchs Land, und das ist gut so!

Gestrandeter Pottwal mitten in Paris

Video: SRF / Roberto Krone

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben