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Auf über 19 Seiten präsentiert die Klimajugend den Krisenaktionsplan. bild: climatestrike

32-Stunden-Woche und Flugverbot: 3 Fakten zum Krisenaktionsplan der Klimajugend

Die Coronakrise machte der Klimajugend einen Strich durch die Rechnung. Nun melden sich die Aktivistinnen und Aktivisten mit einem Krisenaktionsplan zurück. Die Coronakrise soll als Sprungbrett in eine ökologischere Zukunft dienen.

Publiziert: 25.05.20, 11:39 Aktualisiert: 25.05.20, 14:29

«Unsere Bewegung ist lahmgelegt», hiess es Anfang April von der Klimajugend. Nun lässt die Bewegung wieder von sich hören. Mit einem «Krisenaktionsplan» traten sie heute vor die Medien. Der Plan soll dafür sorgen, dass die Massnahmen, die ergriffen wurden, um die Coronakrise zu überwinden, klimagerecht gestaltet werden. Der «Wiederaufbau der Wirtschaft» nach der Coronakrise müsse im Rahmen der präsentierten Strategie geschehen.

«Um die Klimakrise nicht noch weiter anzuheizen ist es zentral, ein soziales und ökologisches Konjunkturprogramm zu verabschieden», so die Klima-Aktivisten.

Was wird gefordert?

Der Plan verfolgt das bereits früh erklärte Ziel der Klimaaktivistinnen: Die Schweiz soll bis 2030 auf Netto 0 Treibhausgasemissionen kommen. Ein grosser Fokus bildet auch weiterhin der Verkehr: So fordern die Aktivisten beispielsweise ein Verbot von europäischen Passagier- und Transportflügen sowie autofreie Städte.

Klimatische Forderungen

  • Wird nicht emissionsarmer Verkehr finanziell unterstützt, soll diese Unterstützung an Reduktionsziele gebunden werden
  • «Massive» Förderung emissionsarmer Verkehrsmittel (ÖV, Velo)
  • Verbot von Passagier- und Transportflügen innerhalb von Europa
  • Emissionsobergrenze für die Luftfahrt
  • Unterstützung von Alternativen zum Fliegen
  • Autofreie Städte
  • Investition in nachhaltige Energien
  • Förderung eines agroökologischen Ernährungssystems
  • Klare Reduktionsziele im Finanzsektor
  • Subventionsstopp für fossile Energien

Sozialpolitische und weitere Forderungen

  • Sofortige Reduktion der Arbeitszeit auf 32 Stunden
  • BIP soll durch den Index für nachhaltige Entwicklung (SDI) abgelöst werden
  • Solarpflicht und grüne Finanzierungsoptionen durch eine demokratisch geführte Klimabank
  • Ausbildungsprogramme für Planerinnen und Planer von erneuerbaren Energien
  • Schaffung von öffentlichem Amt für grüne Arbeit
  • Aus- und Weiterbildung für Fachleute der Gebäudetechnik
  • Verbot von Massentierhaltung

An wen ist der Aktionsplan gerichtet?

Viele Politikerinnen und Politiker hätten den Aktivisten vorgeworfen, dass diese keine Lösungen präsentieren würden, so die Aktivistin Lena Bühler an der Medienkonferenz. «Wir richten diesen Plan deshalb einerseits an die Politik, wollen aber auch in der Bevölkerung eine Diskussion anstossen.»

Das Manifest werde in den nächsten Tagen an alle Parlamentarier verschickt, so Bühler. Und man hoffe damit auch Einfluss auf die kommende Sommersession nehmen zu können.

Wie realistisch ist der Krisenaktionsplan?

«Wir haben nicht den Anspruch, einen perfekten Plan zu präsentieren. Wir wollen aber, dass diese Ideen breit diskutiert werden», so Aktivist Andri Gigerl.

Zu Diskussionen anregen wird der präsentierte Krisenplan allemal. Doch die gestellten Forderungen sind zuweilen radikal. Autofreie Städte oder beispielsweise ein Flugverbot innerhalb Europa wird in der Politik kaum mehrheitsfähig sein.

(ohe)

Greta Thunberg: Das furchtlose Mädchen von Davos

Sitzstreik für das Klima: Greta Thunberg am 25. Januar 2019 am WEF in Davos. AP/AP / Markus Schreiber
KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
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Greta Thunberg mit François Villeroy de Galhau, Chef der französischen Nationalbank (links), und John J. Haley, CEO Willis Tower Watson, während einer Podiumsdiskussion am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Klimademonstration der Schülerinnen in Davos am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Greta Thunberg ist zum heimlichen Star am WEF in Davos geworden. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Fast immer mit dabei: das Plakat mit dem Aufruf zum Klimastreik der Schüler. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Greta Thunberg in Davos. AP/AP / Markus Schreiber
Greta im Kongressgebäude am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Fürs Klima vom Flugzeug auf den Zug umsteigen – und das viele, viele Stunden lang: Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den langen Weg nach Davos mit der Bahn auf sich genommen. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Schon am frühen Dienstagmorgen trat die 16-Jährige in Schweden ihre erste Etappe auf der Reise an – «Morgenzug zum Weltwirtschaftsforum in Davos», schrieb sie dazu auf Twitter. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Am Mittwochmittag traf sie in Davos ein. Die 16-Jährige schläft am WEF übrigens im Zelt. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Fahrtdauer hin und zurück: etwa 65 Stunden. Im Gepäck: ein Rucksack, ein kleiner roter Koffer und ein Demonstrationsschild mit der Aufschrift «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima). KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Weil Flugreisen viel CO2 ausstossen und damit klimaschädlich sind, entschied sie sich für die Anreise per Zug. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Greta Thunberg trifft auf IWF-Chefin Christine Lagarde. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Am Mittwoch um ca. 11.50 Uhr traf Thunberg in Davos ein, wo sie sofort von nationalen und internationalen Medien belagert wurde. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
«Ich weiss, was ich will. Und ich weiss, was richtig ist», sagte sie nach der Ankunft zu den Medien. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Sie wolle den Mächtigen in Davos sagen, dass sie versagt hätten. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Vom Weltwirtschaftsforum erwartet sie jedoch «nichts». EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Greta Thunberg kündigte an, bis Freitag beim WEF dabei zu sein. Sie setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein. AP/Keystone / Valentin Flauraud
Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger bloss über den Klimawandel geredet wird. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Im Rahmen ihrer Protestaktion «Schulstreik fürs Klima» demonstriert sie jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. Die Aktion fand bereits Nachahmer in aller Welt, auch in der Schweiz. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Auf der Uno-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hatte sie im Dezember gesagt: «Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen.» KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Ankunft im Kongressgebäude. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Greta hält vor dem Arctic Basecamp in Davos eine Rede. KEYSTONE / ENNIO LEANZA

Polizei unterbindet Klima-Demo auf Bernexpo-Gelände

Video: SRF / SDA SRF

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