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Es gibt tausend gute Gründe, warum sich Paare auf Social Media nicht vernetzen sollten

Ein Toast auf die unkonventionelle Beziehungspflege. 

Publiziert: 09.11.17, 09:21

Es gibt ein grosses Missverständnis, das sich so hartnäckig im ungeschriebenen Kodex des Zusammenlebens hält wie Brotkrümel in den untersten Gefilden eines Toasters.

Es lautet wie folgt: Sobald sich zwei Menschen länger als drei Monate regelmässig in der Bude des anderen zum Lasagne-Kochen treffen, fügt einer von beiden den anderen auf Facebook, wahlweise auch auf Instagram und Twitter hinzu, und besiegelt damit den ersten Schritt des digitalen Zusammenhalts, noch bevor ernste Zukunftsabsichten sichtbar werden.  

Hauptsache, die Fotos und Textfragmente des anderen sind von nun an frei zugänglich, um zu jeder x-beliebigen Uhrzeit mit einem Herz oder Like versehen und via Screenshot an die beste Freundin weitergeleitet werden zu können.  

Auf den ersten Blick bietet dieser Vorgang natürlich viele Vorteile: Endlich kann man die alten Feierfotos des anderen auch dann stalken, wenn man nicht gemeinsam vor dem Rechner sitzt und bis 2012 zurückscrollt, um die zuckersüssen Pinnwandeinträge von Exfreundinnen zu lesen.  

«Wer war Janine noch gleich?»

Man weiss, zu welchen Veranstaltungen der Liebste gehen möchte (Queens of the Stone Age) und das eigene Interesse subtil mit einem «interessiert» mitzuteilen. Zur Sicherheit, bevor der andere «vergisst» einen im Real Life nach einem Date zu fragen.  

Man kann den anderen auf romantischen Instagram-Fotos (#instalove #couplegoals #mine) markieren und so verstecktes Commitment platzieren, seine emotionalen Befindlichkeiten indirekt kommunizieren und potenziell Streit schaffen, ohne auch nur ein einziges Wort gewechselt zu haben.  

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Toll oder? Bravo Menschheit.

Was auch immer geht: Unabsichtlich auf das durchfrisierte Profil einer hübschen Mittzwanzigerin aus der Umgebung gelangen und mitansehen, welchen Like-Marathon der andere dort in den letzten 14 Tagen hingelegt haben muss, ohne dafür einen Bot zu kaufen.  

Und genau hier kommen wir zum Paradoxa des Missverständnisses: Warum tut man sich die digitale Präsenz des anderen überhaupt an? Wozu soll diese erweiterte Ebene gut sein, wenn nicht für Kontrolle, Stalking und zwanghafter «Liebesversicherung» mittels Hardcore-liking?  

«Schatz, warum hast du mein neues Foto nicht geliked und das andere schon?»

Gerade wenn man zusammen ist, teilt man doch schon ohnehin mehr mit der anderen Person, als einem lieb ist, wohingegen vieles, das auf Social Media gepostet wird, spezifisch an Leute gerichtet ist, die einen a) weniger gut kennen b) inzwischen vielleicht weiter weg wohnen und deshalb nicht alles mitbekommen und c) dich nicht jeden Tag in der Früh ungekämmt im Bademantel sehen. Auf Instagram teilt man die glamourösere Zusammenfassung eines Tages, an dem der andere teilgenommen hat.     

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Wie awkward ist das denn bitte?

Manch einer kennt diesen WTF-Moment vielleicht auch aus Freundschaften: Da sieht man auf Social Media plötzlich eine ganz andere Person als die, die man vermeintlich zu kennen scheint. Lisa ist jetzt «Asia-Travelbloggerin», obwohl sie vor zwei Monaten Vietnam nicht von Kambodscha unterscheiden konnte. Aber gut! Menschen lernen bekanntlich dazu. 

Die Social-Media-Präsenz «muss» natürlich nicht 1:1 mit der «echten» Persönlichkeit übereinstimmen, im Gegenteil. Die Onlinepräsenz kann – vor allem in beruflichen Belangen – ganz bewusst auf Aspekte reduziert werden. Auf Architektur zum Beispiel, Philosophie, Bücher oder Beachvolleyball.  

Dem oder der Geliebten Einblick in seine sozialen Kanäle zu gewähren, kann Unsicherheiten mit sich bringen. Was, wenn er oder sie meine Präsenz nicht mag?

Was, wenn er oder sie nicht versteht, warum ich dieses oder jenes mit einer grossen Followerschaft teilen möchte – aber nicht mit ihm oder ihr?

All diese Probleme erledigen sich, wenn man sich einfach nicht gegenseitig hinzufügt oder folgt.  

Man behält nicht nur diesen kleinen Teil Privatsphäre (das Paradoxon ist mir durchaus bewusst), sondern hat im besten Falle auch abends mehr miteinander zu reden, weil man nicht schon dank der Insta-Storys weiss, was sich der andere in der Früh, zu Mittag und abends einverleibt hat und welcher Film nebenbei auf Netflix lief.

Was bei entfernten Bekannten und Freunden durchaus interessant sein kann – eben, weil man nicht ständig mit ihnen in Kontakt steht – ist beim Partner vor allem: überflüssig und auf eine gruselige Weise unpersönlich.  

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Wer bist du überhaupt?

Ernsthaft: Wer – abgesehen von lüsternen Teenagern – will den anderen schon abends und zusätzlich tagsüber durchs Display sehen? Wie soll da langfristig Vorfreude und Interesse aufrecht erhalten werden, wenn es möglich ist, in ständiger, gegenseitiger Beobachtung zu stehen? Es sei denn, man ist ein Influencer-Couple, dessen Erfolg von der jeweiligen Präsenz des anderen genährt wird.

Aber soweit muss es erstmal kommen!

Bis dahin können alle, die noch nicht mit ihrem Lieblingsmenschen digital «connected» sind, aufatmen und beruhigt sein: Es ist alles in bester Ordnung bei euch.

Vielleicht sogar in allerbester.  

Und, bevor wir es vergessen. Es gibt bei dieser Taktik noch einen entscheidenden Vorteil: Wenn es irgendwann doch vorbei sein sollte, erspart man sich die Schmach darauf zu warten, entfreundet zu werden – oder «es» selbst zu tun. Denn das mit euch, es ist nie passiert.  

Ganz viel Liebe weiterhin!

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... wenn man bis ins Alter zusammen rocken kann.
... wenn kleine Gesten immer zählen.
Wenn die beiden füreinander da sind ... Bild: weheartit
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