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Die nächste US-Senatorin äussert sich gegen eine schnelle Supreme-Court-Nachbesetzung

Publiziert: 20.09.20, 20:51

US-Senatorin Lisa Murkowski (Republikanerin). Bild: keystone

Eine weitere republikanische US-Senatorin hat sich gegen eine schnelle Nachfolgeregelung für die gestorbene Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ausgesprochen. Sie bleibe bei ihrer Position, dass man sich kurz vor einer Präsidentenwahl nicht mit einer Vakanz beim Obersten Gericht beschäftigen sollte, teilte Lisa Murkowski aus dem Bundesstaat Alaska am Sonntag mit.

Zuvor hatte bereits ihre republikanische Kollegin Susan Collins erklärt, dass aus ihrer Sicht der Sieger der US-Präsidentenwahl am 3. November den Sitz auf Lebenszeit besetzen sollte.

Die Verfassungsrichter in den USA werden vom Präsidenten vorgeschlagen und vom Senat bestätigt. Bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen würde die Nachbesetzung scheitern, wenn vier republikanische Senatoren nicht dafür stimmen - sofern sich keine Demokraten auf ihre Seite schlagen.

Trump drängt auf schnellen Ersatz

US-Präsident Donald Trump will den Sitz Ginsburgs noch vor Ablauf seiner aktuellen Amtszeit am 20. Januar 2021 besetzen. Er will in den kommenden Tagen eine Frau als Nachfolgerin nominieren. Der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, kündigte bereits an, dass es zu einer Abstimmung kommen solle.

Die Republikaner halten im Senat aktuell 53 der insgesamt 100 Sitze. Ab dem 30. November könnten es nur noch 52 sein: In Arizona hat der Demokrat Mark Kelly laut Umfragen gute Aussichten, die Republikanerin Martha McSally abzulösen. Da es eine Sonderabstimmung ist, könnte der Sieger bereits Ende November als Senator vereidigt werden. Die Republikaner brauchen mindestens 50 Stimmen - bei einem Patt kann der US-Vizepräsident die entscheidende Stimme beitragen.

«Ich habe es 2016 nicht unterstützt, eine Nominierung acht Monate vor der Wahl anzugehen», schrieb Murkowski. Damals hatten die Republikaner im Senat einen Kandidaten von Präsident Barack Obama für die Nachfolge des gestorbenen konservativen Verfassungsrichters Antonin Scalia blockiert. «Jetzt ist die Wahl 2020 noch näher - keine zwei Monate entfernt - und ich bin überzeugt, dass wir den selben Massstab anlegen sollten.»

Die Formulierungen lassen die Möglichkeit einer Abstimmung nach der Präsidentenwahl offen. Zusammen mit der Präsidentenwahl wird in diesem Jahr auch über 35 Senatssitze abgestimmt. Der neue Senat tritt erst im kommenden Jahr zusammen. Möglich wäre dadurch zum Beispiel auch eine Konstellation, bei der Donald Trump die Wiederwahl schafft, aber die Republikaner die Mehrheit im Senat verlieren. Dann hätten sie noch bis Ende des Jahres die Chance, Ginsburgs Sitz zu besetzen. (sda/dpa)

Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen

Donnerstag 20. August (Daten beziehen sich auf US-Zeit, teilweise werden die Events erst am nächsten Tag europäischer Zeit statfinden): Joe Biden wird an der Democratic National Convention in Milwaukee eine Rede halten. Biden wird an der Convention offiziell als demokratischer Kandidat gegen Donald Trump nominiert werden. keystone / USA BIDEN HARRIS HANDOUT
Ab Montag 24. August: Donald Trump wird an der 2020 Republican National Convention in North Carolina seine Rede halten – allerdings vermutlich von Washington aus. Die Convention findet aufgrund von Corona an diversen Orten statt. Das Datum und der Zeitpunkt von Trumps Rede ist noch nicht sicher. keystone / Oliver Contreras / POOL
Dienstag 29. September: Die erste Präsidentendebatte findet in Cleveland statt. keystone
Mittwoch 7. Oktober: Die erste Debatte der Vizepräsidenten Kamala Harris und Mike Pence geht in Salt Lake City, Utah über die Bühne. keystone / Charlie Neibergall
Donnerstag 15. Oktober: Die zweite Präsidentendebatte findet in Miami, Florida statt. keystone / Carolyn Kaster
Donnerstag 22. Oktober: Für die dritte Präsidentendebatte geht es nach Nashville, Tennessee. keystone / Andrew Harnik
Am 20. September beginnen die sogenannten Early Votings. In einigen Bundesstaaten können die Wahlberechtigten ab dann schon für ihren Favoriten stimmen. sda / Patrick Semansky
Die Wahl des nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten wird am Dienstag, 3. November stattfinden. sda / Paul Sancya

Kurz erklärt: So funktionieren die US-Wahlen

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