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Bundesrat Alain Berset zeichnet als Gesundheitsminister verantwortlich für die geplante Proximity-Tracing-App. Das letzte Wort soll aber das Parlament haben. Bild: KEYSTONE

Kann man die Corona-Warn-App testen? Das sind die wichtigsten Fakten

Publiziert: 08.05.20, 19:06 Aktualisiert: 12.05.20, 09:13

Kann ich die Corona-Warn-App testen?

Nein. Das ist nur für einzelne Personen möglich, die von den Verantwortlichen eingeladen werden.

Wie gross ist die Gruppe der App-Tester?

Das hat der Bundesrat an der Medienkonferenz nicht verraten. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat dazu bislang keine Zahlen genannt. Es hiess lediglich, es handle sich um einen «begrenzten Nutzerkreis».

Gibt es negative Folgen durch die «Verzögerung»?

«Es hätte sowieso eine Testphase gegeben im Mai», sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Vielleicht dauere es wegen des Parlamentsbeschlusses bis zur offiziellen App-Lancierung «ein paar Tage oder Wochen länger». Oder dann entscheide das Parlament, dass die App gar nicht lanciert werde, was er allerdings für sehr unwahrscheinlich halte, sagte Berset.

Kann man sich krank schreiben lassen, wenn die App einen Warnhinweis (zu einer möglichen Infektion) anzeigt?

Dies ist laut Bundesrat noch nicht geklärt.

Wann beginnt die Testphase?

Am 13. Mai 2020.

Der Bundesrat spricht übrigens von «Pilotphase».

Wie wird die Testphase gesetzlich geregelt?

Durch eine befristete Verordnung, die der Bundesrat am Mittwoch, 13. Mai, erlassen will.

Was ist für die App-Lancierung noch nötig?

In der Medienmitteilung steht:

[Der Bundesrat will] bis am 20. Mai eine dringende Botschaft vorlegen. Diese soll vom Parlament in der Sommersession im Juni beraten und verabschiedet werden. Bis die Gesetzesänderung beschlossen ist, soll die von der ETH, der EPFL und dem Bund entwickelte App in einer Pilotphase ausgiebig getestet werden.

Wann ist die Schweizer App offiziell verfügbar?

Das steht noch nicht fest. Das Parlament muss an der Sommersession (vom 2. bis 19. Juni) über die gesetzlichen Rahmenbedingungen diskutieren und entscheiden, ob und wie die Schweizer Corona-Warn-App lanciert wird.

Kann die App eine Selbstquarantäne verfügen?

Nein. Wenn App-User einen Warnhinweis erhalten, dass sie möglicherweise infiziert sind, werden sie lediglich aufgefordert, die Corona-Hotline anzurufen. Dort wird dann das weitere Vorgehen (Covid-19-Test etc.) besprochen.

Eine rechtsverbindliche Quarantäne kann nur der kantonsärztliche Dienst, über einen Arzt, verfügen.

Wann werden die User-Daten gelöscht?

In der Medienmitteilung vom 8. Mai heisst es, «alle Daten der App werden nach 21 Tagen laufend gelöscht».

Das von DP-3T konzipierte dezentralisierte Tracing-System sieht vor, dass die auf dem Server gespeicherten «Kontakt»-Daten automatisch gelöscht werden.

Erklärung: Dabei handelt es sich um die auf einem staatlichen Server gespeicherten, verschlüsselten Codes, die von infizierten Personen freiwillig hochgeladen wurden. Die Daten auf dem Smartphone werden sofort gelöscht, wenn die entsprechende App auf dem Gerät gelöscht wird. Zudem werden dann natürlich keine neuen Daten mehr hochgeladen, so dass sich das Tracing-System quasi von selbst deaktiviert.

Wie lange soll die App eingesetzt werden?

Die App soll laut Mitteilung des Bundesrates «nur in der Phase der Eindämmung zum Einsatz kommen».

Wie zuverlässig ist die App?

Das weiss die Öffentlichkeit noch nicht. Dafür werden in den kommenden Wochen Praxistests durchgeführt.

Quellen

  • Medienmitteilung des Bundesrates: «Coronavirus – Unterstützung für externe Kinderbetreuung, Pilotphase für Tracing-App» (8. Mai 2020)

Die Pressekonferenz mit Bundesrat Alain Berset am 8. Mai 2020:

Koronavilkku statt SwissCovid: Was die Finnen richtig machen in der Corona-Krise

Diese neue Schweizer App hilft gegen Superspreader – nun ist der Bund gefordert

App-Entwicklerchef: «In den meisten Fällen ist es unnötig, SwissCovid zu deaktivieren»

SwissCovid wird schneller: Labors, Infoline und Apotheken stellen neu Covid-Codes aus

Sicheres Contact-Tracing, Made in Switzerland

Schweizer IT-Experten und Wissenschaftler haben mit Kollegen im In- und Ausland eine Proximity-Tracing-Software entwickelt, die den Datenschutz garantiert. Der folgende Comic erklärt, wie es funktioniert ... KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Der Epidemiologe Marcel Salathé von der EFPL gehört zum DP3T-Team, das eine sichere Tracing-Technik entwickelt hat. Vom paneuropäischen Projekt Pepp-PT hat man sich wegen Datenschutz-Bedenken distanziert. Keystone/CYRIL ZINGARO
Hingegen begrüssen die DP3T-Leute sehr, dass Apple und Google Programmierschnittstellen (API) fürs Contact-Tracing per Bluetooth-Verbindung zur Verfügung stellen.
Die Schweizer Contact-Tracing-App ist Ende Juni 2020 lanciert worden. Der oberste Datenschützer begrüsst den dezentralen Ansatz.

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