In Kanada kennt jeder Sport-Fan dieses Bild: Orr hebt nach dem Siegestor ab.
bild: ray lussier
Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final
10. Mai 1970: Bobby Orr gilt bis heute als einer der besten Eishockey-Spieler aller Zeiten. Zwei Mal sorgt der Verteidiger dafür, dass die Boston Bruins den Stanley Cup holen. Beim ersten Mal entsteht ein Moment für die Ewigkeit.
3:3 steht es im Boston Garden nach 60 Minuten gegen die St.Louis Blues. Die Meisterfeier der Bruins ist aufgeschoben. Aber nicht aufgehoben. Nur 40 Sekunden sind in der Verlängerung absolviert, als Bobby Orr hinters Tor zu Derek Sanderson spielt. Der passt die Scheibe zurück zu Orr – der Rest ist Geschichte.
Bobby Orr hebt ab.
Video: streamable
Ikone der Eishockey-Fotografie
Es ist der erste Stanley-Cup-Triumph der Boston Bruins seit 29 Jahren. Und das Bild, wie Orr sein Tor zum 4:3-Sieg im vierten Spiel bejubelt, wird zu einer Ikone der Eishockey-Fotografie.
Zum «Flying Goal» kommt es, weil Orr im Moment der Schussabgabe von Blues-Verteidiger Noel Picard gefoult wird. Da Orr sieht, wie der Puck in den Kasten geht, kümmert ihn dies nicht weiter. Mit weit aufgerissenem Mund und mit den Armen in die Höhe gestreckt fliegt er jubelnd durch die Luft.
Dieses Bild des triumphierenden Orr hat sich in Nordamerika so sehr in den Köpfen eingebrannt, dass es in Bronze verewigt wurde. Seit 2010 steht die Statue, welche diesen Moment zeigt, vor dem TD Garden, der Heimstätte der Boston Bruins.
Orr und Orr: Die Hockey-Legende bei der Einweihung seiner eigenen Trophäe – am 40. Jahrestag des legendären Tors.
Bild: AP
Bobby Orr wird nach dem gewonnenen Final 1970 zum MVP gekürt. Dieselbe Auszeichnung erhält er zwei Jahre später – als er die Bruins erneut zum Stanley-Cup-Sieg führt.
Erster echter Offensiv-Verteidiger
Der Status Orrs in der Hockey-Welt ist umso beeindruckender, weil er wegen Verletzungen nur zwölf Saisons in der NHL spielen kann. Nach seinem 27. Geburtstag absolviert er nur noch 47 Partien in der besten Liga der Welt.
Alleine seine statistischen Werte – 1007 Skorerpunkte in 731 Spielen – würden zur Untermauerung seines Stellenwerts genügen. Aber Zahlen sind nur das eine, Orrs Spielstil war das andere. Er gilt als erster echter Offensiv-Verteidiger und ist in der NHL eine solche Attraktion, dass Bostons Auswärtsspiele in der Regel ausverkauft sind.
Als Robert Gordon «Bobby» Orr zurücktritt, ehren die Bruins ihn, indem sie seine Rückennummer 4 nie mehr vergeben. Der Applaus des Publikums ist so lang anhaltend, dass fast alle anderen Elemente der Unterhaltung vor dem Spiel gestrichen werden müssen.
Ausschnitt aus der Rücktritts-Zeremonie.
Video: YouTube/::
Für immer unvergessen! Diese Sportler gibt's als Statue
Obwohl immer noch aktiv wird Rafael Nadal vor dem French Open 2021 in Paris als Statue verewigt. Das Ding ist sechs Meter gross, wurde komplett aus Metall und zu Ehren seiner (bislang) 13 Roland-Garros-Titel gefertigt.
Seit 2007 gibt's Roger Federer bereits als Statue. Der Chinese Chen Haiyan modellierte den Tennis-Maestro damals als Terracotta-Krieger mit Racket in der Hand. imago images
Wieso hatte er denn noch keine Statue?! Egal, seit 2019 hat uach Zlatan Ibrahimovic eine. Das überdimensionale Ding steht in Ibras Heimatstadt Malmö. AP / Johan Nilsson
Seit März 2019 steht auf der Legends Plaza vor dem Dignity Health Sports Park der Los Angeles Galaxy eine Statue von David Beckham. AP/FR170512 AP / Ringo H.W. Chiu
Die ägyptische Künstlerin Mai Abdel Allah hat Liverpool-Superstar Mohamed Salah mit dieser Statue, die im November 2018 eingeweiht wurde, einen Bärendienst erwiesen. AP/AP / Ayman Aref
Grosse Ehre für Christiano Ronaldo: Ende März 2017 wird der Flughafen von Madeira nach dem portugiesischen Star-Fussballer umbenannt. Aufgestellt wird auch eine Büste von CR7, die wegen ihrer Hässlichkeit für grosses Aufsehen sorgt. AP/AP / Armando Franca
Ebenfalls auf Madeira steht eine weitere Statue von CR7 – vor dem ihm gewidmeten Museum. AP/AP / Armando Franca
Ja, noch eine! Seit 2014 steht Cristiano Ronaldos Konterfei auf Madeira. Besonders auffällig ... ihr seht's ja selber. EPA LUSA / JOSE SENA GOULAO
Auch Lionel Messi gibt's als Statue. Sie wurde Ende Juni 2016 auf der Promenade Paseo de la Gloria in Buenos Aires enthüllt und steht dort neben weiteren argentinischen Sportgrössen wie dem fünfmaligen Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio, Basketball-Superstar Emanuel Ginobili und der ehemaligen Tennisspielerin Gabriela Sabatini. AP / VICTOR R. CAIVANO
Die Los Angeles Lakers enthüllen Mitte März 2017 vor dem Staples Center eine 2,74 m grosse und 544 kg schwere Bronze-Statue ihres früheren Starspielers. AP/AP / Mark J. Terrill
Goalie-Legende Martin Brodeur wurde von den New Jersey Devils für die drei Stanley-Cup-Siege als Statue verewigt.
Die berühmteste Schweizer Sport-Statue: An Chad Silver wird seit 2005 vor dem Zürcher Hallenstadion erinnert. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Keine Statue, aber eine Holzskulptur von Didier Cuche gibt's in seinem Heimatdorf Le Paquier.
Noch eine Skifahrer-Skulptur: Die Hermann-Maier-Statue steht in Flachau.
Formel-1-Legende Ayrton Senna sitzt in einem Park in Imola, dem Ort seines tödlichen Unfalls.
Die kontroverse Statue von Zinédine Zidanes Kopfstoss gegen Marco Materazzi steht nach zwei Umplatzierungen jetzt im Arab Museum of Modern Art in Doha. EPA / STR
Diego Maradona im Boca Juniors Museum in Buenos Aires. AP / DANIEL LUNA
David Beckham in Silber für H&M in London – natürlich in Unterwäsche.
Die Statue von Sir Alex Ferguson steht natürlich vor dem Old Trafford in Manchester. AP PA / Martin Rickett
Sir Bobby Charlton, George Best und Denis Law sind auch dort zu finden.
Arsenal-Legende Dennis Bergkamp gibt's vor dem Emirates Stadium in London zu bestaunen. EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Ganz in der Nähe kniet Thierry Henry.
Carlos Valderama hat es sich in einem Park von Bogota gemütlich gemacht.
Sir Bobby Moore posiert vor dem Wembley Stadium. AP / Tom Hevezi
Celtic-Legende Jimmy Johnstone steht vor dem Celtic-Park in Glasgow.
Auch in den USA sind Statuen überaus beliebt: Michael Jordan setzt vor dem United Center in Chicago zum Dunk an.
Michael «Magic» Johnson lächelt vor dem Staples Center von Los Angeles die Besucher an.
Die Utah-Jazz-Legenden John Stockton und Karl Malone sind auch in Edelmetall unzertrennlich.
Kareem Abdul-Jabbar steht vor dem Staples Center in Los Angeles.
Wayne Gretzky stemmt den Stanley Cup natürlich in Edmonton.
Bobby Orrs legendärer Flug-Jubel ist in Boston verewigt worden.
Mario Lemieux spricht vor seinem Abbild in Pittsburgh. AP / Keith Srakocic
Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden
Video: Angelina Graf
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