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«Crooked Hillary» und Co.: Das sind die 10 «besten» Spitznamen von Trump für seine Gegner

Donald Trump liebt es, seine Gegner mit originellen und meist fiesen Spitznamen zu taufen. Wir haben für euch die zehn besten zusammengetragen.

Publiziert: 20.09.20, 19:43

Eines muss man ihm lassen: US-Präsident Donald Trump lässt bei seiner Spitznamenwahl für seine politischen Kontrahenten allerlei Kreativität walten. Manchmal lustig, manchmal fies, meist unter der Gürtellinie – aber alle bleiben uns im Gedächtnis haften.

Diese Spitznamen sind Waffen: Sie führen dazu, dass seine Gegner automatisch mit negativen Begriffen assoziiert werden. Wenn Trump beispielsweise seinen Kontrahenten Joe Biden als «schläfrigen Joe» bezeichnet, sieht man diesen automatisch in einem anderen Licht – eben als schläfrigen Joe.

Auf Wikipedia gibt es eine Liste mit Spitznamen, die über 200 Einträge erfasst. Darunter befinden sich nicht nur Übernamen für Personen, sondern auch für allerlei anderer Dinge: So nannte er etwa das Coronavirus «China Virus» oder «Kung Flu», und das amerikanische Nachrichtenportal CNN «Clinton News Network» oder «Fake News CNN».

Wir haben die zehn besten Spitznamen für euch herausgesucht:

«Crooked Hillary»

Die Demokratin Hillary Clinton verlor die Wahl 2016 gegen Trump nur knapp. bild: Getty Images

«Crooked», «Crazy», «Lyin'», «Heartless»: Hillary Clinton, das ultimative Feindbild Trumps. Für die ehemalige demokratische Herausforderin bei den Präsidentschaftswahlen 2016 hagelte es die verschiedensten Spitznamen. «Crooked Hillary» («betrügerische Hillary») ist wohl der Bekannteste. Das ist eine Anspielung auf ihre Nutzung eines privaten E-Mail-Servers während ihrer Zeit als Staatssekretärin im Weissen Haus unter Barack Obama.

«The Little Rocket Man»

Kim Jong-Un und Donald Trump: Eine Beziehung, die skurriler nicht sein könnte. Bild: EPA/THE STRAITS TIMES / SPH

«The Little Rocket Man» («kleiner Raketenmann») – das ist Trumps Spitzname für Nordkoreas Obersten Führer Kim Jong-Un. «Wir können keine Verrückten da draussen haben, die überall Raketen abschiessen», sagte Trump bei einer Kundgebung im September 2017. «Und übrigens, man hätte sich schon vor langer Zeit um den ‹Little Rocket Man› kümmern sollen.»

Ihre Beziehung ist von ewigen Auf und Abs geprägt. Erst vor Kurzem sind etwa schnulzige Briefe des nordkoreanischen Machtinhabers geleakt worden:

«Little Marco»

Floridas Senat wird wohl die Kritik an Trumps kleinen Händen bereut haben. Bild: keystone

Dieser Spitzname geht auf seine eigene Kappe: Marco Rubio, Senator vom Bundesstaat Florida, machte sich über Trumps kleine Hände lustig. Dessen Rückzahlung liess nicht lange auf sich warten: Von da an nannte Trump Rubino nur noch «Little Marco» («kleiner Marco») – zu klein, um ein wichtiger Spieler in der Politikwelt zu sein. Rubio hatte denn auch keine Chance in den republikanischen Vorwahlen 2016 und musste seine Präsidenten-Ambitionen begraben.

«Crazy Bernie»

Trump mag verrückte Menschen wie Bernie Sanders. Bild: AP

«Crazy Bernie» («verrückter Bernie») – so nennt Trump den ehemaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders. Das erste Mal wurde Sanders so genannt, als Trump Hillary Clinton mit ihm verglich: «Crooked Hillary, die sehr schlecht gegen Crazy Bernie aussieht, wird verlieren!», tweetete er im Mai 2016. Bei einer Rede einige Tage später sprach er über Bernie direkt: «Crazy Bernie. Er ist ein verrückter Mann. Aber das ist okay, wir mögen verrückte Menschen.»

«Cheatin' Obama»

Auch Obama bekam einen Spitznamen verpasst. Bild: keystone

Auch Barack Obama bleibt nicht verschont: Erst im Jahr 2018 taufte Trump den früheren Präsidenten in «Cheatin' Obama» («betrügerischer Obama») um. Bei was genau er betrogen hat, hatte er nicht näher erläutert.

«Sloppy Steve»

Steve Bannon war für viele Jahre Trumps Berater. Bild: keystone

Trumps ehemahliger Wahlkampfleiter verdiente sich seinen Spitznamen, nachdem dieser ein Interview für Michael Wolffs' Enthüllungsbuch über Trump gegeben hatte. «Er wurde benutzt, um dieses wirklich langweilige und unwahre Buch zu verkaufen. Sloppy Steve Bannon («schlampiger Steve Bannon») hat geweint und um seinen Job gebettelt, als er gefeuert wurde», schreibt Trump im Januar 2018 auf Twitter.

«Creepster John»

Trump zufolge ein «Grüssel»: Der ehemalige Sicherheitsberater John Bolton. Bild: sda

Von «Mr. Tough Guy» zu «Creepster»: Spätestens nach der Veröffentlichung des Enthüllungsbuches des ehemaligen Sicherheitsberaters der US-Regierung, John Bolton, ist Trump nicht gut auf ihn zu sprechen. Im Buch schreibt Bolton über einige kritische Aussagen, die der Präsident getätigt hatte. Trump tweetete im Juni 2020: «Der gescheiterte Creepster («Grüssel») John Bolton ist Abschaum, der im Gefängnis sitzen sollte.»

«Pocahontas»

Wollte mit ihrer angeblichen indigenen Herkunft punkten: Elizabeth Warren. Bild: AP

Elizabeth Warren, demokratische Senatorin, warb für sich selbst mit ihrer indigenen Herkunft. Trump bezweifelte dies und nannte sie fortan Pocahontas, eine berühmte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert. «Sie hat ungefähr so viel indianisches Blut wie ich. Ihr ganzes Leben war von einem Betrug geprägt», sagte Trump der New York Times im Mai 2016.

Es wurden keine historischen Dokumente gefunden, die indianische Vorfahren Warrens bestätigen könnten. Ein DNA-Test fand aber starke Nachweise dafür, dass ein Vorfahre Warrens vor «sechs bis zehn Generationen» Ureinwohner gewesen sei.

«Nervous Nancy»

Nancy Pelosi lässt Trumps Spitznamen nicht auf sich sitzen und gibt zurück. Bild: keystone

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Demokratin Nancy Pelosi, hat es mit Trump spätestens nach dem Impeachment Verfahren im 2019 verbockt. Trump zufolge gleiche sie einem Nervenwrack. «Nervous Nancy» («Nervöse Nancy») sei «böse», «rachsüchtig» und «eine Schande für sich und ihre Familie». Doch Pelosi schlug zurück – und nannte ihn kurzerhand «Mr. Make Matters Worse» («Mr. Mach die Dinge schlimmer»).

«Sleepy Joe»

Bild: keystone

Zu guter Letzt darf natürlich Trumps aktueller Gegner bei den Wahlen 2020, Demokrat Joe Biden, nicht fehlen. Sein Spitzname: «Sleepy Joe» («Schläfriger Joe»). Mit diesem Namen verspottet er seinen Kontrahenten als senilen alten Herren, der nicht fit genug für das Präsidentenamt sei. So genannt wurde Biden das erste Mal im April 2019. Trump tweetete damals: «Willkommen im Rennen, Sleepy Joe. Ich hoffe nur, Sie sind intelligent genug, um eine erfolgreiche Kampagne zu führen.»

Trump und Bolton - eine Feindschaft in Bildern

Aussenpolitik nach Bauchgefühl, gefährliches Unwissen und ein unbändiger Wunsch nach einer zweiten Amtszeit - so beschreibt der frühere nationale Sicherheitsberater John Bolton den Regierungsstil von US-Präsident Donald Trump. AP/AP / Pablo Martinez Monsivais
Wenn man in den Bilderdatenbanken nach Fotos der beiden Politiker sucht, so fällt eines schnell auf: Man kommt auf den Gedanken, dass Bolton sein kritisches Buch schon lange geplant hat. AP/AP / Evan Vucci
«Es ist wirklich schwierig, irgendeine signifikante Entscheidung Trumps während meiner Zeit im Weissen Haus zu identifizieren, die nicht von Überlegungen zu seiner Wiederwahl getrieben war», schreibt Bolton in einem vorab vom «Wall Street Journal» veröffentlichten Kapitel. AP/AP / Andrew Harnik
Bolton schreibt der Zeitung zufolge, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump nicht nur wegen der Vorwürfe in der Ukraine-Affäre, sondern auch wegen anderer Fälle gerechtfertigt gewesen wäre. Trump habe mehrfach strafrechtliche Ermittlungen zugunsten von «Diktatoren» unterbunden, etwa in Bezug auf China und die Türkei. Dabei sei es unter anderem um Ermittlungen gegen die Unternehmen ZTE und Halkbank gegangen, schreibt Bolton demnach. «Das Verhaltensmuster sah nach Behinderung der Justiz als Alltagsgeschäft aus, was wir nicht akzeptieren konnten», so Bolton. Er habe seine Bedenken damals auch schriftlich an Justizminister William Barr gerichtet. www.imago-images.de / Andrew Harrer
So habe Trump etwa nicht gewusst, dass Grossbritannien eine Atommacht sei und einmal gefragt, ob Finnland zu Russland gehöre, wie Bolton schreibt. Zudem soll Trump einen Nato-Austritt ernsthaft erwogen und eine Invasion Venezuelas als «cool» bezeichnet haben. www.imago-images.de / Oliver Contreras
Während eines Treffens mit dem Nordkoreaner 2018 habe Aussenminister Mike Pompeo Bolton einen Zettel zugesteckt, in dem jener über Trump geschrieben habe: «Der redet so viel Scheisse». AP/AP / Evan Vucci
«Ein Präsident darf die legitime Macht der Regierung nicht missbrauchen, in dem er seine persönlichen Interessen mit den Interessen des Landes gleichsetzt ...», schreibt Bolton über Trump. imago stock&people / ZUMA Press
Zur Frage, ob Trumps Handeln in der Ukraine-Affäre zu einer Amtsenthebung hätte führen sollen, nimmt Bolton nicht eindeutig Stellung. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass er Trumps Vorgehen für politisch motiviert und falsch hielt. «Ich dachte, die ganze Angelegenheit war schlechte Politik, juristisch fragwürdig und für einen Präsidenten inakzeptables Verhalten», zitiert die «Washington Post» aus Boltons Buch. Trump habe sich gegenüber der Ukraine von verschiedenen «Verschwörungstheorien» beeinflussen lassen, so Bolton. AP/AP / Pablo Martinez Monsivais
Bolton beschreibt auch, wie Chinas Xi Trump bei einem G-20-Gipfel gut vorbereitet und ausführlich schmeichelte, was dem US-Präsidenten spontane Zugeständnisse abtrotzte. Trumps Berater hätten sich im Nachhinein bemüht, die Situation wieder geradezurücken. Bei einem weiteren Treffen habe Trump Xi sogar gesagt, dieser sei «die tollste Führungsperson der chinesischen Geschichte». Die Lage der Menschenrechte in China - etwa die Demokratiebewegung in Hongkong oder die unterdrückte muslimische Minderheit der Uiguren - hätten Trump demnach nicht interessiert. Trump soll Xi sogar zur weiteren Unterdrückung und Internierung der muslimischen Minderheit in Umerziehungslagern ermuntert haben. AP/AP / Carolyn Kaster
AP / MARKUS SCHREIBER
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Donald Trump,Wilbur Ross,Mike Pompeo,John Bolton,Peter Navarro AP / Susan Walsh
AP/AP / Andrew Harnik

Kurz erklärt: So funktionieren die US-Wahlen

Video: watson

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