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Extinction-Rebellion-Aktivisten in London und Amsterdam verhaftet

Publiziert: 07.10.19, 19:37

Polizisten tragen eine Aktivistin davon, Berlin. Bild: EPA

Zu Beginn der weltweiten Klimaproteste von Extinction Rebellion hat es in Amsterdam und London am Montag zahlreiche Festnahmen gegeben. In Berlin blieben die Auswirkungen der Verkehrsblockaden zunächst überschaubar.

Etwa 3000 Demonstranten nahmen laut Polizei an den beiden Aktionen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz teil. In ihrem Aufruf zum gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Klimakrise hatte es geheissen: «Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London.»

Die Berliner Polizei liess die Aktivisten gewähren - obwohl die Demo an der Siegessäule nicht angemeldet war. Es habe kaum Staus gegeben, hiess es. In Berlin sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

Am späten Nachmittag begann die Polizei damit, den Potsdamer Platz zu räumen. Hier hatten etwa 2000 Aktivisten die Kreuzung besetzt. Unter dem Motto «Unser Wohnzimmer» hatten sie Sofas, Topfpflanzen, Tische und Stühle aufgestellt.

Ausrufung von Klimanotstand gefordert

In London und Amsterdam gab es am Montag zahlreiche Festnahmen. Die Aktivisten hatten in der britischen Hauptstadt etliche Strassen und auch mehrere Themse-Brücken blockiert. Es wurden mindestens 135 Menschen festgenommen.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Grossbritannien. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

Die Amsterdamer Polizei nahm etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion in Gewahrsam. Die Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstrasse versperrt und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Mit «zivilem Ungehorsam» solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio.

Auch in Paris blockierten Aktivisten einen Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt. Sie hätten rund um den Place du Châtelet nahe der Seine Strohballen aufgestellt und sich auf die Strasse gesetzt, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

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Demos in Australien und Neuseeland

Auch in Australien und Neuseeland demonstrierten Hunderte Aktivisten, Dutzende wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

In Melbourne trafen sich Demonstranten am frühen Morgen zu einer Mahnwache auf den Stufen des Parlaments. In Sydney hielten hunderte Aktivisten einen Sitzstreik auf einer stark befahrenen Strasse in der Innenstadt ab, während sich in Brisbane eine kleine Gruppe von Aktivisten an eine Brücke kettete. Im neuseeländischen Wellington sorgten Aktivisten für Verkehrsstörungen, indem sie sich an ein Auto ketteten.

In Berlin erhielten die Aktivisten Unterstützung von Carola Rackete, die als Flüchtlingsretterin bekannt gewordene Kapitänin. «Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und den ökologischen Notstand ausruft», forderte Rackete bei ihrer umjubelten Rede an der Siegessäule.

Luisa Neubauer von Fridays for Future sprach am Potsdamer Platz vor den Demonstranten. «Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Strassen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden.»

Aktionen in vielen Teilen der Welt

Aktionen sollte es unter anderem auch in Madrid, New York und Buenos Aires geben. Anders als andere Bewegungen wie Greta Thunbergs Fridays for Future, sind die Aktivisten von Extinction Rebellion nach eigenen Angaben bereit, gegen Gesetze zu verstossen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Legale Demonstrationen und parlamentarische Prozesse hätten in den vergangenen 30 Jahren nicht zu den nötigen Veränderungen im Klimaschutz geführt, hatte es geheissen. (sda/dpa)

Die besten Schilder des Klimastreiks

Zehntausende Klimaaktivisten gehen seit Monaten auf die Strassen, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren, und zeigen bei der Gestaltung ihrer Schilder viel Kreativität. Wir machten uns auf die Suche nach den besten Schildern. EPA/EPA / NEIL HALL
Kate, 31, aus Bern (und Texas): «Es gibt viel zu viele Arschlöcher, Pardon, Politiker auf diesem Planeten, die nur ans Geld denken. Besonders in den USA, wo ich herkomme. Diese Leute sollte man aus ihren Ämtern verbannen. Und dazu viele Bäume pflanzen, die CO2 aufnehmen.»
Petra Frey, 28, Bern: «Velo statt Tram, reparieren statt wegwerfen. Ich habe einfach jene Sachen aufgeführt, mit denen man im Alltag das Klima schonen kann. An dem Plakat haben wir eine halbe Stunde gebastelt. Dabei haben mich meine Kolleginnen kurzerhand in eine Kartonschachtel gesteckt und diese mit verschiedensten Sujets bemalt.»
Lino, 15, Aarau: «Rick and Morty ist meine Lieblingsserie. Deshalb ist auf unserem Plakat der Arm von Rick zu sehen, der aus seinem Portal herausschaut und Donald Trump den Mittelfinger zeigt. Wir haben dann in unserer Klasse Geld zusammengelegt und haben das Sujet in Aarau in einer Druckerei drucken lassen. Am Schluss haben wir es an einem alten Besenstiel befestigt, um es in die Höhe strecken zu können.»
Michael Bühler, 32, Bern: «Ist euch unsere Zukunft egal? Mein Plakat soll zeigen, wie unsere rechten Politiker und vor allem die Banken aufs Klima pfeifen und rücksichtslos Gewinne einfahren. Wir verbrennen das Geld und heizen so das Klima an! An dem Plakat habe ich etwa eine Stunde gebastelt.»
Elvira (11) und Ursula, Zürich: Was bedeutet euer Plakat? – «Wir wollen damit den Tieren eine Stimme geben. Auf sie achtet man in der ganzen Diskussion zu wenig.»
Nicole, 16, Aarau: Wie kam es zu diesem Plakat? – «Das ist ganz simpel. Wir haben im Internet gestöbert und sind dann auf diesen Spruch gekommen.»
Sämi, 14, Zürich: «Meine selbst gebastelte Puppe stellt ein Spermium dar. Weil: Es geht hier um unsere Zukunft!»
Olive, 15, Zürich: «Ich denke, dass die Politiker endlich wachgerüttelt werden müssen. Schlussendlich müssen wir aber auch Eigenverantwortung wahrnehmen.»
«Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit.» EPA/EPA / ADAM BERRY
«Wir haben keine Wahl mehr, wir müssen etwas tun»: Tausende von Schülern und Studenten protestierten im November in der australischen Stadt Sydney. EPA/AAP / DAN HIMBRECHTS
In Melbourne kämpfen Schülerinnen verkleidet als Schutzengel für «Unser Klima, unsere Zukunft». EPA/AAP / DANIEL POCKETT
Bis Anfang Dezember schliessen sich weltweit mehr als 20'000 Schüler in rund 270 Städten Thunbergs Protesten an. So wie hier in Berlin ... AP/AP / Michael Sohn
... oder in Zürich.
So diese zwei Schülerinnen in Zürich. Anfang Januar halten sie eine Klima-Mahnwache am Paradeplatz.
Auch in Lausanne trotzen zahlreiche Schüler der eisigen Kälte und machen mit selbstbemalten Transparenten auf den Klimawandel aufmerksam. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
In Rom erheben die Schüler ihre Transparente zum Protest. EPA/ANSA / ANGELO CARCONI
Im Berliner Invalidenpark haben sich Mitte Januar Hunderte von Schülern versammelt, um für das Klima zu streiken.
An Kreativität mangelt es nicht. Stolz werden die Plakate am «Friday for Future» in die Luft gehoben. EPA/EPA / ADAM BERRY
Noch immer dasselbe Plakat in den Händen, sorgt Thunberg für einen riesigen Medienrummel in Davos. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Während Thunberg versucht, die Wirtschaftselite aufzurütteln, streiken in Deutschland die Schüler weiter.
In München demonstrieren bis zu 2000 Schüler leidenschaftlich gegen die zurückhaltende Klimapolitik Deutschlands.
Auch das Alter spielt keine Rolle: Wie die «Süddeutsche» schreibt, setzen sich diese beiden Buben mit ihrem Transparent sogar in die Bäume, um besser gesehen zu werden. laif / Gordon Welters/laif
Auch die Schweizer Städte sind freitags voll mit Schülern.
Die Proteste werden immer grösser: Im Januar marschierten in der belgischen Hauptstadt Brüssel über 70'000 Menschen für ein besseres Klima. EPA/EPA / STEPHANIE LECOCQ
Kalte Temperaturen und Nieselregen tun dem Demonstrationswillen keinen Abbruch. Im Gegenteil. EPA/EPA / STEPHANIE LECOCQ
Greta Thunberg, das 17-jährige Mädchen aus Schweden, ist die Galionsfigur der Klimaschutzbewegung. Am 20. August 2018 schnappt sie sich Plakat und Stift, schwänzt das erste Mal die Schule und stellt sich mit dem Slogan «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima) vor das schwedische Reichstagsgebäude in Stockholm. EPA/TT NEWS AGENCY / HANNA FRANZEN

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