Volkswagen muss in Diesel-Affäre Schadenersatz zahlen
Im VW-Abgasskandal streiten Zehntausende deutsche Diesel-Fahrer vor Gericht um Schadenersatz. Das erste höchstrichterliche Urteil stärkt ihnen den Rücken – und könnte den deutschen Volkswagenkonzern teuer zu stehen kommen.
Für zehntausende Diesel-Fahrer ist der Weg für Schadenersatz von Volkswagen frei. In seinem ersten Urteil zum VW-Abgasskandal stellte der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Montag fest, dass klagende Käufer ihr Auto zurückgeben und das Geld dafür einfordern können. Auf den Kaufpreis müssen sie sich aber die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. (Az. VI ZR 252/19)
Die obersten Zivilrichter bestätigten mit ihrer Entscheidung ein käuferfreundliches Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz. Es hatte den VW-Konzern wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verpflichtet, dem Käufer eines gebrauchten VW Sharan gut 25'600 Euro plus Zinsen zu erstatten. Der Mann hatte argumentiert, er habe der Werbung vertraut und geglaubt, ein sauberes Auto gekauft zu haben.
Illegale Abgastechnik
Der Skandal um die illegale Abgastechnik in Millionen VW-Fahrzeugen war im Herbst 2015 aufgeflogen. Damals kam ans Licht, dass die Stickoxid-Emissionen des Motorentyps EA189 viel höher waren, als Tests auf dem Prüfstand zeigten. Verantwortlich war eine Software, die die volle Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand aktivierte.
Gegen das Koblenzer Urteil hatten beide Seiten Revision eingelegt. Der Kläger hatte 2014 knapp 31'500 Euro für das Auto bezahlt und wollte den vollen Preis zurück. VW wollte gar nichts zahlen. Der Autobauer hatte stets argumentiert, die Autos seien jederzeit voll nutzbar gewesen. Den Kunden sei also kein Schaden entstanden.
Der BGH wies mit seinem Grundsatz-Urteil die Revision des Diesel-Käufers und im Wesentlichen auch die von VW zurück. Das gibt die Linie für viele tausend noch laufende Gerichtsverfahren vor. Bisher hatten die unteren Instanzen sehr unterschiedlich geurteilt.
Noch 60'000 Verfahren
Nach VW-Angaben sind bundesweit noch rund 60'000 Verfahren anhängig, also nicht rechtskräftig entschieden oder per Vergleich beendet. Das BGH-Urteil ist für viele dieser Fälle eine wichtige Weichenstellung. Trotzdem sind immer noch viele Rechtsfragen ungeklärt. Die Karlsruher Richter haben für Juli bereits die nächsten drei Verhandlungen zu anderen Diesel-Fällen angesetzt, weitere sollen folgen.
Auf den im Rahmen einer Musterfeststellungsklage ausgehandelten Vergleich, den laut VW inzwischen rund 240'000 Diesel-Besitzer akzeptiert haben, hat das Urteil keine Auswirkungen mehr. (aeg/sda/awp/dpa)
Fakten rund um den Energieverbrauch in der Schweiz
Wer verbraucht am meisten Energie? Woher stammt unser Strom? Was sind die Zukunftsaussichten? Antworten, Bilder und Statistiken rund um das Thema Energie findest du in dieser Bildstrecke. X90045 / MARIO ANZUONI
18,8 Prozent der Energie werden durch Erdölbrennstoffe wie Heizungsöl gedeckt. Diese Art des Energieverbrauchs erlebte zwischen 1970 und 1980 den Höhepunkt und nahm seitdem kontinuierlich ab. KEYSTONE / GAETAN BALLY
Ein Drittel der Energie wird über Treibstoffe – also Benzin, Diesel etc. – verbraucht. Treib- und Erdölbrennstoffe bilden zusammen die Erdölprodukte.
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23,8 Prozent der Energie werden in Elektrizität umgewandelt und dienen unserem alltäglichen Stromverbrauch. KEYSTONE / GAETAN BALLY
13,5 Prozent der Energie werden in Gasform verbraucht – egal ob als Treib- oder Heizstoff. X90146 / LASZLO BALOGH
Übrige Energielieferanten für unseren Verbrauch sind zum Beispiel Abfallverbrennungsanlagen, die Fernwärme produzieren, oder Bio-Treibstoffe. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Hier der Überblick über den Energieverbrauch, aufgeteilt auf die verschiedenen Energieträger. (Statistik: Bundesamt für Energie, Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2013) BFE
Die Entwicklung der Energieträger seit 1910. Kohle, 1910 noch Hauptenergielieferant, ist 2010 nur noch ein kleiner Player im Energie-Business. Ob die erneuerbaren Energien den gleichen Verlauf nehmen werden wie die Treibstoffe? (Statistik: Bundesamt für Energie, Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2013) BFE
Wer verbraucht am meisten? Der Verkehr mit mehr als einem Drittel Anteil am Energiekuchen. (Statistik: Bundesamt für Energie, Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2013) BFE
Kosten für den jeweiligen Energieträger. Total wurden 32,86 Milliarden Franken für Energieträger ausgegeben, davon fast 20 Milliarden für Erdölprodukte. (Statistik: Bundesamt für Energie, Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2013) BFE
Kommen wir zum Strom: Der grösste Elektrizitätslieferant sind die Atomkraftwerke. Den genauen Strommix in ihrer Region findest du hier. BFE Und wer verbraucht diesen Strom? Die Industrie und die Haushalte halten sich die Waage.
Seit Fukushima gerät der Atomausstieg immer mehr in den Fokus. ETH-Professor Anton Gunzinger schreibt in seinem Buch «Kraftwerk Schweiz», dass der Solarstrom auch wirtschaftlich eine Alternative bietet. Kraftwerk Schweiz / Anton Gunzinger
An gewissen Stellen der Schweiz sei die Sonneneinstrahlung durchaus mit der in der Sahara zu vergleichen, so Gunzinger. Kraftwerk Schweiz / Anton Gunzinger
Strom könnte laut dem Autor auch das Benzin ablösen. Kraftwerk Schweiz / Anton Gunzinger
So sieht das Schweizer Energiesystem heute aus. Kraftwerk Schweiz / Anton Gunzinger
Und so soll es sich laut Gunzinger bis 2035 entwickeln. Kraftwerk Schweiz / Anton Gunzinger
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Warum ist Diesel tödlich?
Video: SRF / Roberto Krone
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