Kevin Mabu, Ruben Vargas und Denis Zakaria – Posterboys für den Schweizer Fussball, aber nicht für die Impfkampagne des BAG.
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Die Nati wird nicht fürs Impfen werben – das steckt dahinter
Um die Impfkampagne weiter anzukurbeln, wollte das BAG die Schweizer Fussball-Nati als Botschafter gewinnen. Doch der Fussballverband winkte ab – Kampagnen seien exklusiv den Sponsoring-Partnern vorbehalten. Ein Hintertürchen gibt es aber trotzdem.
Die Impfkampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) nimmt trotz steigender Fallzahlen und der möglichen Ausweitung der Zertifikatspflicht einfach nicht so richtig Fahrt auf. Aktuell sind in der Schweiz 51,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft – damit liegt die Impfquote so tief wie in keinem anderen Land in Süd- und Westeuropa.
Um der stockenden Impfkampagne etwas Schub zu verleihen, wollte das BAG gemäss der «SonntagsZeitung» die Schweizer Fussball-Nati dafür einspannen. Die Idee dahinter ist klar: Wenn sich die populären Nati-Stars Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Yann Sommer für die Impfung aussprechen würden, hätte das Signalwirkung. Bei Migrantinnen und Migranten wie auch bei den Skeptikern auf dem Land, so die Hoffnung des BAG.
Bereits vor der EM im Juni soll es eine erste Kontaktaufnahme gegeben haben, in der vergangenen Woche wurden weitere Gespräche geführt. Allerdings ohne Erfolg: «Kampagnen mit der Nationalmannschaft sind exklusiv unseren Sponsoringpartnern vorbehalten», erklärte Medienchef Adrian Arnold der «SonntagsZeitung». Wenn das BAG mit der Nationalmannschaft zusammenarbeiten wolle, könne es Sponsoringpartner werden.
Vor allem für den zweiten Teil der Aussage gab es heftige Kritik. «Wie offenbar im Fussball üblich geht es auch der Nati ums Geld», kritisierte Armin Müller, Mitglied der Chefredaktion des «Tages-Anzeigers», in einem Kommentar. In den Kommentarspalten und auf Social Media bliesen viele User ins gleiche Horn.
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Arnold sah sich gezwungen, sich für seine Aussage zu rechtfertigen. Seine Aussage sei von vielen fehlinterpretiert worden, erklärte er gegenüber dem «Blick». «Uns geht und ging es nie darum, mit einer Impfkampagne des Bundes Geld zu verdienen. Das möchten wir klarstellen und in aller Deutlichkeit betonen.»
Der SFV habe schlicht nicht die Rechte an den einzelnen Spielern, um sie für Kampagnen ausserhalb der offiziellen Nati-Partner einzusetzen. «Deshalb sind uns für eine solche Kampagne des Bundes die Hände gebunden.»
SFV-Medienchef Adrian Arnold bei der EM 2020 in Rom im Einsatz.
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Gegenüber der «SonntagsZeitung» erklärte Arnold, dass es aber doch noch einen Weg gebe, einzelne Nati-Stars für die Impfkampagne einzuspannen. «Es besteht für das BAG die Möglichkeit, einzelne Nationalspieler als Privatpersonen als Impfbotschafter zu gewinnen.» Diese Anfragen würden dann allerdings nicht über den Verband laufen, sondern direkt über die Managements der Spieler.
Letztlich sei es aber eine persönliche Angelegenheit jedes einzelnen Spielers, ob er an einer solchen Kampagne teilnehmen will oder nicht. Zahlen über die Impfquote in der Nati gibt es aktuell nicht. Vor der EM erklärte Teamarzt Martin Maleck allerdings, dass 90 Prozent der Delegation der Nati entweder geimpft (eine oder zwei Dosen; Anm. d. Red.) seien oder aufgrund einer Infektion noch genügend Antikörper hätten, um gegen eine erneute Ansteckung geschützt zu sein.
Trotz der Absage für die Kampagne will sich der SFV nicht gänzlich aus der Impfthematik raushalten. Nächste Woche wird der Schweizer Fussballverband zumindest eine Impfempfehlung an die rund 1500 Vereine der Schweiz verschicken. Damit erreicht der SFV «direkt oder indirekt» weit über eine halbe Million Schweizer, so Arnold: «Wir wollen dazu beitragen, das Virus zu stoppen. Wir haben ein Interesse daran, dass der Spielbetrieb in allen Ligen und Regionen unseres Landes aufrechterhalten bleibt.» (pre)
Das sind die 30 teuersten Schweizer Fussballer
Rang 30: David Sesa wechselte im Sommer 2000 für 7,25 Millionen Euro von der US Lecce zum SSC Napoli. Stand: August 2021.
Rang 29: Edimilson Fernandes wechselte im Sommer 2019 für 7,5 Millionen Euro von West Ham United zum 1. FSV Mainz. www.imago-images.de / bMartin Hoffmann
Rang 28: Patrick Müller wechselte im Sommer 2000 für 8 Millionen Euro von den Grasshoppers zu Olympique Lyon. EPA / MONTSERRAT T DIEZ
Rang 27: Valon Behrami wechselte im Sommer 2012 für 8 Millionen Euro von der AC Fiorentina zum SSC Napoli. AP/AP / Paolo Giovannini
Rang 26: Admir Mehmedi wechselte im Winter 2018 für 8 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum VfL Wolfsburg. EPA/EPA / DANIEL HECKER
Rang 25: Admir Mehmedi wechselte im Sommer 2015 für 8 Millionen Euro vom SC Freiburg zu Bayer Leverkusen. EPA/EPA / SASCHA STEINBACH
Rang 24: Ricardo Rodríguez wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Zürich zum VfL Wolfsburg. X00960 / RALPH ORLOWSKI
Rang 23: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Rang 22: Blerim Džemaili wechselte im Sommer 2011 für 9 Millionen Euro von Parma zu Napoli. AP PRESL / DAVIDE SPADA
Rang 21: Yann Sommer wechselte im Sommer 2014 für 9 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. EPA/EPA / RONALD WITTEK
Rang 20: Kevin Mbabu wechselte im Sommer 2019 für 9,2 Millionen Euro von den Young Boys zum Vfl Wolfsburg. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 19: Stephan Lichtsteiner wechselte im Sommer 2011 für 9,93 Millionen Euro von Lazio Rom zu Juventus Turin. Insidefoto / Insidefoto/freshfocus
Rang 18: Josip Drmic wechselte im Sommer 2015 für 10 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Borussia Mönchengladbach. DPA / MARIUS BECKER
Rang 17: Djibril Sow wechselte im Sommer 2019 für 10 Millionen Euro von den Young Boys zu Eintracht Frankfurt. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Rang 16: Timm Klose wechselte im Winter 2016 für 11 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Norwich City. AP PA / CHRIS RADBURN
Rang 15: Breel Embolo wechselte im Sommer 2019 für 11 Millionen Euro von Schalke zu Borussia Mönchengladbach. AP / Martin Meissner
Rang 14: Noah Okafor wechselte im Winter 2020 für 11,2 Millionen Euro vom FC Basel zu Red Bull Salzburg. EPA / YURI KOCHETKOV
Rang 13: Albian Ajeti wechselte im Sommer 2020 für 11,3 Millionen Euro vom FC Basel zu West Ham United. www.imago-images.de / Andy Rowland
Rang 12: Bernt Haas wechselte im Sommer 2002 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zum AFC Sunderland.
Rang 11: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2012 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zu Bayern München. EPA / KARL-JOSEF HILDENBRAND
Rang 10: Denis Zakaria wechselte im Sommer 2017 für 12 Millionen Euro von den Young Boys zu Borussia Mönchengladbach. AP/AP / Martin Meissner
Rang 9: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2018 für 14,7 Millionen Euro von Stoke City zum FC Liverpool. EPA/EPA / PETER POWELL
Rang 8: Xherdan Shaqiri wechselte im Winter 2015 für 15 Millionen Euro von Bayern München zu Inter Mailand.
Rang 7: Ricardo Rodriguez wechselte im Sommer 2017 für 15 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zur AC Milan. KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
Rang 6: Gregor Kobel wechselte im Sommer 2021 für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund. keystone / SASCHA STEINBACH
Rang 5: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2015 für 17 Millionen Euro von Inter Mailand zu Stoke City.
Rang 4: Gökhan Inler wechselte im Sommer 2011 für 18 Millionen Euro von Udinese Calcio zum SSC Napoli. AP / Franco Castanò
Rang 3: Manuel Akanji wechselte im Winter 2018 für 21,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Dortmund.
Rang 2: Breel Embolo wechselte im Sommer 2016 für 26,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Schalke 04. EPA/DPA / MARIUSÂ BECKER
Rang 1: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2016 für 45 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London. AP / MATT DUNHAM
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