Auch der sexuelle Appetit, so glaubte man bereits in der Antike, kommt mit dem Essen. Damals schon gab es eine Vielzahl von aphrodisischen Mitteln – meist essbare Substanzen, von denen man annahm, sie würden die fleischliche Lust wecken oder steigern. Bild: Darstellung eines Liebesakts auf einer Trinkschale, Griechenland, um 470 v.Chr. Wikimeida
Insgesamt galten, zumindest laut Wikipedia, im Lauf der Jahrhunderte über 500 Substanzen als lustfördernd. Manche davon heute noch. Bild: Erotische Vasenmalerei, Griechenland, 5. Jahrhundert v.Chr. Pinterest Aphrodisiaka – die Bezeichnung geht auf die griechische Liebesgöttin Aphrodite zurück – gab es jedoch nicht nur bei den alten Griechen und Römern, sondern überall, wo Menschen miteinander kopulierten. Bild: Sandro Botticelli: Die Geburt der Venus, 1485. Venus, das römische Pendant zu Aphrodite, entsteigt einer Muschel – die als Symbol für die Vulva galt. Wikimedia
Kein Wunder, gelten Austern als Aphrodisiakum schlechthin. Sie gehören zu jener Kategorie von Aphrodisiaka, die vermutlich als solche gelten, weil sie einem Geschlechtsorgan ähneln. Die Meeresfrüchte enthalten viel Zink, deshalb glaubte man, sie würden nicht nur die Lust steigern, vor allem bei Männern, sondern auch noch die Spermienproduktion ankurbeln. Gemäss neueren Forschungen haben die Schalentiere immerhin zwei seltene Aminosäuren, die möglicherweise die Testosteron- und Östrogenproduktion stimulieren. Casanova, der sprichwörtliche Liebhaber, soll angeblich bis zu 50 Austern pro Tag verzehrt haben – vorzugsweise im Bad, serviert auf den Brüsten einer Frau.
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Auch Spargeln dürften ihren Ruf als lustfördernde Speise vornehmlich ihrer Gestalt verdanken. Zur phallischen Form kommt der hohe Gehalt an Zink und Folsäure – diese Mineralstoffe sollen die Durchblutung der Organe anregen, besonders der Genitalien. Zudem enthält das Gemüse viel Vitamin E. Allerdings könnte man gar nicht so viel Spargeln essen, dass diese Stoffe tatsächlich Wirkung entfalten könnten. Gleichwohl war es im 19. Jahrhundert in Frankreich üblich, dass ein Bräutigam vor der Hochzeitsnacht drei Portionen Spargeln zum Abendessen verdrückte. Shutterstock
Eine zweite Kategorie von Aphrodisiaka besteht aus Speisen, die nicht wie ein Geschlechtsorgan aussehen, sondern tatsächlich Teil eines tierischen Genitals sind. Zum Beispiel gelten gebackene Stierhoden (Criadillas de toro) in Spanien heute noch als Lust- und Potenzförderer. Die Bolitas de oro (Goldbällchen), wie sie auch genannt werden, nützen indes wenig; einem Gesunden bringt zusätzliches Testosteron nichts, und für einen Kranken ist die Dosis eh zu niedrig. Seit der BSE-Krise sind die Stierhoden ohnehin bedeutend weniger populär. Flickr
Der Irrglaube, der Verzehr eines Geschlechtsorgans stärke Potenz und allenfalls Libido, bringt heute Tierarten wie den Tiger an den Rand des Aussterbens. Da ein Tigermännchen das Weibchen mehrmals hintereinander begatten kann und zudem als Ausbund von Kraft und Vitalität gilt, ist der Tiger-Penis in Ostasien als Aphrodisiakum heiss begehrt. Das Genital wirkt indes höchstens als Placebo. Bild: Gefälschter Tigerpenis. Wikimedia
Nashornpulver gilt in denselben Regionen ebenfalls als probates Mittel zur Stärkung der Manneskraft – befeuert durch die phallische Form des Horns und die legendäre Ausdauer der Nashornbullen beim Liebesakt. Während der Begattung, die bis zu einer Stunde dauern kann, ejakulieren die Bullen mehrmals, oft im Abstand von nur wenigen Minuten. Das Horn, das aus demselben Material besteht wie Fingernägel, hat jedoch keinerlei potenzsteigernde Wirkung, die über den Placeboeffekt hinausgeht. Dafür sind die Nashörner beinahe ausgerottet. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Nicht nur Speisen, die wie Genitalien aussehen oder aus solchen bestehen, schreibt man eine aphrodisische Wirkung zu. Auch andere energiereiche Leckerbissen aus dem Bereich des Fortpflanzungsapparats – so etwa Fischrogen oder Vogeleier – gelten als lust- und potenzfördernd. In Südostasien etwa ist Balut sehr populär: ein gekochtes Enten- oder Hühnerei, in dem sich bereits ein Embryo entwickelt hat. Balut gilt als Delikatesse und soll angeblich lust- und potenzsteigernd sein. Dafür gibt es freilich keinerlei Beweise. Shutterstock
Beim Kaviar, dem Rogen des Störs, kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Speise ist exotisch, extrem teuer und daher exklusiv – dieselbe Logik übrigens, die auch Tigern und Nashörnern übel mitspielt. Büsst eine solche Speise ihren exklusiven Status ein, schwindet auch ihre Popularität als Aphrodisiakum. Dieses Schicksal ereilte beispielsweise die Kartoffel, der man kurz nach ihrer Einführung in Europa ebenfalls luststeigernde Eigenschaften nachsagte. Noch Shakespeare erwähnt so ihre potenzfördernde Kraft – heute ist davon nichts mehr übrig. Kaviar soll übrigens die Testosteronproduktion auf Hochtouren bringen, doch auch in diesem Fall dürfte der Placebo-Effekt bedeutend wirksamer sein. Shutterstock
Der Granatapfel – die Lieblingsfrucht der Aphrodite – gilt als Symbol der Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit, vielleicht, weil die rote Frucht mit ihrem Inneren an Eierstöcke erinnert. Im antiken Griechenland wurden Brautpaare mit Granatapfelkernen beworfen. In der Tat enthalten Granatäpfel Phyto-Östrogene, die dem weiblichen Sexualhormon ähneln. Zudem sollen sie die Blutzirkulation begünstigen, was auch den Genitalien zugute kommt. Shutterstock
Chilischoten fallen in eine weitere Kategorie von Aphrodisiaka: Speisen, die heiss und feucht machen. Die Ähnlichkeit der physiologischen Vorgänge führt dazu, dass man hier Kausalität vermutet: Scharf macht scharf. Das im Scharfmacher enthaltene Alkaloid Capsaicin, das die Durchblutung anregt, wird in der Medizin zur Schmerzlinderung eingesetzt. Der Körper reagiert auf die Schärfe mit der vermehrten Ausschüttung von Endorphinen, körpereigenen Opiaten. Diese narkotisieren und regen die Libido an. Wohl aus diesem Grund untersagte die peruanische Regierung 1970 die Verwendung von Chili-Sauce in den Gefängnissen. Shutterstock
Andere Aphrodisiaka haben ihren Ruf vermutlich schlicht deshalb erhalten, weil sie die Sinne ansprechen. Feigen zum Beispiel: Ganz ähneln sie einem Hodensack, halbiert sehen sie einer Vulva ähnlich. Sie sind weich und saftig, und sie schmecken süss. Ihre aphrodisierende Wirkung lässt sich angeblich noch steigern, wenn man sie mit dem ebenfalls lustfördernden Honig beträufelt.
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Bedeutend weniger lieblich ist die Spanische Fliege. Dieses bekannte Aphrodisiakum ist in der Tat wirksam, aber leider nicht für den Zweck, zu dem es eingenommen wird. Der Wirkstoff Cantharidin, der aus den getrockneten und gemahlenen Körpern des Käfers Lytta vesicatoria gewonnen wird, ist ein starkes Reizgift. Bei Kontakt mit der Haut bilden sich Blasen; oral eingenommen kann es zu akutem Nierenversagen führen. Bereits etwa 0,03 Gramm sind für einen Erwachsenen tödlich. Niedriger dosiert, reizt Cantharidin die Harnwege massiv. Bei Männern kann dies zwar zu einer Erektion führen, die aber kaum als lustvoll empfunden wird. Bei Frauen führt das Brennen und Jucken im Vaginalbereich womöglich dazu, dass sie sich häufig an dieser Stelle anfassen – aber auch dies hat denkbar wenig mit Lust zu tun. Mit anderen Worten: Finger weg!
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Noch gefährlicher als die Spanische Fliege ist der Kugelfisch. Gefahr kann aphrodisierend sein, und beim Fugu gesellt sich noch die Exklusivität zum Nervenkitzel. Denn Fugu ist teuer: Ein Kilogramm kostet gegen 600 Franken. Der Kugelfisch muss perfekt filetiert werden, damit nicht Gift aus den Eingeweiden, den Eierstöcken oder der Leber auf die zum Verzehr bestimmten Stücke gelangt. Tetrodotoxin ist 1200-mal giftiger als Zyanid; ein Fugu enthält genug davon, um 30 Menschen ins Jenseits zu befördern. Shutterstock
Lakritze, die Leckerei aus den Wurzeln des Süssholzstrauchs, hat einen gefestigten Ruf als Aphrodisiakum. Neben dem in der Lakritze enthaltenen pflanzlichen Östrogen, das den Sexualhormon-Haushalt beeinflussen soll, gilt vor allem der starke Duft als aphrodisierend. Dummerweise hat eine italienische Studie ergeben, dass häufiger Lakritze-Konsum bei Männern tatsächlich den Testosteron-Pegel beeinflusst – freilich negativ.
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Die Substanz sieht unansehnlich aus, und ihre Herkunft ist eher unappetitlich: Ambra stammt aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen. Erst der lange, intensive Kontakt mit dem Meerwasser macht aus dem Ekelpaket den begehrten Stoff, der früher mit Gold aufgewogen wurde. Die graue, wachsartige Ambra diente früher als Basis bei der Parfümherstellung, als kostbares Gewürz – und als Aphrodisiakum, denn es soll angeblich die Ausschüttung von Sexualhormonen stimulieren. Shutterstock
Bibergeil, auch Castoreum genannt, ist ein altbekanntes Aphrodisiakum – doch es macht weder den Biber noch den Menschen geil. Der Biber benötigt das Sekret aus seinen Drüsensäcken zur Fellpflege und zur Markierung seines Reviers. Der Mensch verwendete die getrockneten Drüsen in der Parfümerie und in der Medizin. Im komplexen Gemisch der chemischen Verbindungen sind auch Pheromone enthalten; eines davon soll angeblich auch den menschlichen Sexualhormon-Haushalt beeinflussen. Kaum bekannt ist, dass das Drüsensekret des Bibers in der US-Nahrungsmittelindustrie als unbedenklicher Aromastoff zugelassen ist und früher bevorzugt als Erdbeer- und Vanillearoma eingesetzt wurde. Heute sind synthetisch hergestellte Aromen indes billiger. Shutterstock
Kakao und Schokolade fehlen in keiner Auflistung von aphrodisischen Substanzen. Schon die Azteken sprachen dem Kakao eine lustfördernde Wirkung zu; aztekische Prostituierte wurden mit Kakaobohnen bezahlt. Die Inhaltsstoffe, die Kakao und Schokolade so beliebt machen, sind der körpereigene Botenstoff Phenyletylamin, der Euphorie auslöst, sowie Anandamid, das ähnlich wirkt wie THC, der Wirkstoff von Cannabis. Zudem enthält Kakao die Aminosäure Tryptophan, die angeblich potenzsteigernd wirkt. Leider sind diese Stoffe nur in sehr geringen Mengen vorhanden – der Effekt von Schokolade als Aphrodisiakum dürfte daher nahe bei null liegen. Shutterstock
Die Coloradokröte (Incilius alvarius) produziert wie alle Amphibien ein Hautgift. Neben dem normalen Krötengift Bufotoxin sind aber noch Bufotenin und Dimethyltryptamin im chemischen Cocktail auf ihrer Haut enthalten. Beide Gifte wirken halluzinogen – noch in den 90er-Jahren gab es Toxikomanen, die sich ihren Kick holten, indem sie die Kröten ableckten. Bufotenin soll zudem erregungssteigernd sein und Erektionen fördern.
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Die Alraune (Mandragora officinarum) ist eine stark giftige Pflanze, die als Heilmittel und Zauberpflanze – zum Beispiel als Bestandteil von Hexensalben – eingesetzt wurde. Ihre Wurzelform, die mitunter an eine menschliche Gestalt erinnert, hat vermutlich diesen Gebrauch begünstigt. Die seltene Alraune, so hiess es im Volksmund, wachse nur unter einem Galgen – dort, wo der letzte Samenerguss eines Gehenkten auf den Boden fiel. Die deshalb auch Galgenmännchen genannte Pflanze, glaubte man, schreie, wenn man sie aus dem Boden ziehe, und wer den Schrei höre, werde wahnsinnig. Kein Wunder, dass man dieser magischen Pflanze auch eine aphrodisierende Wirkung nachsagte. Die Alraune wirkt zudem narkotisierend und menstruationsfördernd. Shuttersstock
Die Zwiebel galt schon bei den alten Ägyptern als Aphrodisiakum. Später, im Mittelalter, war es den Priestern verboten, Zwiebeln zu essen. Man fürchtete, sie würden aufgrund der solchermassen belebten Libido ihr Zölibat aufs Spiel setzen. In Frankreich gab man frischvermählten Paaren den Rat, am Tag nach der Hochzeitsnacht eine Zwiebelsuppe zu essen, um ihre Leidenschaft neu zu entfachen. In Wahrheit handelt es sich bei der Allia cepum um ein masslos überschätztes Gemüse. EPA/DPA / MARTINÂ SCHUTT Nur wenig besser als Zwiebeln ist Kobrablut. In Asien gilt es als lust- und potenzsteigernd. In China glaubt man, dass Schlangenfleisch Kraft und Energie verleiht, die Manneskraft stärkt und Hautprobleme lindert. Die Schlangen werden in Gegenwart der Kunden getötet; das Blut wird mit Alkohol und Zitronensaft getrunken. Der Verzehr von solchen Tieren ist in Asien erlaubt, allerdings sollten die Tiere aus «kontrollierten» Farmen kommen. Shutterstock
Yartsa Gunbu auch Chinesischer oder Tibetischer Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis) genannt, ist enorm teuer. Ein Pfund des seltenen Pilzes kann bis zu 50'000 Dollar kosten. Der Pilz befällt Raupen, die er dann von innen her aufrisst. In der traditionellen chinesischen und tibetischen Medizin gilt Yartsa Gunbu – das Viagra des Himalaya – als kräftigend und aphrodisierend. Wissenschaftlich belegt ist das nicht. Shutterstock
Dass in Ost- und Südostasien Hundefleisch verzehrt wird, erzürnt viele Leute im Westen. Tatsächlich schreien die Verhältnisse in den Metzgereien oft zum Himmel – zudem werden die Tiere beim Schlachten häufig furchtbar gequält, weil sie dann Adrenalin ausschütten. Das soll die Qualität des Fleischs verbessern und zudem die angebliche potenzsteigernde Wirkung verstärken. EPA/EPA / STRINGER
Asant, auch Stinkasant oder Teufelsasant genannt, wird vornehmlich als Gewürz verwendet. Das Harz der Pflanze dient als Hauptbestandteil der Droge Asa foetida auch als Heilmittel, vorwiegend gegen Nervenstörungen und gegen krampfartige Magen-, Leber- und Gallenleiden. Daneben soll Asa foetida auch gegen Impotenz helfen und sich als Aphrodisiakum eignen. Die Droge wurde gern für Liebeszauber eingesetzt. Shutterstock
Die traubengrosse Frucht aus dem Amazonasgebiet ist eine wahre Vitamin-C-Bombe: Camu-Camu (Myrciaria dubia) hat einen Vitamin-C-Anteil, der jenen der Orange um das 20-Fache schlägt. In ihrer Herkunftsregion wird Camu-Camu geschält als Frucht oder als Saft konsumiert, hier ist die Frucht vor allem in Pulverform bekannt. Im östlichen Amazonasgebiet verwenden die Leute Camu-Camu als aphrodisierendes Mittel. Shutterstock
Lange war er verboten: der Absinth. Der hochprozentige Likör verdankt seinen Namen dem Inhaltsstoff Astemisia absinthium (Bitterer Beifuss) und seine smaragdgrüne Farbe dem Chlorophyll. Der «Grünen Fee» sagte man nach, sie stimuliere die Kreativität und rufe Halluzinationen hervor. Und natürlich sollte sie auch als Aphrodisiakum wirken.
Mehr über den Mythos der «Fée verte» weiss Anna Rothenfluh! Shutterstock Kaffee weckt nicht nur, er kurbelt zudem die Blutzirkulation an und fördert überdies die Freisetzung von Adrenalin sowie von Dopamin und Serotonin. Diese sogenannten Glücksdrogen hellen die Stimmung auf. Dem Kaffee wird gern auch in sexuellen Dingen eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt. Ein tatsächlich aphrodisierender Wirkstoff wurde indes im beliebten Heissgetränk bisher nicht nachgewiesen. Dass Kaffee und Sexualität dennoch zusammengehören, zeigt auch diese arabische Redewendung: «Der Kaffee muss so heiss sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag, süss wie die Nächte in ihren Armen und schwarz wie die Flüche der Mutter, wenn sie es erfährt.» Shutterstock / Shutterstock
«Hast du Haschisch in der Blutbahn, kannst du vögeln wie ein Truthahn» – mit diesem vulgären Spruch wollten heranwachsende Männer hierzulande früher den Eindruck erwecken, dass sie in Sachen Sex und Drogen schon Bescheid wussten. Tatsächlich diente Cannabis bereits vor tausenden von Jahren als Aphrodisiakum; in Indien wurde die Droge schon vor 3000 Jahren bei tantrischen Ritualen verwendet. Cannabis verstärkt die Empfindungen und verlängert den Orgasmus. Bei zu starker Dosierung kann Cannabis freilich buchstäblich zu stark entspannen. Oder man vergisst schlicht, womit man gerade beschäftigt ist. Shutterstock
Dem in der westlichen Hemisphäre vorkommenden Kraut wird nachgesagt, es sei ein natürliches Aphrodisiakum. Die Damiana (Turnera diffusa) wird gegen Asthma und Erkältungen eingesetzt, da sie ätherische Öle wie Cineol und Thymol enthält. Die Pflanze, die bereits von den Maya verwendet wurde, enthält auch Koffein und soll die Leistung steigern – und eben auch die Lust. Ratten macht das Kraut jedenfalls scharf, wie Versuche gezeigt haben. Damiana wird entweder geraucht, als Räucherstäbchen verwendet oder als Extrakt getrunken. Shutterstock
Durian – diese exotische Frucht mit dem unbeschreiblichen Geruch lässt keinen kalt. Entweder liebt man sie, oder man hasst sie. Durian dient aber auch als Mittel in der asiatischen Volksmedizin; Blätter, Früchte, Rinde und Wurzeln des Durianbaumes sollen gegen Fieber und Gelbsucht helfen. Als Stärkungs- und Potenzmittel hingegen dienen nur die Früchte. Sie gelten in Asien allgemein als Aphrodisiakum. In Malaysia geht das geflügelte Wort: «Wenn die Durians fallen, fliegen die Sarongs davon.» Shutterstock
Die Elfenblume (Epimedium) wird auch Sockenblume oder Horny Goat Weed genannt. Der Legende nach stammt letztere Bezeichnung von einem chinesischen Ziegenhirten, der beobachtete, dass seine Ziegen viriler wurden, nachdem sie von der Pflanze genascht hatten. Einige Epimedium-Arten enthalten den Wirkstoff Icariin, der bei Versuchen mit Ratten neurotrophische Effekte verursachte und die Erektion der Rattenmännchen beeinflusste. Deshalb vermutet man auch eine Stimulanzwirkung beim Menschen – da aber noch keine Gefahrenabschätzung vorliegt, sollten keine Epimedium-Arten als Stimulans verwendet werden. Vor allem schwangere und stillende Frauen sollten keinesfalls epimediumhaltige Getränke oder Lebensmittel einnehmen. Shutterstock
Ginseng ist ein sehr bekanntes Mittel, das zur Leistungssteigerung und Anregung des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels eingenommen wird. Die Wurzel soll zudem den Sauerstoffgehalt im Blut steigern und gegen Stress, Müdigkeit und Depression helfen. Kein Wunder, gilt Ginseng auch als potentes Aphrodisiakum; es soll das sexuelle Verlangen – besonders bei Frauen – steigern. Entsprechende Studien sind allerdings nicht wasserdicht, und derzeit ist die aphrodisierende Wirkung der Wurzel nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Shutterstock
Die rund 800 Kürbissorten wirken harntreibend und sind reich an Vitaminen und Vitalstoffen wie zum Beispiel Vitamin A und B, sowie Kalzium und Magnesium. Kürbis-Samen gelten zudem als Aphrodisiakum für beide Geschlechter – zumindest sollen schwedische Wissenschaftler eine solche Wirkung nachgewiesen haben ... Shutterstock
Die Maca-Pflanze wächst in den peruanischen Anden und wurde bereits von den Inkas verwendet. Maca wird schon seit langem als Heilmittel genutzt; es soll bei Libidomangel, erektiler Dysfunktion und Wechselbeschwerden wirksam sein. Ein peruanischer Wissenschaftler behauptet, dass eine Gruppe von Männern, denen er drei Monate lang Maca verabreichte, von einer deutlichen Zunahme des sexuellen Verlangens berichtete. Zudem soll sich ihre durchschnittliche Spermienzahl verdoppelt haben. Die Anzahl der Probanden war allerdings mit zwölf sehr klein. Chinesische Forscher führten Versuche mit Mäusen durch, die nach der Einnahme von Maca-Extrakt 47 bis 67 Orgasmen in drei Stunden hatten, während die Kontrollgruppe nur auf 16 kam. Shutterstock
Ashwagandha, auch unter den Bezeichnungen Schlafbeere, Winterkirsche oder Indischer Ginseng bekannt, wird als Mittel gegen Altersgebrechen, Entzündungen oder Schlaflosigkeit genutzt, aber auch als Lustförderer. Ashwagandha dient bei tantrischen Ritualen zur Verlängerung der Erektionsdauer; in der ayurvedischen Heilkunde gilt die Schlafbeere als verjüngende Pflanze. Daneben dient sie traditionell auch als Amulett oder Zaubermittel. Aus der Wurzel wird ein Liebestrank zubereitet, der sexuell stimulierend wirken und zudem gefügig machen soll. Shutterstock
Die Samen der Juckbohne (Mucuna pruriens) enthalten neben Dopamin und Serotonin auch L-Dopa, sie werden deshalb – industriell verarbeitet – bei Parkinson-Patienten eingesetzt. In der ayurvedischen Medizin werden der Juckbohne, die vornehmlich in Afrika und Indien vorkommt, aphrodisierende Wirkungen nachgesagt. In diesen Gegenden verabreicht man sie auch als Heilmittel gegen Libidomangel, Impotenz und Unfruchtbarkeit. Der wissenschaftliche Nachweis für diese Wirkung ist freilich nicht erbracht. Die Juckbohne soll ausserdem auch eine halluzinogene Wirkung haben. Shutterstock
Aus der getrockneten Rinde des westafrikanischen Yohimbe-Baums bereitet man in Afrika seit Jahrhunderten Tee zu, der als Mittel gegen Impotenz und als Aphrodisiakum getrunken wird. In der Tat wirkt das Alkaloid Yohimbin wie Viagra (und hat auch dieselben Nebenwirkungen wie erhöhte Herzfrequenz und erhöhten Blutdruck): Der Wirkstoff blockiert die gefässverengende Wirkung des Adrenalins, so dass sich die Blutzufuhr zu den Genitalien verbessert – was Erektionen erleichtert. In den USA ist Yohimbin als Medikament anerkannt und wird therapeutisch gegen Erektionsstörungen eingesetzt.
Von allen hier erwähnten Stoffen ist Yohimbin der einzige, der tatsächlich wissenschaftlich nachweisbar gegen bestimmte Arten der erektilen Dysfunktion wirksam ist. seedspride.com