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Die deutsche Teilung und Einheit in 10 faszinierenden Vorher-nachher-Fotos

Publiziert: 07.11.19, 14:40 Aktualisiert: 07.11.19, 14:40

Während sich viele Menschen in der BRD mit der Mauer abgefunden hatten, weigerte sich Jürgen Ritter eben dies zu tun. Der Fotojournalist (Jahrgang 1949) beschloss Anfang der 1980er Jahre, die Teilung Deutschlands zu dokumentieren und schoss zehntausende Bilder der Grenzanlagen in Berlin und an der Staatsgrenze.

Dieser Artikel erschien erstmals im November 2014.

Das grosse Publikumsinteresse an seinen Ausstellungen sowie die Gründung eines Vereins zur Unterstützung von bei der Flucht verletzten DDR-Bürgern riefen schliesslich die Stasi auf den Plan, die westdeutsche Spitzel auf ihn ansetzten.

Auch einige BRD-Politiker störte, dass Ritter dauernd den Finger in die innerdeutsche Wunde legte. Gerhard Schröder, damals Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag, sagte im Sommer 1989, wenige Monate vor dem Mauerfall: «Nach 40 Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen.»

Der spätere Kanzler irrte sich. Der Grenzfotograf machte sich am Tag nach dem Mauerfall auf den Weg nach Berlin und fotografierte die Ereignisse und in den Wochen und Monaten danach die Veränderungen an der innerdeutschen Grenze. Auch und gerade an jenen Stellen, die er zuvor während der Zeit der Teilung abgelichtet hatte. Daraus entstanden Bücher und die Website grenzbilder.de.

watson präsentiert hier eine Auswahl von zehn Vorher-nachher-Bildpaaren von Jürgen Ritter. Mit dem Schieber nach rechts kommt die Teilung, nach links die Einheit.

Berlin

Das Brandenburger Tor an der Ebertstrasse 1984 und 2012.

Das Brandenburger Tor an der Ebertstrasse 1984 und 2012.

DDR-Soldaten vor der Ostseite des Brandenburger Tors 1989 und 2013.

Aussichtsplattform an der Kreuzung Zimmerstrasse Friedrichstrasse in der Nähe des Checkpoint Charlie 1982 und 2012.

Gedenktafeln für Maueropfer an der Spree 1982 und 2012.

Kreuzung Köthener Strasse Stresemannstrasse 1982 und 2013 mit Umweltministerium.

Innerdeutsche Grenze

Aussicht von Zasenbeck (Niedersachsen) nach Hanum (Sachsen-Anhalt) 1982 und 2013.

Elbebrücke in der Nähe von Dömitz zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern 1982 und 2011.

Werrabrücke (später Brücke der Einheit) bei Phillipsthal (Hessen) und Vacha (Thüringen) 1982 und 2009.

Ehemaliger Grenzübergang Helmstedt-Marienborn zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 1982 und 2013.

30 Jahre Mauerfall – die Bilder

Genau 30 Jahre nach dem Fall der Mauer in Berlin haben Tausende Besucher am 9. November Rosen in die Mauer gesteckt und sie symbolisch durchlöchert. dpa / Michael Kappeler
Bei der zentralen Gedenkfeier in Berlin steckten auch hochrangige Politiker Blumen in die Hinterlandmauer auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Strasse und gedachten der Mauer-Opfer. EPA / CLEMENS BILAN
Der 9. November 1989 wird für immer im deutschen Kollektivgedächtnis bleiben. Innert Stunden wurden die Grenzübergänge von Ost- nach Westberlin geöffnet und tausende von DDR-Bürgern reisten meist zum ersten Mal in ihrem Leben in den Westteil der Stadt. EPA / STR
Jubelnd laufen drei junge Ost-Berliner am 10. November 1989 durch einen Berliner Grenzübergang. Der Untergang des SED-Regimes hatte sich in einem rasanten Tempo vollzogen EPA DPA / STR
Der Mauerfall war der erste Schritt zur bald folgenden Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der etwa 160 Kilometer langen Mauer in der Hauptstadt mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. KEYSTONE / GERHARD RIEZLER
Die East Side Gallery: 118 Künstler aus 21 Ländern haben einen 1316 Meter langen Abschnitt der Berliner Mauer, der 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde, mit verschiedenen Motiven bemalt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Blumen liegen an einer Stele für die Opfer des kommunistischen Grenzregimes der ehemaligen DDR auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Strasse. DPA / Ralf Hirschberger
Neugierige Kinder schauen am 23. August 1961 über die frisch errichtete Mauer im Berliner Bezirk Wedding nach Ostberlin. Die Abriegelung der innerdeutschen Grenzen hatte am frühen Morgen des 13. August 1961 begonnen. AP / KREUSCH
9. November 1989, Berlin: Die Berliner Mauer fällt nach 28 Jahren, endlich. DDR-Grenzsoldaten schauen durch ein Loch. AP / LIONEL CIRONNEAU
Ostberliner wurde beim Überwinden der Mauer von Westberlinern geholfen. Tausende kletterten so auf die Berliner Mauer. AP / JOCKEL FINCK
Am Tag nach der Öffnung drängen sich die Menschen am 10. Nov. 1989 auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor. AP / STR
Deutsche aus Ost und West stehen auf der Berliner Mauer vor dem Reichstagsgebäude, ebenfalls einen Tag nach der Maueröffnung. AP
AP / LIONEL CIRONNEAU
Berliner Schüler zeigen stolz die Ziegel der Berliner Mauer, die sie in der Nähe des Brandenburger Tores bei den Feierlichkeiten des vergangenen Abends gefunden haben. AP / UDO WEITZ
Menschen feiern den Fall der Mauer. Hier bei einer Kontrollstation auf der Ostseite. AP / JOCKEL FINCK
Nach der Maueröffnung durch die DDR-Regierung zogen tausende von Ostdeutschen nach West-Berlin. AP / THOMAS KIENZLE
Helmut Kohl (Mitte), Walter Momper (links) und Hans Modrow (rechts) lassen am 22. Dezember 1989 vor dem wieder offenen Brandenburger Tor Friedenstauben aufsteigen. EPA DPA / STR

Eisenhüttenstadt 30 Jahre nach dem Mauerfall

Video: SRF / Roberto Krone

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