Spezielle, neue Welt: Zuschauer mit Maske beim Testspiel Langnau gegen Olten am 14. August 2020.
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Die Maske – ein Panzer gegen die Lust am Erlebnis Eishockey
Eishockey live im Stadion mit Maske. Ein seltsames Gefühl. Als sei die Maske bloss ein Spinnengewebe gegen die Gefahr, aber ein Panzer gegen die Lust am Hockey. Unser Hockey-Experte hat es gestern in Langnau erlebt.
Die ersten «maskierten» Spiele. Beispielsweise Langnau gegen Olten. Endlich wieder Hockey. Aber ist es Hockey, wie wir es kennen? Auf dem Eis schon. Aber nicht mehr auf der Tribüne.
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Ein Hockey-Tempel? Eher der Eingangsbereich für Besucher eines Atomreaktors. Wer zum Spiel will, hat sich angemeldet. Auf einer Liste kontrollieren freundliche Helferinnen und Helfer in Masken beim Eingang, ob der ältere Herr (Risikogruppe!) auch angemeldet ist. Spätestens jetzt müssen alle eine Maske tragen. Gratiseintritt. 400 dürfen kommen und 400 kommen.
Viele Masken mit dem Tigerlogo.
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Im Gebäude laufen alle Menschen in den verschiedensten Masken herum. Einige sind steril weiss, andere düster schwarz, da und dort modisch den Farben des Hemdes angepasst und erstaunlich viele tragen eine Maske mit dem Tigerlogo. Ein bisschen Hockey-Maskenball. Und doch bleibt ein beklemmendes Gefühl. Die maskierten Männer, Frauen und Kinder auf der Tribüne mahnen an Szenen aus einem Katastrophenfilm. Sollte es noch irgendjemanden geben, dem noch nicht klargeworden ist, dass wir in seltsamen, schwierigen Zeiten leben – spätestens im Hockeystadion wird es allen klar.
Stärker als der optische Eindruck wirken die Gefühle beim Tragen der Maske. Eishockey im Stadion ist ein Gemeinschaftserlebnis. Bereits die Distanz zum nächsten Matchbesucher (jeder zweite Sitz ist mit Klebeband abgesperrt) erschwert die Kommunikation. Mit Maske ist das ungezwungene Plaudern nicht mehr möglich. Hitzige Diskussionen schon gar nicht. Und im Jubel und in der Enttäuschung ist jeder in seiner eigenen Welt.
Masken, gesperrte Sitze und gedämpfte Stimmung.
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Oben auf der Medientribüne hat der Schiedsrichter-Inspizient seinen Laptop aufgebaut. Er verfolgt das Spiel selbstverständlich maskiert. Aber schon nach wenigen Minuten ist ihm unwohl. Seine Brille läuft wegen der Maske immer wieder an. Na ja, es reicht, wenn die Schiedsrichter unten auf dem Eis den ungetrübten Durchblick haben.
Es geht nicht um eine unsinnige Debatte, ob die Maskenpflicht etwas bringt oder nicht. Diese Pflicht besteht nun mal. Punkt. Aber sie spielt in der Frage, ob die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Spiel kommen werden, womöglich eine viel grössere Rolle als bisher angenommen.
Ob ich zum Spiel gehe oder nicht, ist eine rationale und eine emotionale Entscheidung. Wenn ich nach reiflicher Überlegung zum Schluss komme, dass für mich die Ansteckungsgefahr zu gross ist, dann mische ich mich nicht im Stadion unter die Leute und bleibe zu Hause. Wenn ich diese Gefahr hingegen als gering erachte, dann wird es eine emotionale Entscheidung. Ich gehe ins Stadion, weil es mir Spass macht und bleibe zu Hause, wenn es mir keinen Spass macht.
Gespielt wurde übrigens auch in Langnau.
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Es kann sein, dass die Maske vielleicht nur ein Spinnengewebe gegen die Gefahr ist. Wir wissen es nicht. Aber eines dürfen wir sagen: Die Maske ist ein Panzer gegen die Lust, Eishockey im Stadion live zu erleben. Mehr als zwei Stunden die Maske an einem Ort tragen, wo ich ein Gemeinschaftserlebnis und den Gedankenaustausch suche und Emotionen ausleben möchte: Dazu werden wegen der obligatorischen Maskierung nicht alle Lust haben.
Ein paar Geisterspiele im Frühjahr genügten noch nicht ganz, um klarzumachen, dass auch im Eishockey alles anders geworden ist. Der lange, schöne Sommer hat es auf dem Lande ein wenig einfacher gemacht, die dramatischen Veränderungen zu vergessen und zu verdrängen. Erst jetzt, nach den ersten Partien unter maskierten Krisenbedingungen, ist mit aller Deutlichkeit klar geworden: Das Erlebnis Eishockey, so wie wir es kannten und liebten, wird es in Zeiten der Krise auch wegen der Maskenpflicht nicht mehr geben.
Das Interesse am und die Leidenschaft fürs Eishockey werden unverändert gross bleiben. Doch die Lust, das Spiel im Stadion zu erleben, wird kleiner. Das Ziel der Klubs ist es, die Stadien mehr als zur Hälfte auszulasten und aus den Stehplatzrampen Sitzplatztribünen zu machen. In Idealfall dürfen alle verfügbaren Sitzplätze besetzt werden. Aber wir sollten das Undenkbare denken: Es ist nicht sicher, dass selbst bei diesem stark eingeschränkten Platzangebot nicht alle noch verfügbaren Tickets erkauft werden können und nicht alle ins Stadion kommen, die ein Ticket haben.
Maskenfreie Zone gab's nur auf dem Eis und auf der Bank (hier mit Langnau-Trainer Rikard Franzen).
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Wir lernen gerade so richtig zu schätzen, was wir verloren haben. Das Erlebnis Eishockey. Ach, waren das herrliche Zeiten, als wir wegen fehlendem Komfort im Stadion räsonierten und wegen zu langen Wartezeiten am Wurst- und Bierstand maulten.
Auch diese Krise wird vorbeiziehen. Die Rückkehr zur Eishockey-Normalität wird dereinst zum Festakt. Wir wissen nur noch nicht, wann es soweit sein wird und die Masken fallen werden.
NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden
Video: Angelina Graf