Aktuelle Themen:

«Er muss gehen» - Pompeo setzt Maduro auf Südamerika-Tour unter Druck

Publiziert: 19.09.20, 06:22

Mike Pompeo Bild: keystone

Rund eineinhalb Monate vor der US-Wahl im November hat Aussenminister Mike Pompeo den Druck auf Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro erhöht, die Macht in dem südamerikanischen Krisenstaat abzugeben. Pompeo nannte Maduro, gegen den die USA im März Anklage erhoben und eine Art Kopfgeld ausgesetzt hatten, auf einer Pressekonferenz in Guyanas Hauptstadt Georgetown am Freitag (Ortszeit) «einen angeklagten Drogenhändler». «Das bedeutet, er muss gehen», sagte Pompeo.

Der US-Aussenminister befindet sich zurzeit auf einer Reise in Südamerika, die teilweise darauf abzielt, Druck auf den autoritär regierenden Maduro auszuüben. So kündigte Pompeo die Umsetzung eines Abkommens über gemeinsame Seepatrouillen mit Guyana zur Drogenbekämpfung an, das laut der guayanischen Zeitung «Stabroek News» fast 20 Jahre alt ist.

Guyanas Präsident Mohamed Irfaan Ali gab bei dem ersten Besuch eines US-Aussenministers in seinem Land auch die Unterzeichnung eines Abkommens zur Energie- und Infrastrukturfinanzierung bekannt. Ein vom US-Ölkonzern ExxonMobil angeführtes Konsortium hatte 2015 vor Guyanas Küste grosse Erdölvorkommen gefunden. Der Export lief in diesem Jahr an.

Guyana ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, gelegen im Norden des Kontinents. Der Internationale Währungsfonds IWF erwartet für 2020 allerdings ein Wirtschaftswachstum bis zu 86 Prozent. Nach Schätzungen könnten Einnahmen aus dem Ölgeschäft dem Staat bis 2030 etwa zehn Milliarden Euro in die Kassen bringen. Einer Vereinbarung zwischen der Regierung und ExxonMobil zufolge gehen 75 Prozent der Einnahmen zunächst zur Kostendeckung an den Konzern. 25 Prozent soll der Staat bekommen. Die damalige Opposition um Ali als Präsidentschaftskandidaten hatte diese Regelung im Wahlkampf kritisiert, weil sie ExxonMobil stark bevorteile. (aeg/sda/dpa)

Demonstrationen in Caracas

In den Strassen von Caracas fand gestern eine gigantische Demonstration statt. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Unzählige Menschen demonstrierten gegen Präsident Nicólas Maduro. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Hunderttausende liessen ihrem Frust über die unhaltbare Situation im südamerikanischen Land freien Lauf. AP/AP / Ariana Cubillos
Oppositionelle schätzen die Zahl der Demonstrationsteilnehmer sogar auf über eine Million. X03739 / CARLOS GARCIA RAWLINS
Die Demonstranten forderten ein Referendum. Präsident Nicólas Maduro soll so schnell wie möglich abgewählt werden. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Dieser organisierte seinerseits eine Gegen-Demonstration. X80001 / HANDOUT
Auch hier strömten die Massen auf die Strasse. Allerdings dürfte der Aufmarsch weitaus kleiner gewesen sein als im oppositionellen Lager. EPA/EFE/MIRAFLORES PRESS / MIRAFLORES PRESS/HANDOUT
Oppositionsbündnisse meldeten, die Polizei habe Tränengas gegen die Demonstrierenden eingesetzt. X01876 / CHRISTIAN VERON
Ausserdem hätten Regierungsanhänger die Demonstration infiltriert, um zu provozieren und Unruhe zu stiften. X03739 / CARLOS GARCIA RAWLINS
Genug geredet, jetzt lassen wir die Bilder sprechen. X01876 / CHRISTIAN VERON
EPA/EFE / CRISTIAN HERNANDEZ
EPA/EFE / CRISTIAN HERNÁNDEZ
EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
X03707 / MARCO BELLO
X01876 / CHRISTIAN VERON
AP/AP / Fernando Llano
X03739 / CARLOS GARCIA RAWLINS
X03707 / MARCO BELLO
X03707 / MARCO BELLO

Proteste in Venezuela eskalieren

Video: Roberto Krone

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben