Die NASCAR-Piloten reagierten mit einem solidarischen Akt auf die vermeintliche Attacke auf Wallace.
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Nur ein «Zugseil» – NASCAR-Pilot Wallace gemäss FBI nicht Ziel einer Rassismus-Attacke
Der einzige schwarze Nascar-Fahrer Bubba Wallace ist offenbar doch nicht das Ziel einer rassistischen Attacke gewesen. Das geht aus den abschliessenden Untersuchungen der US-Bundespolizei FBI hervor.
«Das FBI kommt in seinem Bericht zum Schluss, und fotografische Beweise bestätigen dies, dass das wie eine Schlinge geformte Garagentor-Zugseil dort bereits im letzten Herbst positioniert war», hiess es auf der Nascar-Homepage.
Der Galgenstrick in der Garage von Wallace.
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Damit habe das Seil bereits lange vor der Ankunft des Teams auf dem Talladega Superspeedway im US-Bundesstaat Alabama in der Garage gelegen. «Wir schätzen die schnelle und gründliche Untersuchung des FBI und sind dankbar zu erfahren, dass dies keine vorsätzliche, rassistische Handlung gegen Bubba war», teilte die Verantwortlichen der Rennserie weiter mit.
«Das Bild, das ich habe und das ich gesehen habe, von dem, was in meiner Garage hing, ist kein Zugseil ... wir sind in Hunderten von Garagen gewesen, die noch nie solche Zugseile hatten. Ob jemand es 2019 gebunden hat ... Es war offenbar nicht gegen mich gerichtet, aber es war ein Galgenstrick.»
Bubba Wallace
Wallace sagte, er sei am Samstag zum ersten Mal von NASCAR-Präsident Stephen Phelps über den Galgenstrick informiert worden, wobei Phelps ihm erklärte, dass es es sich um ein «Hassverbrechen» handeln müsse. Er habe den Galgenstrick nicht gesehen und auch keine Anzeige erstattet, so Wallace.
Der Fund des Galgenstricks hatte in den vergangenen Tagen für Wirbel und noch mehr Entsetzen gesorgt und war als rassistischer Angriff auf Wallace verurteilt worden. Der 26-jährige Wallace setzt sich für die Bewegung «Black Lives Matter» (Schwarze Leben zählen) ein und hatte sich für ein Verbot der Konföderierten-Flagge bei Nascar-Veranstaltungen ausgesprochen. Die Konföderierten hatten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) der Südstaaten gegen den Norden gekämpft und sich gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze gewehrt. (sda/dpa)
Aus für die Südstaaten-Flagge
Als Reaktion auf das rassistisch motivierte Massaker von Charleston hat der US-Bundesstaat South Carolina im Juli 2015 die Konföderierten-Flagge eingeholt. AP/AP / John Bazemore
Das Banner wehte ein halbes Jahrhundert am State House in Columbia - bis zum Jahr 2000 auf dem Dach, anschliessend auf einer Grünfläche vor dem Gebäude. X00052 / TAMI CHAPPELL
Die Ehrenwache der Staatspolizei von South Carolina war für das Einholen der Flagge zuständig. EPA/EPA / RICHARD ELLIS
Langsam zogen die Polizisten die Flagge den zehn Meter hohen Flaggenmast herunter. X02552 / JASON MICZEK
Danach wurde sie sorgsam zusammengefaltet. AP/AP / John Bazemore
Am Ende wurde die Flagge Allen Roberson übergeben, dem Leiter des staatlichen Militärmuseums, wo sie künftig aufbewahrt wird. EPA/EPA / RICHARD ELLIS
Tausende Schaulustige jubelten, als die Flagge zum letzten Mal vom Mast geholt wurde. Getty Images North America / John Moore
Victor Garlington zeigt ein Foto seines Grossonkels Richard Putt, der 1913 in South Carolina gelyncht worden war. Für ihn und viele andere ist die Flagge der Konföderierten ein Symbol des Rassismus. Getty Images North America / John Moore
Einige unverbesserliche Flaggenfans verfolgten die Zeremonie am Freitag ebenfalls. Für sie verkörpert das Stück Stoff das kulturelle Erbe der Südstaaten. X02552 / JASON MICZEK
Die republikanische Gouverneurin Nikki Haley sagte, es sei ein grosser Tag für South Carolina. Ihre Gedanken seien bei den Opfern des Massakers vom 17. Juni. EPA/EPA / RICHARD ELLIS
Am 17. Juni erschoss der 21-jährige Dylann Roof in einer der ältesten schwarzen Kirchgemeinden der USA neun Schwarze während einer Bibelstunde. Anschliessend tauchten Fotos auf, die ihn mit einer Konföderierten-Flagge zeigen. X80001 / HANDOUT
Dadurch wuchs der Druck, die Flagge zu entfernen. Nach einer erbitterten 13-stündigen Debatte stimmte das Parlament von South Carolina in der Nacht auf Donnerstag dafür. AP/The State / Tim Dominick
Was struktureller Rassismus ist und warum es ihn auch in der Schweiz gibt
Video: watson / Helene Obrist, Emily Engkent
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