DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
München Schiesserei

Ein Augenzeuge filmt, wie der Täter vor dem McDonald's das Feuer auf Passanten eröffnet.  screenshot: youtube.com

Augenzeugen aus München: «Einer hat es nicht geschafft. Ich bin bis zum Schluss bei ihm geblieben.»



Kurze Zeit nach dem Beginn der Schiesserei in München war die Sachlage völlig unklar. Ein Augenzeuge erzählte dem deutschen Privatfernsehsender RTL, der Schütze habe «Scheiss Ausländer» geschrien und Springerstiefel getragen. 

In einem Video, in dem der mutmassliche Täter von einem Wohnhaus aus auf einem Parkdeck gefilmt wird, hört man ihn sagen, er sei Deutscher. Die Polizei München erklärte in einer Pressekonferenz in der Nacht auf Samstag, der Täter sei deutsch-iranischer Doppelbürger. 

«In der Hand hielt er eine Waffe, die nach einer Pistole aussah. Er lief dort herum und schrie, dass er Deutscher und hier aufgewachsen sei. Er hat in Richtung unserer Hausfassade geschrien, dass wir aufhören sollen, zu filmen», dies sagte ein Anwohner des besagten Hauses zu «Focus». Dann habe der Täter begonnen, auf das Haus zu schiessen. «Da bin ich natürlich sofort wieder rein», so der Anwohner weiter.

Ein Paar, das gerade ins Olympia-Einkaufszentrum gehen wollte, berichtet gegenüber «Focus», wie die Leute auf sie zugerannt kamen und sie Schüsse hörten. «Dann haben wir nur noch versucht, rauszukommen. Dann sind wir in die Tiefgaragen gelaufen und es sind in den Garagen noch weitere Schüsse gefallen.»

«Ich pack mir den»

Ein weiterer Augenzeuge berichtet einem «Bild»-Reporter, wie er aus einem Geschäft auf die Strasse flüchtete, wo er einen Schusswechsel zwischen der Polizei und dem Täter beobachtete. Der Täter soll geschrien haben: «Lasst mich in Ruhe!»

Gegenüber dem TV-Sender N24 sagt ein anderer Zeuge aus, er habe die Situation erst realisiert, als mehrere Schüsse in unmittelbarer Nähe gefallen seien. «Dann bin ich in die andere Richtung gelaufen als die anderen, da war schon keiner mehr. Ich dachte mir, ich pack mir den.» Als er nur noch etwa 100 Meter vom Täter entfernt war, habe dieser die Waffe auf ihn gerichtet. Daraufhin habe er im Zickzack die Flucht ergriffen. 

Besonders mitgenommen wirkt ein Autofahrer, der beobachtete, wie der Täter am Strassenrand auf Passanten schoss und flüchtete. Er habe dann am Strassenrand geparkt und versucht, erste Hilfe zu leisten, erzählt er dem Münchner «Merkur». «Einer hat es nicht geschafft», sagte er. «Der ist neben mir am Boden gestorben. Ich bin bis zum Schluss bei ihm geblieben. Wir haben geholfen und geholfen. Wir haben alles versucht, wir wollten ihn retten.»

abspielen

Ein Augenzeuge schildert die turbulente Situation vor Ort.
YouTube/Merkur.de

Im Inneren des Kaufhauses schlossen sie sich in Büroräumen ein

Nicht nur vor dem Kaufhaus herrschten chaotische Zustände. Ein Verkäufer schilderte «Focus», wie die Schiesserei im Inneren des Olympia-Kaufhauses OEZ für Panik sorgte: «Ich habe dumpfe Schüsse gehört. Es klang, als kämen sie aus der Richtung des Centermanagements. Dann sind plötzlich mehrere Menschen schreiend an unserem Laden vorbeigelaufen. Ich habe mich dann mit den anderen, die gerade im Laden sind, in einem Büroraum verschanzt.»

Andere sind über die Notausgänge geflohen. So zum Beispiel eine Augenzeugin, die sich gerade im Fitnessstudio des OEZ befand. «Ich habe Schüsse gehört. Es hat mehrmals laut geknallt. Dann bin ich mit anderen zusammen über den Notausgang geflüchtet. Als ich dann auf der Strasse stand, musste ich weinen», sagte sie zu «Focus».

Insgesamt seien nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen Augenzeugen des Anschlags in München geworden. Sie würden von einem Kriseninterventionsteam betreut, sagte ein Polizeisprecher am späten Abend in der ARD. (leo/dpa/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Zehn Tote, grosse Unsicherheit, massives Polizeiaufgebot: Impressionen aus München

1 / 23
Zehn Tote, grosse Unsicherheit, massives Polizeiaufgebot: Impressionen aus München
quelle: epa/dpa / sven hoppe
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Willi Herren ist tot

TV-Star Willi Herren ist tot. Der Schauspieler starb am Dienstag mit gerade einmal 45 Jahren. Das bestätigte sowohl die Kölner Polizei als auch sein Management der «Bild»-Zeitung. Der 45-Jährige wurde leblos in seiner Wohnung aufgefunden.

Mittags soll demnach der Notruf in der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen sein. Polizei, Notarzt und Rettungswagen seien daraufhin zu Willi Herrens Adresse im Kölner Stadtteil Mülheim geeilt. Todesursache soll eine Überdosis sein.

Der Musiker und Schauspieler, …

Artikel lesen
Link zum Artikel