Basel
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Genervter Sportschütze schiesst auf's Nachbarhaus.
Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Nach dreistündigem Hundegebell: Genervter Nachbar schiesst in Liesberg BL drauflos

Weil ein Hund andauernd bellte, bedrohte ein 60-Jähriger den Besitzer des Nachbarhauses mit einer geladenen Waffe.

02.06.16, 06:12 02.06.16, 06:36
Rebecca Wyss
Rebecca Wyss



Er sah nur noch rot: Nach drei Stunden Hundegebell im Garten seines Nachbarn in Liesberg BL stürzte ein 60-Jähriger Sportschütze zu seinem Waffenschrank. Er wollte den gerade heimkommenden Nachbarn gebührend empfangen, griff zu seiner Taurus-Pistole, setzte das Magazin ein und lud die Pistole durch. Damit rannte er dann auf die Strasse und richtete die Waffe mehrere Sekunden lang direkt auf den Hundehalter. 

Irgendwann gab er einen Schuss ab. Die Kugel schlug knapp unter dem Dach ins «gegnerische» Haus ein. Damit war dann auch schon Schluss, die Polizei fuhr auf und nahm den Schützen in Untersuchungshaft.

Angeblich aus Angst vor dem Hund

Vor dem Strafgericht in Muttenz gab dieser nun an, nur als Warnung für das Tier einen Schuss losgefeuert zu haben. Er habe eine Zuckung des Vierbeiners falsch interpretiert und geglaubt, er werde vom Tier angesprungen. 

«Was nützt mir eine ungeladene Waffe, wenn mich jemand angreift?»

Angeklagter Schütze

Überhaupt war die geladene Waffe ein zentraler Verhandlungspunkt. «Begreifen sie nicht, dass das keine Art von Diskussion ist, wenn Sie mit einer geladenen Waffe runterkommen?», sagte Gerichtspräsidentin Jacqueline Kiss laut der «Basellandschaftlichen Zeitung». «Was nützt mir eine ungeladene Waffe, wenn mich jemand angreift? Soll ich ihm die Waffe dann an den Kopf schmeissen?», wehrte sich der Mann. 

Staatsanwalt kommt mit Forderung durch

Höhepunkt war aber eine andere Aussage. Der 60-Jährige behauptete, in Liesberg würde zu Feuerwerk immer auch mit echten Waffen herumgeschossen, das Loch stamme nicht von ihm. Ermittlungen hatten zuvor ergeben, dass das Loch höchstwahrscheinlich von seiner Schussabgabe im Jahr 2014 stammte.

Am Ende nützte alles nichts. Der Staatsanwalt forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten wegen Gefährdung des Lebens sowie Verstosses gegen das Waffengesetz. Das Gericht folgte diesem Antrag, der Mann muss auch die Verfahrenskosten von über 5000 Franken tragen. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Knut Atteslander 02.06.2016 11:10
    Highlight "Was nützt eine ungeladene Waffe". Genau der Punkt, er kam mit einer geladenen Waffe auf den Nachbarn zu, nicht den Hund, ergo war er bereit seinen Nachbarn zu töten.
    4 1 Melden
  • TobiWanKenobi 02.06.2016 10:30
    Highlight Wie schön wäre doch eine Welt ganz ohne Waffen.
    8 3 Melden
    • Menel 02.06.2016 11:09
      Highlight Das würde bedeuten, wir müssten bei allen Menschen das Gehirn entfernen. Denn das ist mit Abstand die gefährlichste Waffe, das erdenkt sich nämlich diese.
      6 2 Melden
    • TobiWanKenobi 02.06.2016 12:01
      Highlight Ich korrigiere: *eine Welt ganz ohne Idioten. ;)
      5 0 Melden
  • Peeta 02.06.2016 10:12
    Highlight Hündeler vs. Schütze: Idioten unter sich.
    21 6 Melden
    • TobiWanKenobi 02.06.2016 11:55
      Highlight Rhabarber, bitte.
      3 1 Melden
  • Menel 02.06.2016 10:03
    Highlight Das Hundegebell hätte mich sicher auch genervt. Aber mit einer Waffe auf den Nachbar "los zu gehen" bringt ja wohl gar nichts. Ich denke jedenfalls nicht, dass sich an der Situation für ihn nun was geändert hat.
    Man hätte auch einfach mal miteinander reden können. Habe aber die Erfahrung gemacht, dass das den Schweizern oft schwer fällt. Da schickt man lieber einen eingeschriebenen Brief, als das man einfach mal zum Nachbarn rüber geht und fragt, ob er die Hecke nicht mal schneiden könne (wirklich so mitbekommen in unserer Nachbarschaft....)
    13 0 Melden
    • Madison Pierce 02.06.2016 10:23
      Highlight Ja, ist leider immer häufiger so. Oder man meldet Rasen mähen über Mittag dem Gemeinderat und freche Nachbarskinder direkt der Polizei...

      Bei uns gilt die einfache Regel: wenn der Nachbar stört, geht man mit zwei Bier in der Hand zu ihm. Etwas plaudern und dann sagen, was nicht gut ist. Beim Bier streitet man ja nicht. :)

      Immer davon ausgehen, dass der Nachbar fahrlässig und nicht vorsätzlich gehandelt hat. Er hat nicht daran gedacht, dass die Hecke auch auf der anderen Seite geschnitten werden muss und sie nicht extra wachsen lassen. Oder nicht auf die Uhr geschaut beim Rasen mähen etc.
      9 0 Melden
    • ovatta 02.06.2016 10:50
      Highlight M.P. Nur aufpassen ob der werte Nachbar nicht schon ein paar Bier mehr intus hat!
      4 0 Melden
    • weisse Giraffe 02.06.2016 11:47
      Highlight Natürlich nicht, um die Waffengewalt im konkreten Fall irgendwie zu rechtfertigen... aber wenn man eine Hundephobie hat, die v.a. durch Gebell ausgelöst wird, ist "mit den Leuten reden" fast unmöglich.
      Ja, Reden hilft manchmal - aber es ist auch eine sehr harte Haltung, ausgerechnet von der massiv schwächeren Seite zu verlangen, dass sie in einer Situation grosser Angst noch "vernünftig" handelt.
      Wenn ich wegen der Phobie überreagiere, bin ich verwundbar - und es gibt erschreckend viele Hundebesitzer, die diese Verwundbarkeit ausnutzen, den Hund noch aufhetzen oder einen dafür auslachen.
      0 0 Melden
  • Nietram 02.06.2016 10:01
    Highlight Es wäre interessant, zu erfahren, was der vom Hundegebell genervte Nachbar zuvor bereits unternommen hat.
    Leider haben viele Hundebesitzer mit bellenden Hunden nicht die leiseste Ahnung, was Rücksichtnahme heisst. Trotz klarer Gesetzeslage scheren sie sich einen Deut um nachbarliche Bitten und auch die Polizei hilft nicht weiter.
    11 9 Melden
  • BeatBox 02.06.2016 08:22
    Highlight Ja ja, ein Sportschütze... Auf Tiere oder Menschen zu schiessen, oder ihnen mit Waffengewalt zu drohen hat nichts mit Sportschiessen zu tun. Gut hat er jetzt keine Waffen mehr, unser Gesetz hat somit funktioniert und alles ist in Ordnung. Wenn doch bei allen Straftätern so rigoros bestraft würde...
    19 2 Melden
    • phreko 02.06.2016 10:10
      Highlight Bei gefährlichen Fahrmanövern das Auto wegnehmen? Voll dabei! Hätte als Radfahrer somit wesentlich mehr Sichereit auf der Strasse...
      7 2 Melden
    • Pasch 02.06.2016 10:34
      Highlight Und den krininellen Radfahrern grad das Velo einziehen.
      7 1 Melden
    • phreko 02.06.2016 13:03
      Highlight die erwarteten Antworten :-) wenn doch das Auto nicht bloss ein bisschen gefährlicher (und somit mit einer Schusswaffe vergleichbar ist) als ein Fahrrad wäre...

      @Rhabarber: Wenn der Radfahrer auch eine Tonne (oder noch mehr) wiegen würde, dann würde ich deinen Vergleich unterschreiben.
      1 1 Melden
    • phreko 02.06.2016 13:04
      Highlight @Pasch, hat der Autolack deines Autos den Wert eines Menschenlebens?
      0 0 Melden
    • phreko 02.06.2016 13:52
      Highlight Nein, als Teilzeitsportradler im Wald finde ich die Ergänzung nicht gleichwertig. Da wird Lebensgefahr mit Unannehmlichkeit vermischt. Was ja eben der springende Punkt ist!
      0 0 Melden
  • Human 02.06.2016 07:03
    Highlight Und solche Menschen habe Waffen Zuhause... bedenklich
    39 10 Melden
    • BeatBox 02.06.2016 08:24
      Highlight Und solche Menschen haben ein Auto zuhause... bedenklich
      12 6 Melden
    • Olaf! 02.06.2016 08:43
      Highlight Zum Beispiel bei Jägern?
      4 5 Melden
    • Hayek1902 02.06.2016 09:24
      Highlight Die Tochter, die ihren jähzornigen Vater in Notwehr erschossen hat. Bin mir nicht mehr sicher, ob auch noch kindsmissbrauch im raum stand. Ist es so schwer zu glauben, dass in rund 250 jahren schusswaffengeschichte noch nie ein unschuldiger bürger sich gegen einen angreifer, ein wildes und gefährliches tier oder sonst was gewehr hat? Ich denke, wenn du schnell googlst, findest du einiges.
      4 6 Melden
    • Human 02.06.2016 10:00
      Highlight Dazu ist erstmal die moralische Frage, wann verdient ein Gegenüber den Tod, zu klären? Ist es gerechtfertigt einen Kinderschänder zu erschiessen? In meinen Augen hat er sich jegliches Recht verwehrt - aber was ist wenn er Unschuldig war? Aber wenn ihr hier alle ehrlich seit die, die versuchen es gut zu reden. Waffen haben uns Menschen mehr leid als Freude verursacht... versehentliche Opfer, Kriege, Gangkriege, Morde, Entführungen - all das machen Waffen zwar nicht erst möglich aber wesentlich leichter, schneller und effektiver.
      6 0 Melden
    • Human 02.06.2016 14:14
      Highlight "Selbst darf ich keine Details nennen." Hä was?
      2 0 Melden
    • Human 02.06.2016 14:56
      Highlight 😂😂😂
      1 0 Melden
  • pamayer 02.06.2016 06:50
    Highlight 'Was nützt mir eine ungeladene waffe' - waffenhalter haben ihe waffe eben nicht zum in der vitrine ausstellen, sondern zum 'brauchen' = echt schiessen. Und das nicht wegen realer bedrohung an leib und leben, sondern wegen hundegebell.
    dem loch unter dem dach zufolge kam das gegenüber dem nachbarn schon mal vor.
    Waffenhalter wollen scharf schiessen. Das macht sie so gefährlich. Mit den liesberger zuständen sind wir offensichtlich von den us waffenfreaks nicht weit weg.

    das nächste mal wird wohl wegen babygeschrei morgens um 4 geschossen. Oder wegen staubsaugen während der mittagszeit.

    28 20 Melden

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