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Samra Kesinovic (l.) und Sabina Selimovic: Reise in den Dschihad? Bild: Interpol

Dschihad in Syrien

Interpol sucht zwei Schülerinnen aus Österreich

«Wir kämpfen für den Islam», heisst es in ihren Abschiedsbriefen, dann verliert sich die Spur zweier junger Mädchen aus Österreich. Der Verdacht: Sie könnten nach Syrien verschleppt worden sein. Interpol sucht nach den Teenagerinnen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Wien - Seit acht Tagen sind Sabina Selimovic, 15 Jahre, und Samra Kesinovic, 16 Jahre, verschwunden. Interpol hat sie jetzt auf die Liste der vermissten Personen gesetzt. Fotos zeigen zwei lächelnde Mädchen, daneben sind Aufnahmen zu sehen, welche die beiden verhüllt zeigen: Sabina mit blau-schwarzem Kopftuch, Samra ganz in Schwarz, sogar die Hände hat sie mit Handschuhen bedeckt. Nur ihre grünen Augen sind durch einen Schlitz zu erkennen.

epa04172461 Undated handout pictures released by Interpol and made available on 19 April 2014 show Austrian citizen Sabina Selimovic at an undisclosed location. Interpol is searching for two Austria girls who have dissappeared on 10 April 2014. News reports state that Samra Kesinovic, 16, and Sabina Selimovic, 15, may have flown to Turkey. In breakup notes believed to be from the two girls, they say they were going to Syria in order to 'figth for Islam'.  EPA/INTERPOL / HANDOUT  EPA/INTERPOL / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Sabina Selimovic Bild: EPA/INTERPOL

Die Behörden suchen die beiden Mädchen. Es ist unklar, wo sie sich derzeit aufhalten. Gesichert ist bisher nur, dass Sabina und Samra am 10. April in die Türkei geflogen sind - in die südtürkische Stadt Adana, wie der «Kurier» berichtet. Von dort sind es 100 Kilometer bis zur syrischen Grenze. In dem Land tobt seit März 2011 ein Bürgerkrieg.

In Abschiedsbriefen, welche die Mädchen hinterlassen haben, heisst es: «Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir gehen nach Syrien, kämpfen für den Islam. Wir sehen uns im Paradies.»

«Wir sind verzweifelt»

Vater Sabit Selimovic sagte der «Krone»-Zeitung: «Wir sind verzweifelt. Wir bitten alle Menschen, dabei zu helfen, unsere Mädchen zu finden.» Im Internet sollen die Schülerinnen unter anderem auf Facebook gepostet haben, dass sie nun verheiratet seien, und: «Wir fürchten nicht den Tod, der Tod ist unser Ziel.»

Fotos sollen sie mit Kalaschnikows, umringt von Kämpfern, zeigen. Danach sind sie bereits in einem Trainingscamp und leben dort mit ihren Ehemännern. Wo das ist, ist derzeit nicht bekannt. Die Mobiltelefone der Mädchen sind deaktiviert, auf sozialen Netzwerken sind sie nun offline.

Ihre Familien zweifeln laut einem Bericht des «Kurier» an, dass es die Mädchen selbst waren, die die Nachrichten im Internet gepostet haben. «Das schreibt jemand anderes», sagt Sabinas Onkel. Was die Schülerinnen dazu getrieben habe, nach Syrien reisen zu wollen, ist den Angehörigen rätselhaft. Die Teenagerinnen kleideten sich westlich, trugen das Haar offen und hatten Partnerschaften, schreibt das Blatt.

Sabina und Samra wurden in Österreich geboren. Ihre Familien stammen aus Bosnien, von dort aus flüchteten sie während der Bosnien-Kriege in den neunziger Jahren.

Die Mädchen, so berichten österreichische Zeitungen, sollen vor ihrem Verschwinden in die Altun-Alem-Moschee in Wien gegangen sein. Derzeit soll sich dort Hassprediger Ebu Tejma aufhalten. Er gilt als einer der radikalsten Salafisten Europas. (heb)



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    Alle Leser-Kommentare
  • traugottle 20.04.2014 18:18
    Highlight Highlight Da nutzen ein paar radikale Extremisten die labile Lebensphase von pubertierenden Jugendlichen aus.
    Ich wünsche den Angehörigen viel Kraft und drücke die Daumen, dass diese Geschichte doch noch ein Happy End hat.
  • Jay_Jay 19.04.2014 23:44
    Highlight Highlight Wer gibt dem Westen die Schuld? Ich sage nur die Leute fühlten sich verraten. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass man 3 Tage lang zu gesehen hat wie die UNO-SCHUTZZONE SREBRENICA eingenommen wurde und über 8'000 Männer und Buben abgeschlachtet wurden! (Bevor ihr rumpoltert, die niederländische Regierung hat zugegeben versagt zu haben!) Es ist genauso wenig von der Hand zu weisen, dass KZ's im 1993 in Bosnien entdeckt wurden und es keine Intervention gab. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass der Westen zu gesehen hat, wie Kinder in Sarajevo von Heckenschützen umgebracht wurden.
    Ich sage nur, dass sich die Leute verraten fühlten und nichts weiter. Und sowieso was ist bloß da los, dass man den Westen NICHT kritisieren darf? Macht der Westen alles richtig? Glaube kaum...
  • Jay_Jay 19.04.2014 16:34
    Highlight Highlight Die Eltern tun mir unendlich leid! Sie flohen vor dem Krieg, vor dem sicheren Tod. Ich selbst bin Bosnierin und kann es überhaupt nicht nachvollziehen. Bis vor dem Krieg waren die Moslem in Bosnien 90% 'nicht gläubig'. Sie gingen in keine Moschee und fasteten fast nie. Leider fühlten sich viele während des Krieges vom Westen verraten, was natürlich ein Nährboden für die Vehabiten und Salafisten war. Nun gibt leider und zu meinem Entsetzen viele radikale Bosnier, was mir persönlich in der Seele weh tut. Denn so waren wir nie, nicht mal unter dem osmanischen Reich!
    Ich hoffe der Vater findet sie, doch das bezweifle ich sehr...
    • Sailes 20.04.2014 10:01
      Highlight Highlight Das stimmt nicht. Fruher waren die Bosniaken sehr wohl gläubig und gingen in die Moschee. Behaupte da nicht etwas wo du nicht genau weisst oder weil das bei dir so war. Fruher wurde auch mehr gebettet. Heute kann das fast keiner. Die alte Generation konnten fast alle.
    • Jay_Jay 28.04.2014 10:45
      Highlight Highlight Lieber Sailes ICH BIN BOSNIERIN!!! Ich wird's wohl wissen! Zu Titos Zeiten soll gebeten worden sein?!? Ich lach' mich kaputt! Erzähl du mir nichts...! Ich wird ja wohl die Kultur und Entwicklung meines Landes kennen!

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