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Zahl der geborgenen Opfer steigt auf 56

epa04173359 South Korean Coast Guard rescue team members collect the bodies of victims of the Sewol ferry sinking at the accident site about 20 kms off Jindo-port on Jindo Island, in the southwestern province of South Jeolla, South Korea, 20 April 2014. The number of people killed in the sinking of a South Korean ferry rose to 56, according to South Korean media.  EPA/JEON HEON-KYUN

Ein Opfer des Fährunglücks wird geborgen. Bild: EPA/EPA

23 Tote aus südkoreanischer Unglücksfähre geborgen

Eine halbe Woche nach dem Fährunglück vor der südkoreanischen Küste haben Rettungstaucher erstmals Leichen aus dem Innern des gesunkenen Schiffs geborgen. Insgesamt seien 23 Tote aus dem Wrack gezogen worden, teilte die Küstenwache am Sonntag mit. Damit stieg die Zahl der geborgenen Todesopfer auf 56. 

Noch vermisst werden 246 Menschen, die meisten von ihnen Schüler. Sie waren mit ihren Lehrern unterwegs auf einem Ausflug zu einer Ferieninsel gewesen. Für die Vermissten besteht nach Auskunft der Einsatzleitung kaum noch Hoffnung. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass sie in dem Wrack ertrunken sind. Es war das erste Mal, dass die Taucher in den Passagierbereich der gekenterten Fähre vordringen konnten. 

epa04173363 South Korean Coast Guard members conduct a search and rescue operation for the missing passengers of the Sewol ferry sinking at the accident site about 20 kms off Jindo-port on Jindo Island, in the southwestern province of South Jeolla, South Korea, 20 April 2014. The number of people killed in the sinking of a South Korean ferry rose to 56, according to South Korean media.  EPA/JEON HEON-KYUN

Bergungsarbeiten. Bild: EPA/EPA

Bergung dürfte nun schneller vorankommen

Zuvor hatten sie wegen der starken Strömung und schlechter Sicht im trüben Wasser nur die Frachträume erreicht. Sie schlugen am Samstag kurz vor Mitternacht Ortszeit ein Fenster des Wracks ein und zogen die ersten drei Leichen aus einem Kabinendeck. Die Taucher konnten mehrere Taue fixieren, die ihnen bei der Orientierung im Schiffsinneren halfen. 

Die Bergung dürfte dadurch nun schneller vorankommen, sagte ein Vertreter der Küstenwache auf einer Pressekonferenz im Rettungszentrum der Hafenstadt Jindo. Erst wenn die Leichen geborgen sind, werde versucht, die Fähre mit Kränen zu heben. 

A family member of a missing passenger onboard the Sewol ferry which capsized on Wednesday, cries as she checks the newly announced list of the dead, at a gym in Jindo April 20, 2014. South Korean prosecutors investigating the ferry disaster said on Sunday they would seek to extend the detention of the ship's captain and two other crew by 10 days as they tried to determine the cause of the accident that may claim more than 300 lives. REUTERS/Kim Kyung-Hoon (SOUTH KOREA - Tags: DISASTER MARITIME TPX IMAGES OF THE DAY)

Die Trauer in Südkorea ist gross Bild: Reuters

Das Fährunglück

174 Menschen gerettet, Kapitän verhaftet

Die «Sewol» war am Mittwoch mit 476 Menschen an Bord – darunter 339 Schüler und Lehrer – in Seenot geraten und gesunken. 174 Menschen wurden gerettet. Am Samstag kam nach Marineangaben zudem ein Matrose ums Leben, der sich auf einem Suchboot befand. Unglücksursache unklar Warum die Fähre verunglückte, ist bislang unklar. 

Der 69-jährige Kapitän und zwei weitere Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Die Ermittler untersuchen, ob ein Versagen der Besatzung vorlag oder das Schiff falsch beladen war. Bei ruhigem Wetter war es nach einer Wende stark in Schlagseite geraten. Es dauerte dann noch zwei Stunden, bis die Fähre kenterte. 

Kapitän bereits von Bord

Trotz der Gefahrenlage wurden die Passagiere angewiesen, in ihren Kabinen zu bleiben. Der Kapitän hat nach eigener Darstellung aus Sicherheitsgründen mit der Anweisung der Evakuierung gezögert. Er habe befürchtet, dass die starke Strömung vor allem die Jugendlichen hätte wegspülen können. 

Zeugen hatten allerdings berichtet, er habe als einer der ersten das sinkende Schiff verlassen. Zum Zeitpunkt des Kenterns war der Kapitän nicht auf der Kommandobrücke. Am Steuer des 20 Jahre alten Schiffes befand sich die ebenfalls festgenommene dritte Offizierin, die erstmals durch die Gewässer fuhr. 

epa04173143 Anxious family members of missing passengers in the sunken Sewol ferry are blocked by policemen as they try to march towards the Presidential house during a rally against the government's insufficient action in the rescue operations on Jindo Island, in the southwestern province of South Jeolla, South Korea, 20 April 2014. Officials say about 270 people are still missing and at least 46 confirmed dead after a passenger ferry carrying hundreds of teenagers sank off the southern coast of South Korea on 16 April. Only 179 of 475 passengers and crew were rescued. Lee Joon-seok, captain of Sewol, the ferry carrying 475 passengers and crew, has reportedly been arrested.  EPA/JEON HEON-KYUN

Das langsame Tempo der Bergung zehrte an den Nerven der Angehörigen. Die Lage war angespannt. Bild: EPA/EPA

Langsame Bergung

Die Untersuchungshaft sollte auf bis zu 30 Tage ausgeweitet werden. «Wir versuchen herauszufinden, ob es weitere Pflichtverletzungen gab», sagte Staatsanwalt Yang Joong Jin. Unter den in Jindo ausharrenden Angehörigen der Vermissten wuchsen Verzweiflung und Wut. 

Das langsame Tempo der Bergung und die häufig wechselnden Informationen zehrten an ihren Nerven. Es kam sogar zu einem Zusammenstoss mit der Polizei. Als etwa 100 Angehörige die Ferieninsel über eine Brücke verlassen wollten, um in der Hauptstadt Seoul zu protestieren, wurden sie von Polizisten zur Umkehr gezwungen. (dwi/sda/reu)



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