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Für Freiheit, gegen Islamophobie: Kundgebung in Paris. Bild: Getty Images Europe

Briefe von der Heimatfront

Pro Freiheit UND pro Islam – wie geht das zusammen?

10.01.15, 15:57

Als aufgeklärter Mensch sitzt man nach Paris in einer ziemlichen Zwickmühle: Einerseits soll man die Freiheitsrechte wacker hochhalten, andererseits Rassismus und Islamophobie einen Riegel vorschieben. Wie lässt sich das vereinen?

Auch nach Paris sollte man Menschen muslimischen Glaubens weiterhin auf der Strasse freundlich grüssen – allerdings mit einem der veränderten Situation angepassten Grussformel. «Guten Charlie!», «Grüss Grundgesetz!» oder gar ein freches «Hallohamed!» verbinden die nötige Weltoffenheit mit einem unmissverständlichen Bekenntnis zum säkularen Rechtsstaat.

Ein Besuch beim örtlichen Gemüsetürken sollte stets auch Anlass für ebenso subversive wie entschlossene Aufklärungsaktionen sein. Zwischen die Zucchini lassen sich diskret Handzettel mit Voltaire-Zitaten oder den Feuerbach-Thesen schmuggeln, hinter den Joghurtmixgetränken finden ganze Exemplare von Dawkins «Der Gotteswahn» Platz. Das frisch gekaufte Halal-Fleisch kann noch vor den Augen der Verkäuferin mit eigens mitgebrachtem Schweinespeck gespickt werden («Ich weiss, Sie mögen das nicht so, aber das ist eben die für eine Demokratie so unverzichtbare Vielfalt, die sich Ihnen hier darbietet»).

Der Schlachtruf «Je suis Charlie» klingt derzeit durch die Weiten des Internets, die Karikaturen der französischen Zeitschrift sollen massenhaft verbreitet werden. Gleichzeitig will natürlich niemand jene Muslime beleidigen, die sich vom Terror distanzieren. Die Lösung: Mohammed-Karikaturen werden unbeschränkt weiterverbreitet, allerdings als «Malen nach Zahlen»-System, «Verbinde die Punkte» oder als Puzzle. So kann jeder selbst entscheiden, wieviel Freiheit er seinen muslimischen Mitbürgern zumuten möchte.

Mohammed-Witze sind in einem freien Land natürlich jederzeit möglich – aber niveauvoll müssen sie sein! Und sie sollen Muslimen stets auch einen dezenten Hinweis auf den Reichtum der europäischen Kulturgeschichte geben. Gut ist zum Beispiel dieser hier: Ein Logiker, noch ein Logiker und Mohammed gehen in eine Bar. Der Barkeeper fragt: «Wollt ihr alle einen Drink?» Der erste Logiker sagt: «Ich weiss es nicht.» Der zweite Logiker: «Ich weiss es nicht.» Mohammed sagt: «Ja, aber für mich nur ein Clausthaler.»

Bild:

Leo Fischer 

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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