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epa04694446 An aerial view over a part of the town with the house with a burned-out roof truss in Troeglitz, Germany, 07 April 2015. The planned refugee hostel was target of an arson attack on 04 April believed to be politically motivated. After the arson attack on the nearly finished refugee home, the state aims to arrange other apartments in the area for asylum-seekers as quickly as possible.  EPA/HENDRIK SCHMIDT

Voilà: Tröglitz, «einer der Orte mit der höchsten Kriminalitäts- und Gemeinheitsrate der Welt». Bild: EPA/DPA

Briefe von der Heimatfront

Tröglitz und die wundersame Kette der Einzelfälle



Nachdem in dem ostdeutschen Weiler Tröglitz zunächst der Bürgermeister aufgrund von NPD-Drohungen zurücktreten musste und danach ein Flüchtlingsheim Opfer eines Brandanschlags wurde, denkt die deutsche Politik über Konsequenzen nach. «Es handelt sich um eine Kette von Einzelfällen», betonte ein SPD-Politiker, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden möchte. «Wir wissen aus geologischen Untersuchungen, dass in dem Gebiet um Tröglitz schon seit den Zeiten der Römer immer wieder gehäuft Einzelfälle auftreten. Das ist eine natürliche Besonderheit der Region und kein Anlass für Alarmismus.»

Er empfiehlt, die Ortsgrenzen weiter ins Umland hinaus zu ziehen, um die Einzelfälle statistisch besser auf das Gebiet zu verteilen. 

Andere fordern radikalere Lösungen: «Wir kommen nicht umhin zu sagen: Tröglitzismus in unserer Gesellschaft ist ein Problem», so ein Statement eines ungenannt bleiben wollenden CDU-Mannes, der Tröglitz schon vor zwei Monaten verlassen hat. 

Er empfiehlt, die Ortschaft zu räumen, oder, eingedenk seliger Zonen-Zeiten, einen Schutzwall drumherum zu errichten: «Nur, wenn wir den Ort rechtzeitig und sicher eindämmen, können wir beweisen, dass Ausgrenzung und Verfolgung in Deutschland keine Chance haben.» 

Die Gemeinde selbst hat derweil den Kontakt zur Aussenwelt abgebrochen, nachdem herauskam, dass sämtliche V-Männer im NSU-Verfahren aus Tröglitz kamen, ebenso wie Thomas Middelhof, sämtliche Mitglieder der Organisation «Skull and Bones», der Autor Thomas Pynchon sowie die Drahtzieher des Kennedy-Attentats. 

«Es handelt sich um einen der Orte mit der höchsten Kriminalitäts- und Gemeinheitsrate der Welt», sagt ein anonymer Sprecher der Polizeigewerkschaft. «Dass dort überhaupt Flüchtlinge angesiedelt werden sollten, ist für mich das eigentliche Verbrechen

Leo Fischer

Bild:

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic

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