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epa02008090 A model takes to the catwalk wearing a creation by Spanish designer Manuel Bolano for the Autumn-Winter 2010-2011 season at the second day of the 080 Barcelona Fashion 2010 in Barcelona, north-western Spain, on 27 January 2010. The '080' will run until 29 January at the Fira Barcelona exhibition centre.  EPA/XAVIER BERTRAL

Bild: EPA

Briefe von der Heimatfront

Warum hassen uns die Bären so sehr?

Von allen Seiten steht Europa unter Beschuss. Der Russe schnappt uns die Krim vor der Nase weg, der Amerikaner möchte uns Chlorhühnchen in den Salat schmuggeln, und der Afrikaner hält das alles auch noch für begehrenswert und drängt mit Macht übers Mittelmeer. Und jetzt richtet sogar die als befriedet geglaubte Mutter Natur ihre Hexenklauen wider uns, schickt Pollen, Zecken und jede Menge bepelzte und gefiederte Selbstmordattentäter. 

Bestes Beispiel: der Bär M25, der im Unterengadin sein Unwesen treibt. M25 – was dem Namen nach klingt wie ein harmloser Ausserirdischer von der Vega ist in Wahrheit ein blutgieriges Monster, das bereits eine Ziege und einen Widder auf dem Gewissen hat und ein urlaubendes Pärchen durch einen lüsternen Fensterblick fast zu Tode erschreckte. Zwar handelt es sich nach Auskunft der Behörden bei M25 noch um keinen «Problembären», aber die Grenzen zwischen Risikobär, Schadbär, Terrorbär, Bärenjude (Tarantino) und Bär-without-a-cause (J. Dean) sind bekanntlich fliessend, und der Schaden, den sie mittelbar anrichten, geht weit über totes Weidevieh hinaus: 2006 raubte der hinlänglich bekannte Problembär JJ1 («Bruno») dem Kanzlerkandidaten der CDU, Edmund Stoiber, erst den Verstand, dann die Worte, schliesslich das Amt – indem er ihn endlich als den dreiviertelverrückten Formulier-Clown decouvrierte, der er immer gewesen war. Doch so viele Bärenverbrechen entgehen dem Blick der Öffentlichkeit:

Diese wenigen Beispiele aus der Welt der Bärenkriminalität zeigen eines deutlich: Ein Europa, das nicht einmal seine einheimischen Bären in den Griff bekommt, hat gegen den russischen Bären erst recht keine Chance.

Leo Fischer

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen.

Mehr von Leo Fischer gibts bei Titanic



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