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Während die Tochter mit Barbie spielt, spielt Papa mit Babsi.
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Bild: AP
DER Enthüller

Hier können Sie beim Sex Ihr Kind abgeben – Zürcher Bordell bietet Freiern Kinderhort an

27.03.2014, 13:2227.03.2014, 15:41
buzz orlger

Zürich (den) – Das «Chez Uschi» wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normales Bordell. Angesiedelt in einem Zürcher Industriegebiet ködert es seine Freier mit Dumpingpreisen, wirbt mit Sauberkeit und Diskretion und beschäftigt Prostituierte aus Osteuropa zwischen 18 und 22 Jahren. Dennoch hebt sich der Betrieb von der Konkurrenz ab. Denn das «Chez Uschi» ist das erste Schweizer Bordell, das seinen Freiern einen betreuten Kinderhort anbietet. Die Idee kam Besitzer Igor Hauser während eines Spaziergangs. 

«Auf unseren Besucherparkplätzen standen ein Haufen Autos mit Aargauer Kennzeichen, die praktisch alle ein ‹Baby on Board›-Kleber am Heckfenster hatten.» Er habe in der Folge einige Stammgäste gefragt, ob sie ihren Nachwuchs den professionellen Händen seiner Frau Uschi anvertrauen würden. Das Echo sei durchwegs positiv gewesen. «Übers Wochenende haben wir daraufhin die Folterkammer beim Eingang bunt gestrichen, mit Teppich ausgelegt und einige Kinderbücher gekauft. Somit sind wir das erste Schweizer Bordell, bei dem nicht nur die Väter, sondern auch die Kinder ‹Versteckis› spielen können», scherzt Hauser. 

Bei den Kleinen besonders beliebt: Mops-Memory.
Bei den Kleinen besonders beliebt: Mops-Memory.
Bild: Buzz Orgler

Aufklärungsunterricht ab sechs Jahren

Gemäss der Aussage Hausers werde vom Kinderhort reger Gebrauch gemacht. «Der Service deckt neben Französisch ohne Gummi ein grosses Bedürfnis der Freier ab. Mittlerweile arbeiten schon zwei Betreuerinnen in unserem Hort.» Doch nicht nur die Gäste des «Chez Uschi» machen von der Kinderbetreuung Gebrauch, auch die Prostituierten selbst finden am Angebot Gefallen. «Bisher musste ich meinen Kleinen während der Arbeit immer bei der Oma lassen. Jetzt nicht mehr. Wenn er schreit, weil er Milch braucht, bin ich im Nu zur Stelle um ihm die Brust zu reichen», sagt Teilzeithure und Ex-Bachelor-Kandidatin Estefania. 

Die Kinder werden im Hort von professionellen Kindergärtnerinnen betreut. Ihnen stehen verschiedene Spiele und Bücher zur Auswahl, auf einem TV-Gerät laufen Disney-Filme. Einmal wöchentlich findet für Kinder ab sechs Jahren spielerischer Aufklärungsunterricht mit dem «Sexkoffer» statt. Damit die Sprösslinge verheirateter Freier zuhause nicht ausplaudern, wo Papa den Nachmittag verbracht hat, ist das Design des Kinderhorts einer Tagesstätte bei Ikea nachempfunden. Die Kinder der Prostituierten verbringen ihre Zeit im Hort ausserdem mit verbundenen Augen, damit sie den Nachwuchs der Freier auf der Strasse nicht erkennen.   

CVP ist schockiert

Kritische Stimmen zum Kinderhort im Bordell kommen aus dem Lager der CVP. Die Partei forderte in der Vergangenheit den Bund schon des Öfteren auf, mehr Kinderkrippen zu schaffen. Kinderbetreuung im Bordell geht der CVP allerdings zu weit. «Die Kinder könnten von dem, was sie in diesem Etablissement zu sehen und hören bekommen, ernste Schäden davontragen», befürchtet Parteisprecherin Maja Kaufmann. Sie appelliert darum an jeden Mann, sein Kind nicht im «Nutten-Hort» zu deponieren. «Da ist das Kind besser dran, wenn Sie es mit dem iPad im Auto warten lassen. Im Sommer müssen Sie halt das Fenster etwas runterlassen.»

Bordellbetreiber Igor Hauser versteht den Einwand der CVP nicht. «Es ist ja nicht so, als ob die Kinder stundenlang im Hort verweilen müssten. Bei den meisten Freiern verläuft der Besuch nach dem Motto ‹rein, raus, aus die Maus›. Die brauchen für ihr Nümmerchen nicht länger als zwanzig Minuten inklusive Cüpli an der Kontaktbar und duschen.» Der findige Zürcher feilt darum schon an seiner nächsten Idee. «Ich will beim Empfang des ‹Chez Uschi› einen Coiffeursalon aufstellen. Dann können die Frauen der Freier sich mal ordentlich die Haare durchblasen lassen, während ihr Mann hinter der Rigipswand, ... na ja, Sie wissen schon.»   

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 



www.der-enthüller.ch

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