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DER Enthüller
Weltweit verdursten jährlich 120'000 Menschen wegen zu salzigem Popcorn. Die Dunkelziffer dürfte allerdings tiefer liegen, da auch die Opfer von Salzbrezeln zur Popcorn-Statistik dazugezählt werden.  
Weltweit verdursten jährlich 120'000 Menschen wegen zu salzigem Popcorn. Die Dunkelziffer dürfte allerdings tiefer liegen, da auch die Opfer von Salzbrezeln zur Popcorn-Statistik dazugezählt werden.  Bild: KEYSTONE

Tod im Kino – Student verdurstet nach XXL-Portion Popcorn

24.04.2014, 07:3524.04.2014, 15:03
buzz orlger

Bern (den) – «Rest in Peace.» – «Ich kann nicht glauben, dass du von uns gegangen bist.» – «Der Himmel hat einen Engel mehr.» Die Anteilnahme auf dem Facebook-Profil von Franz R. ist gross. Der 23-jährige BWL-Student verstarb am Osterwochenende in einem Berner Multiplex-Kino. Als Todesursache wird Dehydratation durch eine XXL-Portion Popcorn mit Salz vermutet. Gemäss Aussagen von Freunden habe Franz R. die Nacht von Karfreitag auf einer Party verbracht und «wie ein Loch gesoffen». Mediziner gehen darum davon aus, dass der Student schon vor seinem Kinobesuch am Samstagabend extrem dehydriert war. «Der hohe Salzgehalt des Popcorns hat dem ausgetrockneten Körper dann vermutlich den Rest gegeben» sagt Gerichtsmediziner Oliver Stönsel.  

Besonders hart trifft der Tod von Franz R. seinen besten Freund, Claudio G. Er sass im Kino neben dem 23-Jährigen, als dieser um sein Leben rang. Claudio G. macht sich darum schwere Vorwürfe. «Kurz vor der Pause habe ich ihn noch gefragt, ob er was wolle. Er hat irgendwas geflüstert, das ich als «lass mal» verstand. Wahrscheinlich meinte er Wasser. Als dann das Licht anging, hat er sich nicht mehr bewegt. Ich dachte, er sei eingeschlafen» sagt Claudio mit Tränen in den Augen. Insgeheim sei er sogar etwas neidisch auf seinen besten Freund gewesen. «Wir haben uns den neuen Film mit Arnold Schwarzenegger angesehen. Ich habe für mich noch gedacht, du Glücklicher, du bist schon vor der Pause eingeschlafen und musst dir den Dreck nicht bis zum Schluss ansehen.»

Franz R. war ein fleissiger Kinogänger und besass eine eigene Popcornmaschine. «Bei ihm zuhause wurde eigentlich jedes Wochenende gepoppt», sagt eine Freundin. 
Franz R. war ein fleissiger Kinogänger und besass eine eigene Popcornmaschine. «Bei ihm zuhause wurde eigentlich jedes Wochenende gepoppt», sagt eine Freundin. Bild: zvg

Gestank aus der letzten Reihe

Die Leiche des 23-Jährigen wurde nach der Dienstagabendvorstellung von einer Putzfrau gefunden. «In der hintersten Reihe stank es grauenhaft. Ich habe schon gedacht, irgendein rebellischer Jugendlicher hat den Nachokäse ins Polster gerieben» sagt Putzkraft Ludmilla L. Beim genaueren Hinsehen habe sie den Leichnam zwischen Polster und Boden entdeckt. «Der junge Herr sah grauenhaft aus. Das Gesicht war total eingefallen und vertrocknet. Als ob man eine Traube in der Sonne hätte liegen lassen.» 

Bei der Putzfrau sitzt der Schock noch tief. Nicht so bei Kinobetreiber Aladin K. Er ist sich keiner Schuld bewusst. «Natürlich ist unser Popcorn total versalzen, wir wollen ja, dass die Leute etwas trinken. Für nur fünf Franken mehr hätte der knausrige Student noch eine Cola dazuhaben können. Bei den Preisen kann keiner sagen, das läge nicht drin.» Eine Tragödie ist der Tod im Kinosaal für den Geschäftsmann trotzdem, allerdings nur finanzieller Natur

«Der Student hat unsere Infrastruktur von Samstag bis Dienstag benutzt. Klar hat er von den Vorstellungen nichts mehr mitbekommen, da er ja tot war. Aber der Platz war trotzdem besetzt. Ausserdem legen seine Freunde momentan Kerzen und Blumenketten auf Sitz 9, Reihe 23. Ich kann den Platz also nicht nutzen und mir entgehen mit jeder Vorstellung 18 Franken, bei 3D-Filmen sogar 23.» Der Kinobetreiber spielt mit dem Gedanken, Franz R.s Eltern eine Rechnung über 200 Franken zu schicken. Den Reinigungsaufwand fürs Beseitigen der Leiche wolle er allerdings nicht weiterverrechnen. «Das wäre pietätlos.»

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 



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1 Kommentar
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Löst Vegetarismus Depressionen aus? Oder umgekehrt? Ein Gespräch
Ich gehe mal wieder mit meinem alten Freund Philipp essen. Er ist seit Ewigkeiten Vegetarier. Und obwohl wir uns immer vornehmen, das Thema zu umfahren, landen wir mehr oder weniger von Anfang an genau dort. Diesmal wegen einer aktuellen Studie, die sagt, Vegetarier seien häufiger depressiv als Fleischesser.

Philipp: «Wie fest Hunger hast du? Wollen wir uns eine Vorspeise teilen?»
Ich: «Grünzeug für zwei?»
Er (die Ruhe selbst, weil er meine Sprüche zur Genüge kennt): «Bruschette.»
Ich: «Damit kann ich leben. Obwohl, so ein Lachstatar … Fisch isst du auch immer noch nicht, oder?»
Er: «Nein. Ich esse nichts, was ein Gesicht hat.»
Ich: «Das kann ich aus ideologischen Gründen nachvollziehen. Aber gesund ist es nicht. Auch psychisch nicht.»
Er: «Sagt wer?»
Ich: «Eine aktuelle Studie. Der Typ, der sie durchgeführt hat, ist Psychologe und Uni-Professor und selbst Vegetarier. Die Studie sagt, Vegetarier seien häufiger depressiv als Fleischesser.»
Er: «Ich liebe es ja, wenn ihr Journalistinnen aus solchen Studien so zugespitzte Aussagen rausquetscht.»
Ich: «Und ich liebe es, wenn du immer wieder mit deinem Psychologie-Studium plagiierst, das du vor gefühlten hundert Jahren mal angefangen hast. Jedenfalls kannst nicht mal du als Fast-Psychologe behaupten, psychische Gesundheit habe gar nichts mit der Ernährung zu tun. Dass es da einen Zusammenhang gibt, haben schon x Studien herausgefunden.»

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